FAQ zum hydraulischen Abgleich: Die 35 häufigsten Fragen und ihre Antworten

Das Prinzip des hydraulischen Abgleichs ist schnell erklärt: Mit den richtigen Widerständen für gleichmäßig warme Räume sorgen. Aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Deswegen finden Sie hier die häufigsten Fragen und Antworten: von ganz grundlegenden Dingen bis zu wichtigen Kleinigkeiten.

  • WärmeCheck

    Der hydraulische Abgleich ist der Geheimtipp zum Heizenergie sparen. Jetzt in nur 5 Minuten individuell berechnen: Lohnt sich die Optimierung? Wie hoch ist das Einsparpotenzial? Mit Tipps und Kontaktdaten von Experten in Ihrer Nähe.

    Jetzt Ratgeber starten

Kosten und Nutzen

Fachleute für den hydraulischen Abgleich

Förderung für den hydraulischen Abgleich

Technisches rund um den Abgleich

Gebäude- und Heizungssanierung

Heizungspumpe

Allgemeines

1. Was wird eigentlich genau bei einem hydraulischen Abgleich gemacht?

Für den hydraulischen Abgleich sind in der Regel sechs Schritte nötig:

  • Der Gebäudezustand und die Heizkörper werden raumweise aufgenommen.
  • Für jeden Raum wird die benötigte Wärmeleistung ermittelt. Wichtig dabei: die Dämmung der Außenwände, die Qualität der Fenster und Wärmeverluste über Fußboden und Decke sowie das Lüftungsverhalten.
  • Anhand des Leistungsvermögens der vorhandenen Heizkörper/Heizregister wird zuerst eine optimale Vorlauf- und Rücklauftemperatur für das Heizsystem und dann die nötige Heizwassermenge für jeden Heizkörper bestimmt.
  • Das Rohrnetz und seine Strömungswiderstände werden erfasst/abgeschätzt und so die optimale Pumpenleistung errechnet.
  • Damit sind die Werte für die nötigen Widerstände im Kreislauf, also an jedem einzelnen Heizkörper, zu ermitteln.
  • Zum Schluss sind nur noch die ermittelten Werte am Kessel/Wärmeerzeuger (Heizkurve), der Pumpe und den voreinstellbaren Thermostatventilen einzustellen.

nach oben

2. Zu welcher Jahreszeit ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll?

Ein hydraulischer Abgleich ist prinzipiell zu jeder Jahreszeit möglich. Allerdings lässt sich der Erfolg der Maßnahme teilweise nur während der Heizperiode feststellen. Schließlich muss es kalt sein und die Heizung muss laufen, um zu erkennen, ob die Räume gleichmäßig warm werden und ob es in der Heizung noch rauscht. Vorteil im Sommer ist, dass es im Gebäude nicht kalt wird, wenn die Heizanlage oder einzelne Heizkörper außer Betrieb genommen werden müssen – zum Beispiel für den Einbau voreinstellbarer Thermostatventile. Am besten fragen Sie Ihren Fachmann vor Ort nach dem optimalen Zeitpunkt für Ihre Heizanlage.

nach oben

3. Bleibt die Heizung bei einem hydraulischen Abgleich in Betrieb?

Der hydraulische Abgleich der Heizung kann bei laufendem Betrieb stattfinden, wenn alle notwendigen hydraulischen Komponenten vorhanden sind. Zu den Komponenten zählen voreinstellbare Thermostatventile, die witterungsgeführte Temperaturregelung am Wärmeerzeuger/Kessel sowie im optimalen Fall eine einstellbare geregelte (Hocheffizienz-)Pumpe. Sind die Thermostatventile nicht voreinstellbar, können die Ventileinsätze bei neueren Modellen oft bei laufendem Betrieb ausgetauscht werden – durch eine Montageschleuse oder lokale Vereisung. Ist das nicht möglich, sind neue voreinstellbare Ventile zu installieren. Dazu muss die Anlage in der Regel komplett entleert, anschließend wieder gefüllt und entlüftet werden. Gibt es noch keine witterungssteuerte Regelung, sollte sie nachgerüstet oder der ganze Kessel erneuert werden. Sind keine Absperrventile am Kessel beziehungsweise vor und nach der Pumpe vorhanden, muss für einen Pumpentausch die Anlage ausgeschaltet und gegebenenfalls auch das komplette Wasser aus der Anlage abgelassen werden. Allerdings ist der Pumpentausch nicht immer möglich und auch nicht zwangsläufig nötig.

nach oben

4. Muss ich für den hydraulischen Abgleich irgendwelche Unterlagen besorgen?

Hilfreich können Baupläne, Baubeschreibungen, U-Werte (früher k-Werte) und KfW-Nachweise/Energieberatungsberichte sein. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Fachmann für den hydraulischen Abgleich, welche Unterlagen er genau benötigt. Liegen dem Bauherren oder Eigentümer keine passenden Unterlagen vor, können meist Planer oder Architekten weiter helfen.

nach oben

5. Was ist mit Fußbodenheizungen, Einrohrheizungen oder Gasetagenheizungen?

Bei den am weitesten verbreiteten Anlagen mit einem zentralen Heizkessel im Keller oder in der Etage, einem Zweirohrsystem und Heizkörpern (Radiatoren) ist ein hydraulischer Abgleich problemlos möglich. Bei anderen Systemen gibt es einige Besonderheiten. Aber grundsätzlich können alle Pumpenheizungen hydraulisch abgeglichen werden. Bei Fußboden- und Einrohrheizungen kann es sein, dass sich ein hydraulischer Abgleich als einzelne Maßnahme nicht rechnet.

nach oben

6. Was sind voreinstellbare Thermostatventile und woran erkenne ich sie?

Unterschied von regulären und voreinstellbaren Thermostatventilen in der BIlderstrecke.

