
Solaratlas für Berlin
Nach Bielefeld, Leipzig und Mainz erhält nun auch die Bundeshauptstadt einen Solaratlas. Er wurde am 7. Oktober durch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer auf der Münchner Immobilienmesse EXPO REAL erstmalig einem größeren Publikum vorgestellt. Bisher ist der Atlas nur ein Pilotprojekt, das derzeit 19 Quadratkilometer des Stadtgebietes (Umgebung der Friedrichstraße in Berlin-Mitte sowie ein Wohngebiet in Berlin-Lichterfelde) darstellt. In einer zweiten Phase soll bis zum Frühjahr 2010 ganz Berlin mit rund 500.000 Dächern erfasst werden.
Der Solaratlas nutzt das vorhandene 3D-Stadtmodell des Landes Berlin, das auf dem amtlichen Kataster basiert. Außerdem wurden fast alle Berliner Hausdächer vom Flugzeug aus mit Lasern vermessen und fotografiert. Zusätzlich werden weitere Daten ausgewertet, zum Beispiel Sonneneinstrahlung sowie durchschnittliche Effizienz und Preis von Solarzellen. Daraus wird das Solarpotenzial von 14.300 Dächern berechnet. Diese Dächer könnten theoretisch rund 100 Gigawattstunden Solarstrom erzeugen. Das entspricht etwa einem Prozent des Stromverbrauchs von ganz Berlin. Die Dächer der gesamten Stadt könnten nach ersten Schätzungen etwa zwei Drittel des privaten Stromverbrauchs in Berlin abdecken. Allerdings kann der Solaratlas über die Tragfähigkeit eines Dachstuhls keine Aussage treffen. Informationen darüber, welche Gebäude denkmalgeschützt sind, sollen dagegen künftig verknüpft werden.
Der Berliner Solaratlas wurde federführend durch Berlin Partner gemeinsam mit dem Berliner Senat, der Fachhochschule Osnabrück und dem Dresdner Unternehmen VirtualcitySystems umgesetzt. Er wird als Zusatzinformation in das bestehende 3D-Modell von Berlin Partner integriert. Basis des Solaratlas ist das Forschungsprojekt SUN-AREA der Fachhochschule Osnabrück.
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