Vorsicht Solarklau?

Herr Schwarzburger, Solaranlagen sind begehrtes Diebesgut. Wie ist hier die aktuelle Lage?

Sie waren es, derzeit hat sich die Situation entspannt. Im Frühjahr und Sommer 2008 waren kurzfristig keine Solarmodule am Markt verfügbar. Außerdem wurden Altmetalle wie Kupfer und Aluminium zu sehr hohen Preise gehandelt. Deshalb verzeichneten die Landeskriminalämter eine erhebliche Zunahme von Diebstählen. Die begehrten Solarmodule wurden nicht nur aus Solarparks, sondern sogar von privaten Dächern geklaut. Die beiden Motive sind nun nicht mehr gegeben.

Was kann man dennoch tun, um sich gegen Diebstahl abzusichern?

Man sollte seine Solaranlage auf alle Fälle gegen Diebstahl versichern, wie auch gegen Hagelschlag oder Sturmschäden. Das sollte Teil der Police einer Schadensversicherung sein, beispielsweise einer Allgefahrenversicherung. Und: Jedes Solarmodul trägt eine Seriennummer. Diese Nummern werden im PV-Anlagenpass vermerkt. Man kann sie aber auch in den Kaufvertrag eintragen, um sie bei Diebstahl griffbereit zu haben. Einige Landeskriminalämter wie bei beispielsweise in Bayern führen ein Kataster mit gestohlenen Solarmodulen. Der Solarenergieförderverein in Aachen stellt die Seriennummern gestohlener Module ins Internet. Hat man den Eindruck, dass man Hehlerware angeboten bekommt, sollte man die Nummern unbedingt überprüfen.

Wie sicher ist die Installation und worauf sollte man achten?

Die Anbieter von Montagesystemen für Solarmodule haben auf die Diebstähle reagiert. So kann man bei der Montage der Module auf den Gestellen spezielle Schrauben einsetzen, die sich ohne Spezialwerkzeug nicht lösen lassen. Bei einigen Schraubentypen brechen die Köpfe ab einem bestimmten Anzugsmoment ab, um die Demontage zu erschweren. Dann muss ein Fachmann ran. Neuerdings werden auch Montagesysteme angeboten, bei denen die Module mit Mehrkomponentenkleber auf den Gestellen verklebt werden. Auf jeden Fall sollte man sich von seinem Installateur erläutern lassen, mit welchen speziellen Kniffen er dem Diebstahl vorbeugt. Die regelmäßige Kontrolle der Solaranlage auf lockere Schrauben oder andere Verbindungen gehört gleichfalls zur Vorsorge.

Die Fragen beantwortete Heiko Schwarzburger. Der Berliner Ingenieur ist Fachjournalist für erneuerbare Energien. Im Frühjahr 2007 gründete er die Fachzeitschrift "Photovoltaik", deren Redaktion er bis Ende 2008 leitete.
Auf der Fachwissen-Seite unseres Solar-Spezials finden Sie das komplette Interview.

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