Zur Galerie

Voreinstellbare Thermostatventile sorgen an jedem einzelnen Heizkörper für den optimalen Fließwiderstand. So wird sichergestellt, dass genau die Menge Wasser durchfließt, die benötigt wird. Zu erkennen sind voreinstellbare Thermostatventile an einer Skala auf dem Ventilunterteil, das unter dem Thermostatkopf zu finden ist. Sind keine voreinstellbaren Thermostatventile vorhanden, müssen sie nachgerüstet werden. Pro Stück ist mit Kosten von rund 30 Euro zu rechnen; teilweise günstiger sind voreinstellbare Ventileinsätze, die manche Hersteller anbieten. Alternativ gibt es Anbieter, die Adapter zur Ventileinstellung installieren. Nur schwer möglich ist ein hydraulischer Abgleich mit oft vorhandenen Rücklaufverschraubungen. Viel genauer ist er mit voreinstellbaren Thermostatventilen und zudem besser nachvollziehbar.

nach oben

Kosten und Nutzen

7. Warum ist ein hydraulischer Abgleich überhaupt nötig?

Damit die Heizung effizient läuft, müssen die einzelnen Komponenten richtig dimensioniert und auf den Energiebedarf des Hauses abgestimmt sein: vom Heizkessel über die Pumpe bis zur richtigen Einstellung der voreinstellbaren Thermostatventile an den Heizkörpern. Bei rund 80 Prozent der Heizungsanlagen ist das nicht der Fall. Die Folgen: Die Räume werden ungleichmäßig warm, in zu warmen Zimmern geht teure Energie geht verloren und gegebenenfalls rauscht es in der Heizungsanlage. Werden einzelne Komponenten der Heizanlage ausgetauscht oder ändert sich der Energiebedarf des Hauses, zum Beispiel durch eine Modernisierung, sollte die Anlage durch einen hydraulischen Abgleich optimal eingestellt werden.

nach oben

8. Gab es bei meiner Heizung schon einen hydraulischen Abgleich?

Ob ein hydraulischer Abgleich bereits gemacht wurde, lässt sich von außen nicht erkennen. Auskunft darüber könnte der Vorbesitzer, Vermieter oder der zuständige Heizungsfachmann geben. Für einen erfolgten hydraulischen Abgleich sprechen vorliegende Pläne zu Heizkörpergrößen und Wassermengen und unterschiedliche eingestellte Werte an den Heizkörperventilen. Um es zweifelsfrei festzustellen, müssten unter kontrollierten Bedingungen an allen Heizkörpern und in allen Räumen die Temperaturen gemessen werden. Die Wahrscheinlichkeit eines hydraulischen Abgleichs ist aber recht gering, denn von zehn Anlagen in Deutschland sind acht nicht abgeglichen. Stattdessen werden meist überdimensionierte Heizungspumpen eingesetzt und die Vorlauftemperatur am Kessel erhöht, wenn nicht alle Räume warm werden. Die Folge: Zu hoher Energieverbrauch und zum Teil auch noch lästige Fließgeräusche.

nach oben

9. Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Ein hydraulischer Abgleich kostet für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zwischen 500 und 1.000 Euro (siehe Beispielrechnung). Der genaue Preis ist vor allem Dingen davon abhängig, ob das Verfahren A oder Verfahren B zum Einsatz kommt, wie viele voreinstellbare Thermostatventile nachgerüstet werden müssen und ob die Heizungspumpe auszutauschen ist. In der unten eingefügten Beispielrechnung sorgt der hydraulische Abgleich dafür, dass die jährlichen Heizkosten um etwa 95 Euro sinken. Somit rentiert sich die vergleichsweise kostengünstige Maßnahme schon nach fünf bis acht Jahren – und damit deutlich schneller als die meisten anderen Investitionen wie die Dämmung der Gebäudehülle oder ein Fenstertausch. Wie hoch Kosten und Sparpotenzial bei Ihnen sind, erfahren Sie im Ratgeber WärmeCheck.

Beispielrechnung

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1983, 125 m² Wohnfläche
  • mit Einbau von voreinstellbaren Thermostatventilen
  • mit Tausch der Heizungspumpe
Brutto-Kosten für Abgleich, Ventile und neue Pumpe1.325 Euro
Zuschuss vom Staat (30% auf Netto-Kosten) 335 Euro
Investitionskosten 990 Euro
Einsparung Heiz- und Stromkosten pro Jahr 195 Euro
Amortisationszeit 5 Jahre

bei einem aktuellen Durchschnittspreis von 8 Cent/kWh für Heizenergie und 28,7 Cent/kWh für Strom

nach oben

30 % Zuschuss für die Heizungsoptimierung – mit dem
E-Mail-Service zur Förderung. Abonnieren Sie einfach unseren Newsletter!

