BestPractice Archiv

Pettersons Haus als Passivhaus

Eine rationale Entscheidung, ein Haus aus den 30er Jahren zu kaufen, war es für die Bauherren sicher nicht. Beim ersten Besuch, als es so klein und unschuldig in der Herbstsonne stand, wirkte es den Bilderbüchern von Petterson und Findus entsprungen. Bei näherer Betrachtung der Haustechnik und der Raumaufteilung wurde schnell klar: Außer den Außenmauern würde nichts bleiben können. Die Sanierung musste ganz oder gar durchgeführt werden. Die Bauherren wollten eine gute Rundum-Dämmung, denn sie hatten jahrelang in einem schlecht modernisierten 60er-Jahre-Haus gelebt und negative Erfahrungen in puncto Behaglichkeit und Energiekosten gemacht. Das Dach war praktisch ungedämmt gewesen, die riesige Fensterfront zugig. Die Familie verbrauchte trotz des zusätzlichen Holzofens fast 4.000 Liter Öl im Jahr. Gemütlich war es im Winter trotzdem eher selten; im Sommer dafür unerträglich heiß. Im neuen Haus sollte das anders werden.

BestPractice Beispiel Download (PDF)

  • Hausdetails
  • Modernisierung
  • Finanzierung & Erfolge
Adresse 72076 Tübingen
Nutzfläche 135 m2
Anzahl Geschosse 1
Baujahr 1930
Reko-Jahr 2009
Haustyp Ein- oder Zweifamilienhaus
Bauweise Massivbau
Dachform Satteldach

Dämmung

Maßnahme

Das bislang ungedämmte Sparrendach mit unterseitiger, 5 cm starker Holzwolle-Leichtbauplatte wurde komplett abgetragen. Der Hintergrund war, dass auf der Eingangseite ein Anbau entstand und dass die Sparrentiefe nicht ausreichend für eine Wärmedämmung nach Passivhausstandard war. Der U-Wert des ehemaligen Dachaufbaus betrug ca. 1,80 W/m²K.

Der neue Dachstuhl des Anbaus wurde aus 24 cm hohen Holzstegträgern erstellt und verfügt oberseitig über eine 4 cm diffusionsoffene Weichfaserplatte. Im Innenraum wurden 4 cm starke Putzträgerplatten auf die Träger geschraubt. Dazwischen ist eine 24 cm starke Zellulosedämmung der Wärmeleitgruppe (WLG) 040 eingeblasen. Der U-Wert beträgt hier 0,12 W/m²K.

Maßnahme

Das Mauerwerk mit einer Wandstärke von 24 cm bestand aus baujahrestypischen Ziegeln. Die Fassade erhielt eine Vorsatzschale aus Holzfaserweichplatten, die zugleich als Putzträger dienen. Der 16 bis 18 cm große Zwischenraum wurde mit Zellulosefaser vollständig verfüllt. Der U-Wert dieser Massivwand beträgt 0,18 W/m²K, im Gegensatz zum Ausgangswert von 1,8 W/m²K.

Maßnahme

Die ungedämmte Stahlbeton-Kellerdecke verursachte neben dem erheblichen Wärmeverlust auch eine unangenehme Fußbodenkälte in dem Erdgeschoss. Die Kellerdecke wurde deshalb von unten mit einer 20 cm starken Wärmedämmung der Wärmeleitgruppe (WLG) 040 versehen. Im Neubau wurden 4 cm starke Vakuumpaneele eingebaut, deren WLG mit 0,08 extrem niedrig ist. Die WLG bewirkt, dass mit einer geringeren Dämmstoffstärke der gleiche U-Wert wie bei einer höheren WLG zu erreichen ist. Die bauphysikalische Funktionsweise der Wärmedämmung von Vakuumpaneelen ist ähnlich der einer Thermoskanne. Durch diese Maßnahme wurde der U-Wert von 2,20 W/m²k auf 0,19 W/m²k abgesenkt.

Fenster

Maßnahme

Das Mauerwerk mit einer Wandstärke von 24 cm bestand aus baujahrestypischen Ziegeln. Die Fassade erhielt eine Vorsatzschale aus Holzfaserweichplatten, die zugleich als Putzträger dienen. Der 16 bis 18 cm große Zwischenraum wurde mit Zellulosefaser vollständig verfüllt. Der U-Wert dieser Massivwand beträgt 0,18 W/m²K, im Gegensatz zum Ausgangswert von 1,8 W/m²K.

Heizung

Maßnahme

Der Wärmebedarf wird über eine moderne Gasbrennwerttherme bereitgestellt. Die 10 m² große Solaranlage erwärmt das Warmwasser und wirkt in der Übergangszeit auch heizungsunterstützend. Zentrale Einheit ist ein großer Pufferspeicher, der sowohl die Wärme der Solaranlage als auch die Wärme aus der Wassertasche des Stückholzeinzelofens sammelt. So wird die gesamte Wärmeenergie zentral mit wenigen Wärmeverlusten gespeichert.

sonstige

Maßnahme

Wie für Passivhäuser üblich, wurde eine Lüftungsanlage in das Einfamilienhaus eingebaut. Frischluft wird über kontrollierte Öffnungen in den Aufenthaltsräumen angesaugt und in Küche, Toilette und Badezimmer abgesaugt und abgeblasen. Die Luftdichtigkeit wurde mit n50 = 0,50 h-1 gemessen und liegt somit unterhalb der Vorgaben für Passivhäuser von 0,60 h-1.

Finanzierung

Gesamtkosten -
Kosten pro m2 1395 € / m2

Erfolge

Obwohl der erste Winter im neuen Haus kalt und schneereich war, „hatten wir es drin so behaglich und gleichmäßig warm wie nie zuvor“, erzählt die Baufamilie. „Im ersten Jahr haben wir nur 1.200 Kubikmeter Gas verbraucht, obwohl das Untergeschoss noch gar nicht gedämmt war.“ So profitiert jetzt nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel der Bauherren - das bei einem nunmehr sehr hohen Wohnkomfort.

  Vorher Nachher
Energieträger Heizöl Erdgas / Solar
Nutzfläche 90 m² 135 m²
Energieverbrauchskennwert 285 kWh/m², a 40 kWh/m², a
CO2 Emissionen 91 g/m², a 4 g/m², a
jährliche Einsparung CO2 - 78 %

Architekt

Firma Sambeth Architekten
Straße Französische Allee 23
Ort 72072 Tübingen
Telefon 07071 15 76 40
Ansprechpartner -
E-Mail Adresse -
Homepage -

Zimmerarbeiten

Firma Zimmerei Karl GmbH & Co. KG
Straße Beim Brückle 1
Ort 72119 Ammerbuch-Entringen
Telefon 07073 4848
Ansprechpartner -
E-Mail Adresse kontakt@zimmereikarl.de
Homepage http://www.zimmereikarl.de

Quelle

Firma Zimmerei Karl GmbH & Co. KG
Straße Beim Brückle 1
Ort 72119 Ammerbuch-Entringen
Telefon 07073 4848
Ansprechpartner -
E-Mail Adresse kontakt@zimmereikarl.de
Homepage http://www.zimmereikarl.de