
Klimageräte im Test
Deutschland ächzt unter einer Hitzewelle. Die Nachfrage nach Klimageräten ist zeitweise so groß, dass diese vielerorts ausverkauft sind. Aber was für verschiedene Klimageräte gibt es überhaupt? Wir stellen Ihnen die vier grundlegenden Typen vor und sagen, was jeweils zu beachten ist. Stiftung Warentest hat Klimageräte unter die Lupe genommen. Den oft relativ niedrigen Anschaffungskosten stehen hohe Stromkosten und eine häufig nicht ausreichende Kühlleistung gegenüber. Stiftung Warentest testete außerdem auch eine klimafreundlichere Alternative: Sonnenschutzfolien.

Maik Heunsch, Stiftung Warentest: „Aus Umweltsicht sind Klimageräte wegen ihres Stromverbrauchs keine empfehlenswerten Produkte. Intelligenter Hitzeschutz mit Schattenspendern ist besser. Sind die Bausünden jedoch zementiert, sodass keine andere Chance auf Kühle besteht, sollte die Wahl auf ein 'gutes' Splitgerät fallen. Wo der Wanddurchbruch zum äußeren Kühlteil schwierig ist, sind Monoblockgeräte sinnvoller. Die Stiftung Warentest hat in test 6/2008 zwölf Klimageräte untersucht. Resultat: Für drei Modelle gab es nur ein 'mangelhaft'.“
Alle Einschätzungen unserer Experten zum Thema Hitze finden Sie hier.
Lesen Sie nach, welche Geräte 2008 getestet wurden und wie die Ergebnisse im Detail sind.
Bereits im Juni 2005 hatte Stiftung Warentest sechs Monoblockgeräte und zwei Splitgeräte verglichen - mit enttäuschenden Ergebnissen. Hier geht es zum Test mit allen Ergebnissen.
Eine klimafreundlichere Alternative zu Klimageräten sind zum Beispiel Sonnenschutzfolien. Auch diese hat Stiftung Warentest erst kürzlich getestet. Das Ergebnis ist positiv, denn 9 von 12 geprüften Produkten verfügen über „sehr guten“ Hitzeschutz.
Klima-Orakel: Energieeffiziente Klimageräte?
Auch eine Frage an das Klima-Orakel dreht sich um Klimageräte. „Sind Klimageräte der Energieeffizienzklasse A klimafreundlich?“ wollte Martin Volz aus Emden wissen. Die Expertenantworten kommen vom Umweltbundesamt und vom BUND.
Klima-Barometer: Energiesparen im Sommer
Das Klima-Barometer hat gefragt, ob Klimageräte zur Kühlung genutzt werden. Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig: Bisher möchte die überwiegende Mehrheit der Befragten auf Klimageräte in den eigenen vier Wänden verzichten. Viele nutzen zur Kühlung eines Raumes die bewährten Mittel Lüftung und Sonnenschutz. Einige wollen ihr Wohngebäude so modernisieren, dass es die Hitze fernhält. Lediglich jeder Fünfte nutzt entweder schon ein Klimagerät oder wäre bereit, bei weiter steigenden Temperaturen eins einzusetzen. Wie die Befragten geantwortet haben und was sie ansonsten im Sommer für den Klimaschutz tun, lesen Sie hier.
Energieeffizienzklassen und Gerätetypen
Klimageräte müssen wie Lampen und Haushaltsgroßgeräte mit dem Energie-Label (auch Energieverbrauchsetikett oder EU-Effizienzlabel) gekennzeichnet sein. Die ursprünglichen Energieeffizienzklassen reichen von A (sehr gut) bis G (sehr schlecht). Die Klasse sagt aber nichts über den Stromverbrauch aus, sondern nur über die Effizienz des Produktes. Der Stromverbrauch ist gesondert auf dem Label aufgedruckt. Da die Kennzeichnung nicht an die technische Entwicklung angepasst ist und wegen der unterschiedlichen Effizienzanforderungen an die verschiedenen Klimagerätetypen ist die Klasse A bei Klimageräten kein eindeutiges Merkmal für ein hohe Energieeffizienz. Die nebenstehende Grafik von Stiftung Warentest stellt beispielhaft die Funktionsweise eines zweiteiligen Splitgerätes und eines einteiligen Monoblockgerätes dar. Generell gibt es diese vier Typen von Klimageräten:
Mobile Splitgeräte sind etwas effizienter als Kompaktgeräte, weil sich der Wärme abführende Kondensator mit Ventilator im Außengerät befindet. Da der Kompressor drinnen bleibt, bleiben auch Geräusch und Abwärme drinnen. Besser sind da festinstallierte Splitgeräte mit dem Kompressor im Außenteil.
Mobile Kompakt-/ Monoblockgeräte sind zwar in der Anschaffung meist günstig. Es gibt sie bereits unter 200 Euro. Allerdings benötigen selbst Geräte mit der Energieeffizienzklasse A viel Strom und sind Großverbraucher im Haushalt. Viele Kompaktgeräte brauchen im Betrieb 1.000 Watt und mehr. Zudem arbeiten sie sehr ineffizient. Denn sie pusten die vom Gerät verursachte Abwärme durch einen Schlauch nach draußen – durch ein geöffnetes Fenster. Der dadurch vom Gerät erzeugte Unterdruck saugt warme Außenluft nach innen. Große Räume schaffen sie kaum in annehmbarer Zeit zu kühlen. Das Verhältnis von Kühlleistung zu Stromverbrauch ist meist viel schlechter als bei Splitgeräten. Die Betriebsgeräusche stören zudem bei vielen einteiligen Geräten. Mitunter können sie mit 57 Dezibel Gesprächslautstärke erreichen. Auch den kühlen Luftstrom empfinden manche als unbehaglich.
Einbau-Splitgeräte arbeiten am effizientesten. Dennoch können sie einen hohen Stromverbrauch im Betrieb und Standby haben. Sie kühlen Räume allerdings deutlich schneller als Kompaktgeräte und müssen nicht so lange laufen. Für die Leitungen ist eine Wanddurchbohrung nötig. Geräte mit besonders klimagefährlichen fluorierten Kältemitteln darf man wegen des Leck-Risikos nur noch von einem Fachbetrieb einbauen lassen. Dadurch entstehen weitere Kosten. Für die Installation der Außengeräte ist zudem das schriftliche Einverständnis der Hauseigentümer oder Eigentümergemeinschaft ratsam. Splitgeräte können ebenfalls laut sein. Da der Kompressor mit Ventilator außen hängt, können die Geräusche die Nachbarschaft stören. Zur Kühlung mehrerer Räume eignen sich Multi-Splitgeräte. Ein Außengerät ist dabei an mehrere Innengeräte angeschlossen.
Einbau-Kompaktgeräte sind weniger effizient als Splitgeräte aufgrund ihrer kompakten Bauweise. Zudem sind sie oft lauter. Da diese Geräte in eine Fenster- oder Maueröffnung installiert werden, entsteht im Winter eine Wärmebrücke, die zu höheren Heizkosten führen kann.