Der E-Mail-Service zur Heizungsoptimierung ist ein Angebot von co2online in Kooperation mit dem VdZ e. V. Mit der Anmeldung zum Newsletter akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung. Sie erhalten in regelmäßigen Abständen Newsletter von co2online. Die Abbestellung ist jederzeit möglich. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

10. Lohnt sich ein hydraulischer Abgleich eher in großen oder in kleinen Gebäuden?

Der Effekt des hydraulischen Abgleichs ist nicht direkt von der Größe des Gebäudes abhängig. Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der Effekt mit der Zahl der Mietwohnungen innerhalb eines Hauses steigt. Mieter in großen Häusern gehen demnach in der Regel etwas verschwenderischer mit Heizenergie um als Eigentümer kleiner Häuser. Der hydraulische Abgleich bringt dann eine größere Einsparung. Bei kleinen Gebäuden sorgt er häufiger für mehr Komfort, aber insgesamt eher weniger Einsparung. Bedeutender als die Größe eines Gebäudes ist die Modernisierung von Gebäudehülle oder Wärmeerzeugern (Kessel, Wärmepumpe, Solarthermie). Danach oder parallel sollte in jedem Fall ein hydraulischer Abgleich vorgenommen werden. Bei Neubauten, egal welcher Größe, ist er inzwischen ohnehin vorgeschrieben. Mit dem WärmeCheck finden Sie heraus, was der hydraulische Abgleich in Ihrem Fall bringt.

nach oben

Nach dem hydraulischen Abgleich

11. Reicht ein hydraulischer Abgleich für die gesamte Lebensdauer eines Heizsystems?

Wer für eine bauliche Verbesserung wie Dämmung oder neuen Fenster sorgt, muss einen neuen hydraulischen Abgleich machen oder den alten aktualisieren lassen. Deswegen sollte der Abgleich erst nach baulichen Maßnahmen erfolgen. Werden dagegen nur einzelne Komponenten einer Heizanlage ausgetauscht, können die alten Werte verwendet oder mit wenig Aufwand neue ermittelt werden. Sprechen Sie dazu mit dem Fachmann, der den hydraulischen Abgleich durchgeführt hat. Im Einzelnen: Wird der Kessel erneuert, muss die Regelung (Heizkurve oder auch Heizkennlinie: Vorlauftemperatur abhängig von der Außentemperatur) auf die zuvor berechneten Werte eingestellt werden. Wird die Pumpe getauscht, ist die Förderhöhe auf den berechneten Wert einzustellen und es sind gegebenenfalls neue Funktionen zu programmieren. Bei kleinen Gebäuden reicht es oft, die Automatik-Einstellung der Pumpe zu verwenden. Beim Austausch hydraulischer Komponenten wie Dreiwegeventilen, Thermostatventilen und Rücklaufverschraubungen sind die neuen Widerstände zu berücksichtigen. Diese können in die alte Berechnung des Abgleichs eingetragen werden, um neue Werte zu ermitteln.

nach oben

12. Muss ich mich nach dem hydraulischen Abgleich anders verhalten?

Bei einem hydraulischen Abgleich wird die Heizanlage an den tatsächlichen Bedarf des Gebäudes angepasst. Konkret bedeutet das: Die mögliche Leistungsabgabe der Heizkörper wird eingeschränkt, um jeden Raum nur mit der tatsächlich erforderlichen Wärmemenge zu versorgen und Energieverschwendung zu verhindern. Hauseigentümer und Mieter können diesen Prozess unterstützen, wenn Sie folgende Hinweise nach einem hydraulischen Abgleich beachten:

Vermeiden Sie Stop and Go-Betrieb, also das ständige Rauf- und Runterdrehen der Thermostate. Entscheidend ist nicht, ob Ihr Heizkörper immer warm ist, sondern ob im Zimmer die gewünschte Temperatur herrscht. Um das zu erreichen, muss nun kontinuierlicher geheizt werden und es sind gegebenenfalls bisher unbenutzte Heizkörper aufzudrehen. Der Energieverbrauch ist trotz kontinuierlicher Beheizung geringer, da die Heizkörpertemperaturen geringer sind. Zusätzlich sollten Sie ein Auskühlen der Räume, etwa durch dauerhaft gekippte Fenster, vermeiden. Ein unbeabsichtigtes Ablüften kostbarer Wärme durch das Fenster macht sich nun schneller durch eine sinkende Raumtemperatur bemerkbar.

Weitere Tipps finden Sie in unserer Checkliste „Muss ich mein Heizverhalten nach einem hydraulischen Abgleich ändern“.

nach oben

13. Woher kommen Geräusche, die trotz hydraulischem Abgleich auftreten?

Der hydraulische Abgleich sorgt in der Regel dafür, dass von der Heizanlage verursachte Störgeräusche verschwinden. Treten weiterhin Störgeräusche auf, kann das zwei Ursachen haben: a) in Wärmeerzeuger integrierte Pumpen mit zu hohem, nicht einstellbarem Druck – Abhilfe schafft hier ein Differenzdruckregler; b) Wasserdampfschläge am Ventil, die bei extremen Strömungsgeschwindigkeiten auftreten – hier hilft ein Durchflussregler.

