

Nachtspeicherheizung: Tipps für Hauseigentümer

- Einzelofen einer Nachtspeicherheizung
Das Heizen mit Nachtstrom ist aufgrund der wesentlich höheren Brennstoffkosten gegenüber Erdgas und Heizöl deutlich teurer. Während beim normalen Haushaltsstrom viele Anbieter um die günstigsten Preise konkurrieren, gibt es beim Nachtstrom keinen Wettbewerb. Mit einer Nachtspeicherheizung sind Sie von der Preisgestaltung Ihres lokalen Grundversorgers abhängig. Denn nur dieser bietet den gegenüber Haushaltsstrom (23 ct/kWh) etwas günstigeren Nachtstrom an (im Schnitt 13 ct/kWh). Die höheren Heizkosten werden mit folgender Beispielrechnung deutlich: Die Heizkosten im typischen Einfamilienhaus mit 150m² liegen mit Nachtstrom bei 2.700 Euro im Jahr, mit Erdgas oder Heizöl hingegen nur bei 1.800 Euro.
Eine Studie von IZES und dem Bremer Energie Institut hat die Kosten für den Wechsel von Nachtspeicherheizungen auf günstigere, klimafreundlichere Heizsysteme untersucht. Für die Heizungsumstellung sind vergleichsweise hohe Investitionen für die nachträgliche Ausstattung der Gebäude (Wasserleitungen, Heizkörper, Warmwasserspeicher) nötig. So eine Umstellung ist allerdings dann wirtschaftlich, wenn die Nachtspeicheröfen ihre technische Lebensdauer überschritten haben und ohnehin erneuert werden müssten. Für ein neues Heizsystem fallen höhere Investitionskosten als bei neuen, moderneren Nachtspeicherhöfen. Dennoch ist eine Umstellung aufgrund der wesentlich niedrigeren Brennstoffkosten für Öl, Gas oder Holzpellets wirtschaftlich. zur Studie
Das rät der Energieexperte zur Umstellung des Heizsystems
Peter Kafke von der Energieberatung der Verbraucherzentralen sagt, was beim Umbau des Heizsystems bedacht werden muss: „Die Betreiber von Nachtspeicherheizungen haben die Qual der Wahl, was den Ersatz der alten Heizung angeht. Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Nachtspeicheröfen, elektrischen Nachtstrom-Fußbodenheizungen und so genannten „Wärmespeichern“, bei denen es sich um elektrisch beheizte Wasserspeicher handelt, die die Wärme über wasserdurchströmte Heizkörper oder Fußbodenheizungen verteilen.
Wenn Nachtspeicheröfen oder elektrische Fußbodenheizungen ersetzt werden müssen, so ist der bauliche Aufwand recht hoch: Hier muss in der Regel in der Wohnung ein Wasser-Verteilsystem mit Heizkörpern oder Fußbodenheizungen installiert werden. Bei den Wärmespeichern muss lediglich der Wärmeerzeuger getauscht werden und das Verteilsystem kann beibehalten werden. Nach Berechnung der Gebäudeheizlast kann der Heizkessel dimensioniert werden – in Frage kommen Gas- und Öl-Brennwertgeräte, Pelletheizungen oder auch Wärmepumpen. Ausschlaggebend sind bei der Entscheidung individuelle Aspekte, unter anderem Investitionsbereitschaft, Lagerplatz für Brennstoff, vorhandene Anschlüsse oder ökologische Bewertungen. Wenn in den Wohnungen bereits Gasleitungen liegen, bietet sich die Umrüstung auf eine Gasetagenheizung an.
Die Wirtschaftlichkeit des Ersatzes muss individuell beurteilt werden. Sie hängt stark ab von der Dämmung des Gebäudes und dem Heizverhalten der Bewohner. Welches Heizsystem in Frage kommt, hängt von zahlreichen Parametern (Dämmung, Heizsystemtemperaturen, Platzverhältnisse im Aufstellraum usw.) ab und sollte am besten nach einer genauen Gebäudeanalyse bestimmt werden. Erst danach kann mit der Wahl des Heizsystems eine zuverlässige Kostenprognose erstellt werden. Der Weg zur optimalen Lösung geht in der Regel über eine unabhängige Energieberatung bei den Verbraucherzentralen oder anderen Energieberatern.“
Interaktive Beratungsangebote der Klimaschutzkampagne
Tipp 1: Mit dem Energiespar-Ratgeber Heizkosten im Altbau können Sie Ihre derzeitige Nachtstrom-Heizanlage mit anderen Heizsystemen wie Holzpelletofen oder Erdwärmepumpe vergleichen und sich jeweils die Vollkosten berechnen lassen. zum Ratgeber
Tipp 2: Der Förderratgeber findet alle passenden Fördermittel für Ihr individuelles Modernisierungsprojekt. Dabei werden neben der KfW Förderbank und der BAFA auch regionale Förderprogramme angezeigt. zum Ratgeber
Tipp 3: Am besten berät Sie bei der Wahl des neuen Heizsystems ein fachkundiger Energieberater. Dieser kann auch weitere sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen empfehlen. Energieberater aus Ihrer Umgebung finden Sie mit der Datenbank "Rat und Tat".
Vorbilder aus dem Best-Practice-Archiv
Drei Beispiele von Einfamilienhäusern aus dem Best-Practice-Archiv dokumentieren, wie die Nachtspeicherheizung erfolgreich ausgetauscht wurde. Bei zwei Gebäuden wurde zudem auch die dezentrale Warmwasserbereitung umgestellt. Alle Umbauten erfolgten in Kombination mit weiteren Modernisierungsmaßnahmen. Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3
Wie steht’s mit Wärmepumpen?
Doch wie sind so genannte Wärmepumpen zu beurteilen, schließlich werden auch sie mit Strom betrieben? Entscheidend bei der ökologischen Bewertung einer Wärmepumpe ist die so genannte Jahresarbeitszahl. Hier gilt: je höher, desto besser. Wenn auf eine Kilowattstunde elektrische Antriebsarbeit vier oder mehr Kilowattstunden Umweltwärme aus dem Erdreich oder der Luft entnommen werden, ist die Kohlendioxidbilanz etwas besser als wie beim Einsatz eines Gas-Brennwertkessels oder ähnlich wie bei Fernwärme aus einem Kohlekraftwerk. Damit sich der Betrieb einer solchen Wärmepumpe auch ökonomisch vernünftig darstellt, empfehlen Experten eine Betriebsweise ohne ergänzendes Heizungssystem. Dies erfordert eine sehr gute Dämmung und eine Wärmeverteilung, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt.
Ein Pro und Contra zu Wärmepumpen sowie viele weitere Informationen und Tipps erhalten Sie im neuen Themenspezial des Energiesparclubs.

Förderratgeber
Welche Fördermittel können Sie nutzen?
Finden Sie die passenden Förderprogramme für den Austausch Ihres Heizsystems und weitere Modernisierungsmaßnahmen.





