Die Effizienz der verschiedenen Klimageräte-Typen

In heißen Sommermonaten ist die Nachfrage nach Klimageräten zeitweise so groß, dass diese vielerorts ausverkauft sind. Aber was für verschiedene Klimageräte gibt es überhaupt? Wir stellen Ihnen die vier grundlegenden Typen vor und sagen, wie es um die Effizienz dieser Klimageräte bestellt ist.

Infografik: So funktioniert ein Klimagerät

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Energieeffizienzklassen und Gerätetypen bei Klimageräten

Klimageräte müssen wie Lampen und Haushaltsgroßgeräte mit dem Energie-Label (auch Energieverbrauchsetikett oder EU-Effizienzlabel) gekennzeichnet sein. Die ursprünglichen Energieeffizienzklassen reichen von A (sehr gut) bis G (sehr schlecht). Die Klasse sagt aber nichts über den Stromverbrauch aus, sondern nur über die Effizienz des Klimagerätes. Der Stromverbrauch ist gesondert auf dem Label aufgedruckt. Aber aufgepasst: Klasse A bei Klimageräten ist kein eindeutiges Merkmal für ein hohe Energieeffizienz. Der Grund: Die Kennzeichnung mit Energieeffizienzlabeln wird nicht an die technische Entwicklung angepasst und außerdem gibt es unterschiedlichen Effizienzanforderungen an die verschiedenen Klimageräte-Typen.

Die nebenstehende Grafik von Stiftung Warentest stellt beispielhaft die Funktionsweise eines zweiteiligen Splitgerätes und eines einteiligen Monoblockgerätes dar. Generell gibt es diese vier Typen von Klimageräten:

Monoblock-Geräte sind sehr ineffiziente Klimageräte - sie pusten die Abwärme durchs geöffnete Fenster.

Mobile Kompakt-/ Monoblock-Klimageräte

Dieser Klimageräte-Typ ist zwar in der Anschaffung meist günstig. Es gibt ihn bereits für unter 200 Euro. Allerdings benötigen selbst Geräte mit der Energieeffizienzklasse A viel Strom und sind Großverbraucher im Haushalt. Viele Kompaktgeräte brauchen im Betrieb 1.000 Watt und mehr. Zudem arbeiten sie sehr ineffizient. Denn sie pusten die vom Gerät verursachte Abwärme durch einen Schlauch nach draußen – durch ein geöffnetes Fenster. Der dadurch vom Gerät erzeugte Unterdruck saugt warme Außenluft nach innen. Große Räume schaffen sie kaum in annehmbarer Zeit zu kühlen. Das Verhältnis von Kühlleistung zu Stromverbrauch ist meist viel schlechter als bei Splitgeräten. Die Betriebsgeräusche stören zudem bei vielen einteiligen Geräten. Mitunter können sie mit 57 Dezibel Gesprächslautstärke erreichen. Auch den kühlen Luftstrom empfinden manche als unbehaglich.

Klimageräte: Einbau-Kompaktgerät an einer Außenwand(c) iStock

Klimageräte: Die Installation von Einbau-Kompaktgeräten kann unerwünschte Wärmebrücken erzeugen.

Einbau-Kompakt-Klimageräte

Einbau-Kompakt-Klimageräte funktionieren wie mobile Kompakt-Klimageräte. Der Unterschied besteht darin, dass sie nicht mobil sind, sondern fest ins Gebäude verbaut werden – in eine Fenster- oder in eine Maueröffnung beispielsweise. Dadurch entsteht im Winter eine Wärmebrücke, durch die Heizwärme nach draußen entweichen kann. Dies kann zu höheren Heizkosten führen, außerdem sind diese Klimageräte oft laut.

Mobiles Splitgerät als Klimaanlage

Mobile Splitgeräte sind effizienter als Klimageräte in Monoblock-Bauweise.

Mobile Split-Klimageräte

Diese Klimageräte sind etwas effizienter als Kompakt-Klimageräte, weil sich der Wärme abführende Kondensator mit Ventilator im Außengerät befindet. Der Kompressor befindet sich jedoch wie bei Kompaktgeräten weiterhin im Gebäude. Dadurch bleiben leider auch Geräusch und Abwärme zum Teil drinnen. Ein weiterer Nachteil: Innenteil und Außenteil sind weiterhin mit einem Schlauch verbunden. Dieser wird nicht fest verbaut, sondern wird wie bei Kompaktgeräten durch ein geöffnetes Fenster geführt. Dadurch strömt weiterhin warme Außenluft in den gekühlten Raum – und das ist nicht besonders energieeffizient.

Klimageräte: Einbau-Splitgerät an einer Außenwand(c) iStock

Einbau-Splitgeräte sind die effizientesten Klimageräte, so Stiftung Warentest.

Einbau-Split-Klimageräte

Die effizientesten Klimageräte sind Einbau-Splitgeräte. Dennoch können sie einen hohen Stromverbrauch im Betrieb und Standby haben. Sie kühlen Räume allerdings deutlich schneller als Kompakt-Klimageräte und müssen nicht so lange laufen. Für die Leitungen ist eine Wanddurchbohrung nötig. Geräte mit besonders klimagefährlichen fluorierten Kältemitteln darf man wegen des Leck-Risikos nur noch von einem Fachbetrieb einbauen lassen. Dadurch entstehen weitere Kosten. Für die Installation der Außengeräte ist zudem das schriftliche Einverständnis der Hauseigentümer oder Eigentümergemeinschaft ratsam. Split-Klimageräte können ebenfalls laut sein. Da der Kompressor mit Ventilator außen hängt, können die Geräusche die Nachbarschaft stören. Zur Kühlung mehrerer Räume eignen sich Multi-Split-Klimageräte. Ein Außengerät ist dabei an mehrere Innengeräte angeschlossen.

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