nach oben

Fachleute für den hydraulischen Abgleich

14. Wer kann einen hydraulischen Abgleich machen?

Oft fehlen für einen hydraulischen Abgleich der Heizanlage einzelne Komponenten wie voreinstellbare Thermostatventile. Deshalb muss in der Regel ein Heizungsmonteur ran. Alle Vorarbeiten, das heißt Begehung/Datenaufnahme und Berechnungen, können auch Energieberater oder Schornsteinfeger erledigen. Diese sprechen sich dann üblicherweise mit einem Heizungsmonteur ab, der fehlende Komponenten einbaut und die Einstellungen vornimmt. Bei einem größeren Mehrfamilienhaus sollte darauf geachtet werden, dass ein Ingenieur die Berechnungen übernimmt. Einen Fachmann vor Ort finden Sie mit dem Ratgeber „Rat und Tat“. Sie können sich auch in der nächstgelegenen Verbraucherzentrale beraten lassen, die Sie mit der Suche der Verbraucherzentrale finden können.

nach oben

15. Mit wie vielen Terminen muss ich für einen hydraulischen Abgleich rechnen?

Üblicherweise kommt ein Fachmann erst mal vorbei, um sich ein Bild zu machen und alle nötigen Daten aufzunehmen. Die Berechnung erfolgt dann meist im Büro. Beim zweiten Termin werden gegebenenfalls neue Komponenten eingebaut und alle nötigen Einstellungen vorgenommen. Es ist aber auch möglich, gleich vor Ort zu rechnen. Sind alle Komponenten vorhanden, kann dann auch gleich alles optimal eingestellt werden. Bei größeren Mehrfamilienhäusern (MFH) ist die Berechnung deutlich aufwändiger und kann meist nicht vor Ort vorgenommen werden.

nach oben

16. Warum sollen Handwerker in „Rat und Tat“ einen Nachweis ihrer Qualifikation erbringen?

Ziel des hydraulischen Abgleichs ist es, jeden Heizkörper genau mit der Menge an warmem Wasser zu versorgen, die er zur Erwärmung des jeweiligen Raumes benötigt. Damit eine Heizungsoptimierung das mögliche Einsparpotenzial voll ausschöpft, sollte der Handwerker die Heizlast pro Raum, die benötigte Vor- und Rücklauftemperatur des Wassers und die Förderhöhe der Heizungspumpe berechnen.

Mit einer speziellen Software kann der Handwerker diese Berechnungen vornehmen und einen Berechnungsnachweis (Musternachweis Optimus, ZV Plan und DanBasic V) erstellen, den er Ihnen als Kunden aushändigen sollte. Bei computergesteuerten Lösungen wie MyWarm nutzt der Handwerker nicht nur Software, sondern auch damit verbundene Hardware zum Messen und Einstellen. Vorteil dieser Methode ist, dass der Handwerker während des gesamten Abgleichs angeleitet und der Erfolg der Maßnahme durch Messungen kontrolliert wird.

co2online fordert von Handwerkern, die im Online-Branchenbuch „Rat und Tat“ die Qualifikation „Planer für den hydraulischen Abgleich“ angeben, einen Berechnungsnachweis mit einer Software. So lässt sich beispielhaft prüfen, ob der Handwerker alle nötigen Berechnungen vorgenommen hat.

nach oben

17. Ist der hydraulische Abgleich in Lehrplänen enthalten?

Das ist von Ausbildung zu Ausbildung unterschiedlich und lässt sich nicht verallgemeinern, weder für Handwerker noch für Hochschulabsolventen. In der Meisterausbildung für die Gewerke Sanitär-Heizung-Klima (SHK) ist der hydraulische Abgleich für Heizungen teilweise enthalten. Den meisten Ingenieuren für Technische Gebäudeausrüstung (TGA) dürfte er ebenfalls bekannt sein. Im Studium für Bauingenieure ist er eher kein Thema, bei Architekten praktisch gar nicht. Im Zweifelsfall sollten Sie gezielt danach fragen oder einen kundigen Fachmann vor Ort suchen, zum Beispiel über unseren Ratgeber „Rat und Tat“ oder über die Verbraucherzentrale.

nach oben

Förderung

18. Welche BAFA-Förderung gibt es für einen hydraulischen Abgleich?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den hydraulische Abgleich seit August 2016 im Rahmen des Programms „Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich“. Diese Förderung lohnt sich: 30 Prozent der Nettokosten der hydraulischen Optimierung werden vom Staat übernommen. Die Beantragung ist ganz einfach: Wichtig ist, dass man sich vor Beginn der Maßnahme über das Formular des BAFA registriert. Dann kann der Abgleich von einem Fachhandwerker durchgeführt werden. Die separat für diese Maßnahme ausgestellte Rechnung ist anschließend beim BAFA einzureichen – und zwar innerhalb von sechs Monaten nach der Registrierung. Weitere Informationen gibt es im Artikel "Förderung für den hydraulischen Abgleich".

