Nachtspeicherheizung: Kosten und Verbrauch

Eine Nachtspeicherheizung erzeugt Wärme mit Strom. Das ist die teuerste und klimaschädlichste Art des Heizens. Wie hoch Kosten und Verbrauch von Nachtspeicherheizungen wirklich sind und wie Sie diese senken können, erfahren Sie hier.

Das Heizen mit Strom führt bereits im Vergleich zu fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu viel höheren Heizkosten und CO2-Emissionen. Eine Nachtspeicherheizung oder Stromheizung verursacht mehr als doppelt so viel CO2-Emissionen wie eine Gas- oder Ölheizung und sogar 15-mal soviel CO2 wie eine moderne Holzpelletheizung.

Höhere Heizkosten mit Nachtspeicherheizung

Beim Heizen mit Strom muss generell unterschieden werden zwischen verschiedenen Arten der Direktheizung wie Infrarotheizung, Heizstrahler, Heizlüfter (Konvektor) mit einer direkten Wärmeabgabe einerseits sowie Nachtspeicherheizungen (Einzelspeicheröfen, Fußbodenspeicherheizung) andererseits, die Strom nachts laden, in Wärme umwandeln und für die nächsten Stunden zwischenspeichern. Dieser Nachtstrom wird nach dem so genannten Niedertarif (NT) abgerechnet.

Kosten von Nachtspeicherheizungen berechnen

Das Heizen mit Nachtstrom ist aufgrund der wesentlich höheren Brennstoffkosten gegenüber Erdgas und Heizöl deutlich teurer. Dies galt sogar im Jahr 2008, als der Heizölpreis Rekordwerte erreichte. Doch wie lassen sich nun im Einzelfall die Kosten von Nachtspeicherheizungen berechnen?

Die Heizkosten im typischen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern liegen mit Nachtstrom bei 3.940 Euro im Jahr, mit Erdgas hingegen nur bei 1.900 Euro (Heizöl 2.120 Euro). Mieter zahlen jährlich in einer 70-m²-Wohnung mit Nachtspeicherheizung 1.760 Euro, während die Heizkosten bei einer Gasetagenheizung nur bei 810 Euro (Heizöl 980 Euro) liegen. Der Grundtarif für eine Nachtspeicherheizung, die Heiznebenkosten bei Öl und Gas sowie ein Wirkungsgrad des Heizkessels von 85 Prozent sind bei den angegebenen Kosten bereits berücksichtigt.

Mit dem HeizCheck können Sie herausfinden, ob auch Ihre Heizkosten zu hoch sind.

Ihre Mehrkosten mit einer Nachtspeicherheizung:

Wohnfläche in m2

40

60

80

100

120

150 (EFH)

Nachtspeicherheizung (21 ct/kWh) in €/a

1.010

1.510

2.020

2.520

3.020

3.940

Erdgas (8 ct/kWh) in €/a

470

700

930

1.160

1.400

1.900

Heizöl (8,80 ct/kWh) in €/a

580

840

1.120

1.410

1.690

2.120

Erhöhter Verbrauch von Nachtspeicherheizungen

Verbraucherschützer und Umweltverbände weisen auf die Nachteile der Nachtspeicherheizungen schon lange hin und plädieren für ihren schnellstmöglichen Austausch. Auch der Dachverband der Energieversorger selbst, der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), hält Nachtspeicherheizungen für „ineffizient gegenüber anderen Heizungsformen“ und sieht für diese „keine Perspektive“. Einige Energieversorger, die Mitglied im BDEW sind, werben hingegen immer noch für das Heizen mit Strom bzw. für Nachtspeicherheizungen, wie die folgenden Beispiele zeigen. Die Verbraucherzentralen und der Bund der Energieverbraucher halten solche Werbeaussagen für „irreführend“.

E.ON Bayern: „Elektroheizungen sind eine komfortable und preiswerte Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen.“

WEMAG AG (Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg):
„Nachtstromspeicherheizung. (…) komfortable und wirtschaftliche Alternative zur Zentralheizung. (...) Vorteil: niedrige Heizkosten“

E.ON Thüringen: „Die Wahl von Strom für die Beheizung des Gebäudes und die Warmwasserbereitung bringt zahlreiche Vorteile mit sich.“

Vattenfall (Hamburg und Berlin): „Elektro-Speicherheizung: Komfortabel heizen und dabei Energie sparen“

VSW Verbundwerke Südwestsachsen:
„Günstige Wärme mit Elektrospeicherheizungen. (...) Elektrospeicherheizungen sind eine echte Alternative zum Heizen mit Gas oder Öl.“

Um Heizkosten zu sparen, sollten Sie Ihre Nachtspeicherheizung umrüsten oder ersetzen. Wie das geht, erfahren Sie im Artikel Nachtspeicherheizung ersetzen und umrüsten. Auf der Suche nach einem passenden Förderprogramm für den Austausch Ihrer Heizanlage hilft Ihnen der FördermittelCheck. Aber auch als Mieter können Sie etwas gegen erhöhte Heizkosten tun, wenn Sie eine Nachtspeicherheizung in der Wohnung haben. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel Nachtspeicherheizung: Heizkosten zu hoch?.

Hohe Kosten auch bei Warmwasser mit Strom

Auch die dezentrale Warmwasserbereitung mit Strom verschwendet unnötig viel Energie. Wie Sie Ihre Kosten beim Warmwasser senken können und alle nötigen Hintergrundinformationen erfahren Sie im Dossier Warmwasser.

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  • HeizCheck

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