Kühl im Sommer, warm im Winter

Im Winter peitscht der kalte Sturm gegen die Hauswand, die langsam abkühlt während die Bewohner kalte Füße bekommen. Im Sommer knallt die Sonne aufs Dach, das die Außenhitze noch bündelt und dann in die Innenräume weitergibt – beides Szenarien, die in vielen deutschen Wohnhäusern Realität sind – und die leicht verhindert werden können. Gerade in einem Land wie Deutschland, das über das Jahr starke Temperaturschwankungen hat, sollte das Thema Dämmung eigentlich zu den Hausaufgaben der Häuslebauer gehören – das ist aber noch längst nicht immer der Fall.

Dämmung – eine Frage des richtigen Materials

Bis zu zwei Drittel der Heizenergie kann ein rundum gedämmtes Haus im Winter einsparen – bis zu 80 Grad heiß wird ein ungedämmter Dachstuhl im Sommer. Wie wichtig eine gut funktionierende Dämmung ist, liegt auf der Hand. Aber Dämmung ist nicht gleich Dämmung: Die vielen verschiedenen Dämmmaterialien weisen sehr unterschiedliche Eigenschaften auf. Während für eine gute Wärmedämmung im Winter eine möglichst geringe Wärmeleitzahl des Materials auf gute Dämmeigenschaften hinweist, ist für das Abhalten der Hitze im Sommer eine möglichst hohe Rohdichte des Materials gefragt.

Glücklicherweise gibt es Stoffe, die sich als Universaltalente herausgestellt haben und sommers wie winters ihrer Bestimmung einwandfrei nachkommen. Laut einer umfassenden Studie der Energieagentur Nordrhein-Westfalen bieten vor allem die auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Dämmmaterialien Holzfaser (ob als Platte oder lose) und Kork positive Eigenschaften für die kalte und die warme Jahreszeit. Auch Exandiertes Perlit oder Schaumglas sind für beide Jahreszeiten gut geeignet.

Wo anfangen mit dem Dämmen?

Selten werden Häuser komplett am Stück gedämmt – es lohnt sich, Schritt für Schritt einzelne Hausteile zu dämmen. Anfangen sollten Hausbesitzer mit dem Dach beziehungsweise der oberste Geschossdecke, weil hier im Winter die höchsten Wärmeverluste entstehen und im Sommer die Sonne für extreme Temperaturen sorgt. Pro Quadratmeter kann von Kosten von etwa 25 Euro ausgegangen werden – je nach Material, versteht sich. Vorteil: Den Dachboden können Handwerker meist selbst dämmen. Und: Wärmeverluste nach oben lassen sich nach einer Beispielrechnung der Deutschen Energie-Agentur (dena) um rund 75 Prozent reduzieren. Lesen Sie mehr zur Dach-Dämmung.

In einem weiteren Schritt kann dann die Kellerdecke (vor allem für den Winter wichtig) gedämmt werden. Auch hier fallen Kosten von 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter an. Der Wärmeenergieverlust nach unten lässt sich nach dena-Berechnungen anhand eines Musterhauses so um mehr als die Hälfte reduzieren.

Am aufwändigsten ist das Dämmen der Außenwände – hier sind zum einen Auflagen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erfüllen, zudem ist das Dämmen hier am teuersten: Ein Wärmedämmverbundsystem kostet ab 60 Euro pro Quadratmeter, eine Vorhangfassade ab 80 Euro pro Quadratmeter. Zudem kommt hier der fleißige Heimwerker an die Grenzen des Machbaren: Ein Fachmann ist gefragt.

Allgemein gilt: Dämmen lohnt sich – nicht nur für ein angenehmes Klima im Haus, sondern auch um das Weltklima zu schützen. Denn wer gut dämmt, muss im Winter weniger heizen und kann im Sommer getrost auf zumeist eh wenig effektive Klimageräte verzichten. Das spart zu allen Jahreszeiten nicht nur wertvolle Rohstoffe und Strom, sondern auch eine Menge Geld. Zudem gibt es auch zahlreiche Fördermöglichkeiten für Dämmungen - hier hilft der co2online-Förderratgeber kompetent weiter.

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