nach oben

19. Gibt es für einen hydraulischen Abgleich Zuschüsse oder Kredite von der KfW?

Auch die KfW bezuschusst den hydraulischen Abgleich. Im Rahmen des Programms 430 (Energieeffizient Sanieren) erhalten Sie ab einer Gesamt-Investitionssumme von 3.000 Euro einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Investitionskosten. Dies ist vor allem für Wohnungseigentümergemeinschaften in Mehrfamilienhäusern interessant. Aber auch Eigentümer von Einfamilienhäusern, die zusammen mit dem hydraulischen Abgleich den Heizkessel tauschen oder im großen Stil dämmen, können von den Fördertöpfen profitieren. Die KfW Förderbank unterstützt auch die Prüfung eines hydraulischen Abgleichs. Diese muss mindestens 300 Euro kosten, damit ein Zuschuss möglich ist. Das ist meist nur bei größeren Heizanlagen wie in Mehrfamilienhäusern der Fall. Die genauen Bedingungen hat die KfW Förderbank auf ihrer Internetseite aufgelistet. Ein Formular für den von der KfW geforderten Handwerker-Nachweis gibt es beim VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik. Mit dem FördermittelCheck finden Sie passende Förderprogramme.

nach oben

20. Gibt es für den hydraulischen Abgleich eine regionale Förderung?

Ja, auch einzelne Kommunen und Städte fördern den hydraulischen Abgleich. Auf der Fördermittel-Seite zum hydraulischen Abgleich sind alle uns bekannten regionale Förderungen aufgelistet.

Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Energieversorger, Ihrer Stadt oder Kommune – und schreiben Sie uns, falls Sie eine weitere regionale Förderung für den hydraulischen Abgleich entdecken.

Technisches rund um den Abgleich

21. Welche Abgleich-Methoden gibt es und welche ist die beste?

Für den hydraulischen Abgleich gibt es eine ganze Reihe von Methoden. Dabei lassen sich zwei Arten unterscheiden: 1) Berechnungen und 2) Messungen.

Für 1) sind zwei Berechnungen nötig, für die es wiederum verschiedene Methoden gibt. Erstens eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, meist per Computerprogramm oder nach einem vereinfachtem Verfahren. Die Methode per Computerprogramm nach DIN EN 12831 ist am genausten. Zweitens ist eine Rohrnetzberechnung nötig. Bei kleinen Netzen, beispielsweise einem Einfamilienhaus (EFH), genügt eine grobe Abschätzung der Entfernung der Heizkörper zum Kessel. Wegen der kurzen Fließwege ist ein Abschätzen hier hinreichend genau. Bei größeren Netzen wie in Mehrfamilienhäusern (MFH) lohnt sich dagegen eine ausführliche Berechnung. Beides ist mit speziellen Computerprogrammen möglich.

Bei 2) werden dagegen computergesteuert die Temperaturen aller Heizflächen gemessen und verglichen. Anschließend werden die nötigen Einstellungen vorgenommen und der Erfolg der Maßnahme durch weitere Messungen kontrolliert. Die gängigsten Methoden werden im Artikel „Hydraulischer Abgleich: Methoden“ beschrieben.

nach oben

22. Sind Heizlast oder hydraulischer Abgleich auch mit Datenschieber zu berechnen (Verfahren A und Verfahren B)?

Für kleine Gebäude bis 500 Quadratmeter, die nur aus einem Heizkreis und einer Pumpe bestehen, ist das Verfahren A nach VdZ zulässig. Dabei kann ein Datenschieber zum Einsatz kommen, der nach der Baualterklasse den Wärmebedarf in Watt je Quadratmeter (W/m²) abschätzt. Alternativ kann der Wärmebedarf über die Heizkörpergröße ermittelt werden. Dabei werden zwar zweistellige Fehler in Kauf genommen, doch auch dieses Verfahren ist förderfähig.

Wird die Heizlast dagegen aufwendig per Computerprogramm wie DanBasic von Danfoss oder Optimus duo von ETU Hottgenroth oder Elrond von ConSoft ermittelt (Verfahren B), sind die Ergebnisse der Berechnung sehr viel genauer. Der hydraulische Abgleich ist dann aber auch wesentlich teurer. Dennoch empfehlen Fachleute vor allem für große Gebäude den Einsatz von Computerprogrammen oder computergesteuerter Methoden für den hydraulischen Abgleich.

Verfahren AVerfahren B
(Näherungsverfahren zulässig bei beheizten Nutzflächen bis 500m³ je Heizkreis ausgestattet mit einer Pumpe oder Differenzdruckreglern / Durchflussreglern, siehe auch Fachregel, Mindestleistung)(in der Regel: Softwareberechnung, für alle Anlagengrößen, siehe auch Fachregel, grundsätzlich empfohlen)
FördermaßnahmeZulässig bei:
  • Austausch Wärmeerzeuger (KfW/BAFA)
  • Heizungsoptimierung (KfW/BAFA) 
Erforderlich bei:
  • Nachträgliche Maßnahmen zur Wärmedämmung (KfW)
  • Heizungspaket (KfW) 
Nachzuweisende Leistungen1
  • Ermittlung der Heizflächendurchflüsse anhand einer abgeschätzten Heizlast (z. B. nach Baualtersklassen (W/m²) oder installierter Heizflächengröße)
  • Thermostatventile mit konventioneller Voreinstellung: Ermittlung der Voreinstellung mittels Heizflächendurchfluss und Annahme eines Differenzdruckes
  • Thermostatventile mit automatischer Durchflussbegrenzung: Voreinstellwert = ermittelter Heizflächendurchfluss
  • Überschlägige Ermittlung von: Systemtemperatur, Pumpenförderhöhe, Gesamtdurchfluss, ggf. Einstellwerte von Strangarmaturen und/oder Differenzdruckreglern.² 
  • Raumweise Heizlastberechnung in Anlehnung an DIN EN 12831 inkl. relevanter Beiblätter. Vereinfachungen sind möglich (z. B. U-Werte nach Typologien)
  • Heizflächenauslegung: Berechnen der Heizflächendurchflüsse in Anhängigkeit der geplanten Vor- und Rücklauftemperaturen und der Heizflächengrößen
  • Ermittlung (in der Regel durch Rohrnetzberechnung) von: Voreinstellwerten der Thermostatventile³, Pumpenförderhöhe, Gesamtdurchfluss, ggf. Einstellwerte von Strangarmaturen und/oder Differenzdruckreglern.², Optimierung der Vorlauftemperatur bei Heizflächen im Bestand
  • Wenn große Teile der Alt-Installation des Rohrnetzes im nicht sichtbaren Bereich liegen, ist eine Ermittlung der Voreinstellwerte durch Annahme von Rohrlänge und Nennweiten möglich. 

