Nachtspeicherheizung ersetzen und umrüsten

Heizen mit Strom ist deutlich teurer als mit Erdgas oder Heizöl. Hauseigentümer sollten deshalb ihre Nachtspeicherheizung umrüsten oder ersetzen. Wie das geht und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.

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Das Heizen mit einer Nachtspeicherheizung ist aufgrund der wesentlich höheren Brennstoffkosten gegenüber Erdgas und Heizöl deutlich teurer. Während beim normalen Haushaltsstrom viele Anbieter um die günstigsten Preise konkurrieren, gibt es beim Nachtstrom keinen Wettbewerb. Mit einer Nachtspeicherheizung sind Sie von der Preisgestaltung Ihres lokalen Grundversorgers abhängig. Denn nur dieser bietet den gegenüber Haushaltsstrom (27 ct/kWh) etwas günstigeren Nachtstrom an (im Schnitt 21 ct/kWh). Die Heizkosten im typischen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter liegen mit Nachtstrom z. B. bei 3.940 Euro im Jahr, mit Erdgas aber nur bei 1.900 Euro (Heizöl 2.120 Euro).

Eine Studie von IZES und dem Bremer Energie Institut (PDF, 1,5 MB) hat die Kosten für das Umrüsten von Nachtspeicherheizungen auf günstigere, klimafreundlichere Heizsysteme untersucht. Für die Heizungsumstellung sind vergleichsweise hohe Investitionen für die nachträgliche Ausstattung der Gebäude (Wasserleitungen, Heizkörper, Warmwasserspeicher) nötig. Die Nachtspeicherheizung umzurüsten ist allerdings dann wirtschaftlich, wenn sie ihre technische Lebensdauer überschritten haben und ohnehin erneuert werden müssten. Für ein neues Heizsystem fallen höhere Investitionskosten an als bei neuen, moderneren Nachtspeicherheizungen. Dennoch ist es aufgrund der wesentlich niedrigeren Brennstoffkosten für Öl, Gas oder Holzpellets wirtschaftlich, Nachtspeicherheizung umzurüsten.

Nachtspeicherheizung ersetzen: Das rät der Energieexperte

Peter Kafke von der Energieberatung der Verbraucherzentralen sagt, was bedacht werden muss, wenn man die Nachtspeicherheizung ersetzen will: „Die Betreiber von Nachtspeicherheizungen haben die Qual der Wahl, was den Ersatz der alten Heizung angeht. Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Nachtspeicheröfen, elektrischen Nachtstrom-Fußbodenheizungen und so genannten „Wärmespeichern“, bei denen es sich um elektrisch beheizte Wasserspeicher handelt, die die Wärme über wasserdurchströmte Heizkörper oder Fußbodenheizungen verteilen.

Wenn es darum geht, elektrische Fußbodenheizungen oder Nachtspeicherheizungen zu ersetzen, ist der bauliche Aufwand recht hoch: Hier muss in der Regel in der Wohnung ein Wasser-Verteilsystem mit Heizkörpern oder Fußbodenheizungen installiert werden. Bei den Wärmespeichern muss lediglich der Wärmeerzeuger getauscht werden und das Verteilsystem kann beibehalten werden. Nach Berechnung der Gebäudeheizlast kann der Heizkessel dimensioniert werden – in Frage kommen Gas- und Öl-Brennwertgeräte, Pelletheizungen oder auch Wärmepumpen. Ausschlaggebend sind bei der Entscheidung individuelle Aspekte, unter anderem Investitionsbereitschaft, Lagerplatz für Brennstoff, vorhandene Anschlüsse oder ökologische Bewertungen. Wenn in den Wohnungen bereits Gasleitungen liegen, bietet es sich an, die Nachtspeicherheizung auf eine Gasetagenheizung umzurüsten.

Die Wirtschaftlichkeit des Ersatzes muss individuell beurteilt werden. Sie hängt stark von der Dämmung des Gebäudes und dem Heizverhalten der Bewohner ab. Welches Heizsystem in Frage kommt, hängt von zahlreichen Parametern (Dämmung, Heizsystemtemperaturen, Platzverhältnisse im Aufstellraum usw.) ab und sollte am besten nach einer genauen Gebäudeanalyse bestimmt werden. Erst danach kann mit der Wahl des Heizsystems eine zuverlässige Kostenprognose erstellt werden. Der Weg zur optimalen Lösung geht in der Regel über eine unabhängige Energieberatung bei den Verbraucherzentralen oder anderen Energieberatern.“

Nachtspeicherheizung umrüsten – mit den EnergiesparChecks

Nachtspeicherheizung ersetzen: Eine Alternative kann das Heizen mit Holzpellets sein.

Tipp 1: Der FördermittelCheck findet alle passenden Fördermittel für das Umrüsten der Nachtspeicherheizung. Und davon gibt es viele:

Sowohl die KfW-Förderbank als auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten für Heizungserneuerungen sehr günstige Kredite und Zuschüsse an. Daneben gibt es regionale Förderprogramme und Umstellungsförderungen zahlreicher regionaler Stadtwerke.
Holzpelletheizungen bis 100 Kilowatt werden vom BAFA-Marktanreizprogramm mit mindestens 2.400 Euro gefördert. Für Solarkollektor- und Biomasseanlagen sowie für Wärmepumpen gibt es ebenfalls attraktive finanzielle Zuschüsse.

Tipp 2: Beim Ersetzen der Nachtspeicherheizung berät Sie am besten ein fachkundiger Energieberater. Dieser kann auch weitere sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen empfehlen. Energieberater aus Ihrer Umgebung finden Sie in der Datenbank Rat und Tat.

Nachtspeicherheizung – Ihre Alternativen

Sie haben eine Nachtspeicherheizung: Welche Alternativen gibt es? Drei Beispiele von Einfamilienhäusern aus dem BestPractice Archiv dokumentieren, wie die Nachtspeicherheizung erfolgreich ausgetauscht wurde. Bei zwei Gebäuden wurde zudem auch die dezentrale Warmwasserbereitung umgestellt. Alle Umbauten erfolgten in Kombination mit weiteren Modernisierungsmaßnahmen.

Beispiel 1 – Beispiel 2 – Beispiel 3

Auch als Mieter haben Sie die Möglichkeit, etwas gegen zu hohe Heizkosten durch eine Nachtspeicherheizung zu tun. Was Sie als Mieter tun können, zeigen wir Ihnen im Artikel Nachtspeicherheizung: Heizkosten zu hoch?.

Wie steht’s mit Wärmepumpen?

Doch wie sind so genannte Wärmepumpen zu beurteilen, schließlich werden auch sie mit Strom betrieben? Ein Pro und Contra zu Wärmepumpen sowie viele weitere Informationen und Tipps erhalten Sie im Dossier Wärmepumpen.

Autor: Mortimer Treichel

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