Energiesparlampen: giftig, teuer, hässlich? Vorurteile und Antworten

Die ersten Energiespar- und LED-Lampen haben viele Verbraucher enttäuscht. Gegen den schlechten Ruf müssen auch aktuelle Produkte ankämpfen. Doch sind Energiesparlampen wirklich giftig, können kaputte Energiesparlampen einfach über den Hausmüll entsorgt werden und erzeugen sie nur flackerndes Licht? Wir haben die gängigsten Aussagen und Vorurteile geprüft.

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„Energiesparlampen sind giftig, da sie Quecksilber enthalten.”

Viele Energiesparlampen auf dem Boden(c) iStock/gmutlu

Die meisten Energiesparlampen enthalten Quecksilber, allerdings in sehr kleinen Mengen. Zwar muss man bei zerbrochenen Energiesparlampen vorsichtig sein. Dass Energiesparlampen giftig sind, stimmt jedoch nicht — das bestätigt auch ein Experte der Stiftung Warentest im Interview. Statt des flüssigen Schwermetalls verwenden einige Hersteller inzwischen festes Amalgam. Das ist zwar sicherer, lässt diese Energiesparlampen aber langsamer hell werden. Die Quecksilber-Bilanz der Glühbirne ist dennoch schlechter. Bei der Stromerzeugung aus Kohle gelangen erhebliche Quecksilber-Mengen in die Umwelt. Da die Glühbirne deutlich mehr Strom verbraucht, gelangt so mehr Quecksilber in die Umwelt als durch eine Energiesparlampe. LED-Lampen enthalten zwar kein Quecksilber, aber dafür Halbleiter-Technik aus aufwändig zu gewinnenden Ressourcen („seltene Erden”). Laut Ökotest werden zudem bei vielen Modellen PVC, PVCD oder chlorierte Flammschutzmittel verwendet. Dank des geringen Stromverbrauchs ist die Umweltbilanz der LED-Lampe dennoch die beste.

„LED- und Energiesparlampen sind viel zu teuer.”

Ja, aber nur wenn die Stromkosten außen vor bleiben. Da sieht nämlich die Glühlampe ziemlich alt aus. Ihr Stromverbrauch ist etwa drei bis sechs Mal höher. Und Energiesparlampen und LED-Lampen halten zehn bis zwanzig Mal länger. Deswegen ist langfristig betrachtet die Glühlampe die mit Abstand teuerste Lösung. Einen Blick in die Zukunft wagt Detlef Mikulsky, Geschäftsführer eines LED-Herstellers: LEDs dürften in den nächsten Jahren voraussichtlich immer günstiger werden, so dass die Anschaffungskosten deutlich sinken könnten.

„Energiesparlampen kaputt? Einfach in den Hausmüll!”

Nein, defekte Energiesparlampen gehören weder in den normalen Müll noch in Glascontainer. Sie sind in jedem Fall fachgerecht zu entsorgen, damit kein Quecksilber oder Amalgan in die Umwelt gelangt. Außerdem können so einige Teile der Lampen recycelt werden. Das gilt auch für kaputte LED-Lampen. Deswegen am besten im Wertstoff- oder Recyclinghof oder in einer der Sammelstellen abgeben, die vor allem in Drogerie-, Bau- oder Elektronikmärkten zu finden sind (siehe Online-Verzeichnis).

Zerbricht eine Energiesparlampe, kann Quecksilber entweichen. Das Umweltbundesamt empfiehlt so vorzugehen:

  •     Leuchte vom Stromnetz nehmen, um Stromschläge zu vermeiden
  •     Fenster öffnen, für Durchzug sorgen, Heizung/Klimaanlage/Lüftung aus
  •     Raum für etwa 15 Minuten verlassen (auch Haustiere)
  •     bei geöffnetem Fenster alle größeren Teile aufsammeln
  •     kleinere Bruchstücke mit einem Karton zusammen kehren
  •     auf glattem Boden für Kleinteile ein feuchtes Einwegtuch nutzen
  •     bei Teppich erst Klebeband verwenden, dann den Staubsauger, danach Beutel wechseln,
        alle Materialien in einem luftdicht verschließbaren Gefäß zur nächsten Sammelstelle

„Energiesparlampen flackern, sorgen für kaltes Licht und sind hässlich.”