1 Angenommene Randbedingungen und Berechnungsergebnisse müssen dokumentiert und dem Antragsteller übergeben werden.

2 Notwendig bei Differenzdrücken am Thermostatventil größer 150 mbar, nicht notwendig bei Thermostatventilen mit automatischer Durchflussbegrenzung.

3 Bei Thermostatventilen mit automatischer Durchflussbgrenzung genügt die Einstellung der berechneten Heizflächendurchflüsse.

Quelle: VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e.V.

 nach oben

23. Was ist mit Kermi-Heizkörpern, die mit hydraulischem Abgleich „ab Werk“ werben?

Nach Angaben des Herstellers Kermi handelt es sich bei der werkseitigen Ventilvoreinstellung um ein „Näherungsverfahren zum hydraulischen Abgleich der Heizkörperventile“. Für kleine Gebäude (Verfahren A) ist das auch förderfähig. Allerdings wird ein solcher Abgleich nicht so genau sein wie ein hydraulischer Abgleich vor Ort. Denn dabei berücksichtigt der Fachmann auch die anderen Komponenten der Heizanlage (wie die Pumpe) sowie die Gebäudehülle (Dämmung, Fenster und so weiter). So können exakte Werte ermittelt werden. Außerdem werden dann nicht nur die Thermostatventile voreingestellt. Auch die optimale Heizkurve und die erforderliche Pumpenförderhöhe werden bestimmt und eingerichtet. Und: Auch beim Einsatz der Kermi-Heizkörper ist zumindest der erste Teil der Berechnungen, die raumweise Heizlastermittlung, vorzunehmen.

nach oben

24. Wie sinnvoll sind „myWarm“ oder „REALhydraulik“ für einen hydraulischen Abgleich?

Bei der Methode von „myWarm“ werden zwischen vorhandene Thermostatventile und Regelthermostatköpfe spezielle Adapter eingesetzt. Eingestellt werden diese Adapter computergesteuert über Stellmotoren. Um die Wirkung der Einstellungen zu kontrollieren, werden laufend die Temperaturen gemessen und verglichen. So lassen sich laut Hersteller auch die Temperaturverluste des Heizwassers im Verteilsystem ausgleichen. Durch die Messungen können demnach auch nicht richtig dimensionierte Heizflächen ermittelt und gegebenenfalls durch gezielte Über- oder Unterversorgung kompensiert werden; zudem entfallen dadurch die aufwändige Heizlast- und Rohrnetzberechnung. Die MyWarm-Methode ist förderfähig.

Das funkgesteuerte Verfahren „REALhydraulik“ ist laut Anbieter vor allem für große Bestandsanlagen, zum Beispiel Schulen, geeignet und ermöglicht den hydraulischen Abgleich ohne Unterbrechung des Heizbetriebs und ohne voreinstellbare Thermostatventile oder Rücklaufverschraubungen. Voraussetzung sind demnach lediglich Thermostatventile, spezielle Bauteile, welche zwischen Thermostatventilkopf und -unterteil eingebaut werden sowie eine Außentemperatur von unter zwanzig Grad. Der Abgleich mit Realhydraulik ist laut Anbieter auch bei Einrohrheizungen und Fußbodenheizungen möglich.

Für Überblick bei den verschiedenen Methoden für den hydraulischen sorgt der Artikel „Hydraulischer Abgleich: Methoden“.

nach oben

25. Hydraulischer Abgleich direkt am Heizkörper – ist das möglich?

Mit dem Afriso/Gampper-Ventilprogramm Vario Q kann der hydraulische Abgleich nach Herstellerangaben direkt am Heizkörper vorgenommen werden. Ein Softwareprogramm ermittelt zunächst die notwendige optimale Wassermenge sowie das richtige Ventil für jeden Heizkörper. Als Berechnungsgrundlage dienen die Vorlauftemperatur der Anlage, Heizkörperleistung und Wärmebedarf der zu beheizenden Räume. Dann werden die neuen Thermostatventile, die über eine fest kalibrierte Messblende verfügen, montiert. Im Anschluss werden die Daten aus dem Softwareprogramm an ein Handmessgerät übertragen. Damit kann die eingestellte Wassermenge direkt am Ventil überprüft werden. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt demnach darin, dass man den erforderlichen Volumenstrom direkt einstellen und nachmessen kann. Allerdings bleibt der eigentliche Berechnungsaufwand eines hydraulischen Abgleichs für die Heizlast bestehen. Auch diese Methode ist förderfähig.

Der Hersteller Schauerte kombiniert für seine Lösung mehrere Funktionen: Das Entlüftungsventil S-Vent wird anstelle des herkömmlichen Entlüftungsstopfens am Heizkörper montiert und ermöglicht eine automatische Entlüftung. Das Handmessgerät S-Test bestimmt den Wasserdruck an den Heizkörpern. Anhand der gemessenen Differenzen kann der Handwerker die richtigen Werte einstellen. Voraussetzung dafür ist neben dem voreinstellbaren Thermostatventil eine absperrbare Rücklaufverschraubung. Die zur Ermittlung der Voreinstellwerte erforderliche Heizlastberechnung kann durch die von Schauerte zur Verfügung gestellte S-Vent-App durchgeführt werden.

Alle gängigen Methoden für den hydraulischen werden im Artikel „Hydraulischer Abgleich: Methoden“ beschrieben.

nach oben

26. Was ist besser: voreinstellbare Thermostatventile oder Rücklaufverschraubungen?

Rücklaufverschraubungen sind Bauteile, die am Rücklauf an der unteren Seite fast aller Heizkörper zu finden sind. Eine definierte Zahl von Umdrehungen sorgt für eine bestimmte Durchflussmenge. Es geben jedoch nicht alle Hersteller definierte Werte an. Für den hydraulischen Abgleich der Heizung sind deswegen voreinstellbare Thermostatventile sinnvoller. Bei ihnen ist die gewählte Einstellung sichtbar und so besser nachvollziehbar. Ein weiterer Nachteil von Rücklaufverschraubungen: Ist ein Heizkörper auszubauen, wird die Rücklaufverschraubung in der Regel ganz zugedreht und der Abgleich somit zerstört.

Einen Überblick zu den verschiedenen Methoden für den hydraulischen Abgleich liefert der Artikel „Hydraulischer Abgleich: Methoden“.

nach oben

Gebäude- und Heizungssanierung

27. Sollte das Sanieren meines Hauses (Baujahr 1969) mit dem Abgleich beginnen?

In allen Gebäuden ab Baujahr 1978 (nach der ersten Wärmeschutz-Verordnung) und in baulich modernisierten ist der hydraulische Abgleich sinnvoll. Das trifft auf etwa ein Viertel aller Wohnflächen in Deutschland zu. Ist das Gebäude älter und nicht oder kaum modernisiert, sollte zunächst die Gebäudehülle saniert werden, also auch in diesem Fall mit Baujahr 1969. Sonst sorgt der hydraulische Abgleich zwar für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und so für mehr Komfort. Aber Energie wird dann wenig bis gar nicht gespart. Vorschläge für die Sanierung macht Ihnen der ModernisierungsCheck.

nach oben

28. Ist die Gebäudehülle vor oder nach einem hydraulischen Abgleich zu sanieren?

Sind beide Maßnahmen zeitnah geplant, sollte die Gebäudehülle vorher saniert werden. Kann die Gebäudehülle erst nach dem hydraulischen Abgleich saniert werden, sind Berechnung und Einstellungen ohne großen Aufwand zu aktualisieren. Auf jeden Fall sollte der Fachmann für den hydraulischen Abgleich vorab über geplante Maßnahmen informiert und eine Aktualisierung des hydraulischen Abgleichs verabredet werden.

nach oben

29. Was ist beim Erneuern der kompletten Heizungsanlage oder des Heizkessels zu beachten?

Auch beim Tausch des Heizkessels oder bei einer Erneuerung der kompletten Heizungsanlage ist der hydraulische Abgleich eine Pflichtaufgabe – wenn der Auftrag nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen VOB abgewickelt wird. Die VOB ist eigentlich für öffentliche und gewerbliche Auftraggeber gedacht, kann aber auch für Ein- und Zweifamilienhäuser angewendet werden. In Verträgen sollte daher möglichst Teil C der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/C) genannt und die VOB beigefügt werden. Für einen hydraulischen Abgleich sind die nötigen Komponenten wie voreinstellbare Thermostatventile einzubauen. Sind weitere Modernisierungen geplant, zum Beispiel an der Gebäudehülle, sollten diese möglichst vorher erledigt werden. So lässt sich die Heizungsanlage optimal auf den dann verminderten Wärmebedarf des Gebäudes anpassen.

nach oben

30. Die Heizung soll nach und nach erneuert werden. Womit fange ich an?

Sind Heizflächen zu erneuern, muss der hydraulische Abgleich danach erfolgen, da die neuen Heizflächen so an den Bedarf der Räume angepasst werden. Der Einbau neuer Thermostatventile sollte zusammen mit einem hydraulischen Abgleich in Auftrag gegeben werden, denn dann werden sie auch gleich optimal eingestellt. Ist ein Pumpentausch geplant, sollte dieser vor dem hydraulischen Abgleich oder gleichzeitig damit stattfinden, denn dann würde auch die Pumpe gleich optimal eingestellt. Der Wärmeerzeuger kann unabhängig vom hydraulischen Abgleich ausgetauscht werden. Da moderne Wärmeerzeuger wie Brennwertkessel und Wärmepumpen nach einem Abgleich effizienter arbeiten, wäre eine gleichzeitige Umsetzung sinnvoll und auch günstiger. Möglich ist auch der Austausch von Leitungsnetzen, der Verrohrung, der allerdings sehr aufwendig ist. Um die Kosten zu minimieren, sollte dabei der hydraulische Abgleich auch gleich mit erledigt werden.