Vor Jahren war das oft der Fall, wie alte Testberichte zeigen. Inzwischen ist die Auswahl an Energiesparlampen mit ganz unterschiedlicher Lichtqualität deutlich gewachsen. Unterschiede zur Glühbirne sind meist kaum noch zu erkennen. Ähnlich sieht es bei LEDs aus. Allerdings sind die Qualitätsunterschiede bei beiden Sparlampen noch sehr groß. Ökotest hat ermittelt, dass manche Modelle mehr flackern als andere. Laut Stiftung Warentest ist das für das menschliche Auge aber nicht mehr erkennbar. Bei Form, Fassungen und Farben ist die Auswahl an Energiesparlampen ähnlich groß wie bei Glühlampen. Bei LED-Lampen ist die Auswahl noch etwas kleiner, aber für alle gängigen Zwecke gibt es eine passende Sparlampe.

„Energiesparlampen brauchen viel zu lange bis sie hell sind.”

(c) iStock.com/ludinko

Ja, Glühbirnen und Halogenlampen sind deutlich schneller auf Betriebstemperatur und damit schneller hell als Energiesparlampen. Deshalb eignen sich letztere meist nicht für Orte, wo es besonders kalt ist oder wo häufig und nur für kurze Zeit an- und ausgeschaltet wird.

Auch dort, wo sofort gute Sichtbarkeit wichtig ist, wie in Treppenhäusern oder Fluren, sind spezielle Energiesparlampen oder LED-Lampen die bessere Wahl. Das nötige Vorheizen der Energiesparlampen kann aber auch ein Zeichen für Qualität sein, denn es sorgt für schonendes Zünden und verlängert die Lebensdauer.

„Energiesparlampen gehen bei häufigem Ein- und Ausschalten schnell kaputt.”

Das gilt laut Stiftung Warentest nicht für alle Energiesparlampen. Bei der „Schaltfestigkeit” schneiden demnach hochwertige Modelle besser ab als No-Name-Produkte. Robuste Modelle werden als „schaltfest” oder „mit Vorheizung” bezeichnet. Glühlampen halten zwar in der Regel die meisten Schaltzyklen aus. Der Glühfaden gibt aber schon nach durchschnittlich 1.000 Stunden den Geist auf. Energiesparlampen erreichen rund 10.000 Stunden; LED-Lampen sogar 20.000 Stunden und häufiges An- und Ausschalten ist für sie kein Problem.

„Energiesparlampen rechnen sich nur, wenn sie lange an sind.”

Beim Zünden von Energiesparlampen treten zwar kurze Spannungsspitzen auf, aber das hat nur wenig Einfluss auf den Stromverbrauch. Was sich negativ auf die Lebensdauer einer Energiesparlampe auswirken kann, ist das erneute Anschalten kurz nach dem Abschalten (im noch warmen Zustand). Deshalb ist es bei Energiesparlampen ratsam, auf kurzes Abschalten für drei bis fünf Minuten zu verzichten. Wo Lampen lange brennen müssen, sind die besonders sparsamen LED-Lampen die erste Wahl.

„Wird auch die Herstellung einberechnet, verbrauchen Energiesparlampen mehr Energie als Glühbirnen.”

Laut Umweltbundesamt fällt sowohl die CO2-Bilanz als auch die Umweltbilanz von Energiesparlampen über den gesamten Lebenszyklus besser aus. Zwar wird bei Herstellung und Entsorgung tatsächlich mehr Energie verbraucht, aber der geringere Verbrauch bei der Nutzung und die höhere Lebensdauer gleichen das mehr als aus. Noch besser sieht die Gesamtenergiebilanz bei LEDs aus.

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