nach oben

31. Ich plane einen Neubau. Was muss ich für einen hydraulischen Abgleich beachten?

Bei einem Neubau ist der hydraulische Abgleich Pflicht. Teil C der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/C) verpflichtet den Handwerker, die Heizanlage hydraulisch abzugleichen und sollte deswegen in einem Vertrag für den hydraulischen Abgleich explizit genannt werden. Achten Sie darauf, dass eine Hocheffizienzpumpe mit der Energieeffizienzklasse A zum Einsatz kommt, auch wenn sie fest im Wärmeerzeuger eingebaut ist. Sofern Sie sich für einen Brennwertkessel entscheiden, ist ein möglichst großer Modulationsbereich (für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zum Beispiel 5 bis 20 kW) empfehlenswert. Auch für Wärmepumpen gilt: Die Leistung sollte möglichst nicht zu groß sein und sich herunter regeln lassen. Wird eine Förderung in Anspruch genommen, sind zum Teil weitere Vorgaben zu beachten und die entsprechenden Unterlagen vom Handwerker auszufüllen.

nach oben

Heizungspumpe

32. Woran erkenne ich, ob meine Heizungspumpe viel Strom verbraucht?

Wie viel Strom ihre Heizungspumpe verbraucht, erkennt man am leichtesten am Baujahr: Wenn die Pumpe vor 2006 installiert wurde, ist davon auszugehen, dass erhebliche Sparpotenziale bestehen. Denn der Stromverbrauch der Pumpe hängt vom jeweiligen Modell ab. Die Spanne reicht von alten, ungeregelten Heizungspumpen, die unabhängig vom Bedarf immer die volle Leistung bringen, bis hin zu Hocheffizienzpumpen. Diese verfügen über einen optimierten Motor und passen sich dem tatsächlichen Bedarf an. Deshalb verbrauchen sie viel weniger Strom als alte Pumpen. Einen genauen Überblick über die verschiedenen Pumpentypen und Stromverbräuche finden Sie hier. Für den Pumpentausch gibt es eine lukrative Förderung.

nach oben

33. Wie viel kann ich durch einen Pumpentausch sparen?

Moderne Hocheffizienzpumpen verbrauchen etwa 80 Prozent weniger Strom als ungeregelte Heizungspumpen. Bei einer jährlichen Pumpenlaufzeit von 6.000 Stunden schlägt eine alte Heizungspumpe mit einem Stromverbrauch von 400 bis 600 Kilowattstunden jährlich und Stromkosten von 115 bis 172 Euro pro Jahr zu Buche. Eine Hocheffizienzpumpe hingegen verbraucht in einem Einfamilienhaus nur 50 bis 100 Kilowattstunden. Das sind Stromkosten von 14 bis 29 Euro jährlich. Der Einbau einer Hocheffizienzpumpe wird mit 30 Prozent der Nettokosten gefördert.

nach oben

34. Warum sollte die Heizungspumpe bei einem hydraulischen Abgleich immer mit beachtet werden?

Die Einstellung der Heizungspumpe gehört zum hydraulischen Abgleich dazu, denn im Rahmen des hydraulischen Abgleichs werden Parameter berechnet, die auch Einfluss auf die Größe beziehungsweise Einstellung der Heizungspumpe haben. Häufig sind Heizungspumpen überdimensioniert oder zu hoch eingestellt und verbrauchen dadurch unnötig Strom. Nach der Optimierung der Heizung durch einen hydraulischen Abgleich kann die Heizungspumpe meistens auf einer niedrigeren Stufe laufen. Das senkt den Verbrauch. Am deutlichsten werden die Stromkosten allerdings reduziert, wenn die Heizungspumpe im Zuge des hydraulischen Abgleichs gleich gegen eine kleinere, elektronisch geregelte Hocheffizienzpumpe ausgetauscht wird.

nach oben

35. Pumpentausch bei Einrohrheizungen: Wie fallen die Sparerfolge im Vergleich zum Zweirohrsystem aus?

Die Ersparnis einer Hocheffizienzpumpe liegt bei Einrohrheizungen und Zweirohrheizungen in ähnlicher Höhe (60 bis 70 gegenüber 80 Prozent). Zwar kann die Drehzahl der Pumpe in einem Gebäude mit einem Einrohrsystem nicht an den Bedarf angepasst werden, da immer etwa gleich hohe Volumenströme fließen. Allerdings bestehen die grundsätzlichen Vorteile einer Hocheffizienzpumpe gegenüber einer ungeregelten Pumpe auch bei Einrohrheizungen: die geringere Stromaufnahme durch den optimierten Motor und eine deutliche Reduzierung des Volumenstroms.

nach oben

Autor: Andreas Braun

weiter

  • WärmeCheck

    Der hydraulische Abgleich ist der Geheimtipp zum Heizenergie sparen. Jetzt in nur 5 Minuten individuell berechnen: Lohnt sich die Optimierung? Wie hoch ist das Einsparpotenzial? Mit Tipps und Kontaktdaten von Experten in Ihrer Nähe.

    Jetzt Ratgeber starten