Nachtspeicherheizung

Nachtspeicherheizungen sind elektrische Öfen, die Wärmeenergie speichern. Der Wärmespeicher wird in den sogenannten Schwachlastzeiten mit „günstig“ angebotenem Strom aufgeheizt. In dem Speicher wird die Wärme über einige Stunden gehalten. Die Raumluft wird dann über eingebaute Lüfter durch das Gerät geleitet und stark erhitzt.

Nachtspeicherheizungen (auch elektrische Speicherheizung oder Niedertarif- Speicherheizung genannt) sind in elektrische Öfen, die Wärmeenergie speichern. Der Wärmespeicher wird in den sogenannten Schwachlastzeiten (also nachts und am Nachmittag) mit „günstig“ angebotenem Strom aufgeheizt. In dem Speicher wird die Wärme über einige Stunden gehalten. Die Raumluft wird dann über eingebaute Lüfter durch das Gerät geleitet und stark erhitzt.

Speicherheizungen wurden in den 1950er und 1960er Jahren als Alternative zu Kohle- und Öl-Öfen verstanden. Großflächige Förderprogramme und subventionierte Tarife förderten den Einsatz der Speicherheizungen im privaten Wohnbereich. 1,4 Mio. Wohnungen, jede 25., werden in Deutschland immer noch elektrisch beheizt. Diese Stromanwendung verursacht 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das sind mehr als drei Prozent der gesamten deutschen CO2-Emissionen. Und es werden weiterhin elektrische Widerstandsheizungen in Wohngebäuden neu angeschlossen, denn die großen Stromversorger, die elektrische Widerstandsheizungen beliefern, bewerben diese Technologie neuerdings zum Teil wieder stärker.

Diese Entwicklung ist sehr bedenklich, denn elektrische Widerstandsheizungen sind wegen hoher Umwandlungsverluste eine Verschwendung hochwertiger Energie. Zudem sind sie in hohem Maße klimaschädlich: Im Vergleich zu einer Gasbrennwertheizung wird 3,6mal mehr CO2 emittiert, gegenüber einer Pelletheizung sind es gar 13mal mehr.

Die großen Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg haben die meisten Stromheizungen. Beim Anteil der Wohneinheiten mit Stromheizung am jeweiligen Gesamtbestand liegt jedoch Hamburg mit sechs Prozent an erster Stelle.

Warum kann eine Nachtspeicherheizung problematisch sein?

Gesundheitliche Gefahren:

  • Bis 1976 wurden von vielen Herstellern Stromheizungen mit asbesthaltigen Materialien ausgeliefert. Bei defekten Geräten sind Gesundheitsgefahren möglich. Asbest hat eine nachgewiesene krebserzeugende Wirkung beim Menschen. Mit Hersteller- und Typangabe kann ein Energieberater überprüfen, ob eine Gefahr besteht. Auch in vielen Apotheken sind Tests erhältlich, mit denen man überprüfen kann, ob Asbestfasern in der Wohnungsluft enthalten sind.
  • Während die Öfen die erhitze Luft mit einem Gebläse in den Raum pusten, wird Staub aufgewirbelt, was insbesondere für Allergiker gesundheitsbedenklich sein kann. Die Luftfeuchtigkeit wird durch Nachtspeicherheizungen drastisch reduziert, so dass insgesamt ein sehr trockenes ungesundes Raumklima vorherrscht.

Umweltaspekte:

  • Nachtspeicheröfen sind klimaunfreundlich. Im Vergleich mit allen anderen Heizungsformen sind sie mit Abstand am ineffizentesten, da bei der Stromproduktion nur ein geringer Wirkungsgrad erreicht wird. Bei modernen Brennwertthermen auf Gas- oder Ölbasis entsteht wesentlich weniger klimaschädliches CO2. Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums belegt die Umweltbelastungen und hohe Kosten von Elektroheizungen. (http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/39929/4590/)

Komfort:

  • Eine Nachtspeicherheizung ist nur begrenzt regelbar. Es muss tags zuvor entschieden werden, ob und wie viel am nächsten Tag geheizt werden soll. Insbesondere in den Übergangszeiten im Herbst und Frühjahr ist es sehr schwierig einzuschätzen, wie das Wetter und die entsprechenden Temperaturen am nächsten Tag sein werden. Meist besteht ein Ungleichgewicht zwischen Aufladung und Bedarfsdeckung, was zu Komforteinbußen führt: Die Wohnung ist überheizt oder zu kalt.
  • Ein Gebläse wälzt die Luft im Raum um, damit die erwärmte Luft im Zimmer verteilt wird. Dadurch entsteht Zugluft über dem Fußboden in Richtung Heizgerät, heiße Luft bleibt nutzlos unter der Decke stehen. Es entsteht eine deutliche Temperaturdifferenz zwischen Boden und Decke.

Finanzielle Aspekte:

  • Strom ist zu kostbar zum Verheizen. Die Nachtspeicherheizung wird nachts mit „günstigem“ Strom aufgeladen. Im Nachttarif kostet eine Kilowattstunde bei einem großen deutschen Versorger etwa 11 Cent. Zum Vergleich: Bei einem Heizölpreis von 60 € für 100 Liter mit einem herkömmlichen Niedertemperaturkessel kostet eine kWh ca. 6,5 Cent, mit einem Brennwertkessel ca. 5,5 Cent und bei einem Holzpelletpreis von 220 Euro pro Tonne kostet die kWh ca. 4,5 Cent.
  • Wenn während des Tages stärker geheizt werden muss, weil die Temperaturen kälter sind als vorab angenommen, muss mit Tagstrom (im Beispiel 20 Cent/kWh) nachgeheizt werden. Dieser ist deutlich teurer als der Nachtstrom und kann dementsprechend die Gesamtkosten stark in die Höhe treiben.
  • In der Vergangenheit gab es für Nachtspeicherheizungen günstige Tarife. Dies wird sich aus rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und betriebstechnischen Gründen zunehmend ändern. Einige Stromanbieter haben bereits ihre Tarife nach oben korrigiert bzw. preisgünstige Sondertarife nicht verlängert. (Quelle: BMU, http://www.erneuerbareenergien.de/inhalt/39909/).
  • Die steuerliche Subventionierung des Heizstroms entfällt ab 2007: Insbesondere auf Grund der ökologischen Nachteile der Nachtstromheizungen ist zum 31.12. 2006 die Steuerermäßigung für Strom zum Betrieb von Nachtspeicherheizungen, die vor dem 1. April 1999 installiert wurden, ausgelaufen. Zum Ausgleich wird seit Mai 2003 der Ersatz von elektrischen Nachspeicherheizungen im Rahmen des mit Bundesmitteln ausgestatteten KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramms als Einzelmaßnahme gefördert: www.kfw-foerderbank.de

Welches Alternativen gibt es?

Mit dem Modernisierungsratgeber von ZDF.umwelt kann überprüft werden, welcher Heizungstyp für überprüfte Gebäude wirtschaftlich in Frage kommen. Welches System sich am besten eignet, ergibt sich am besten durch die individuelle Beratung eines Energieberaters. Solche Besuche im privaten Eigenheim werden von der BAFA gefördert. (www.bafa.de)

Wie finanziert sich der Austausch?

Natürlich sind Modernisierungsmaßnahmen erstmal teure Investitionen, die aber mittelfristige eine lohnende und sichere Geldanlage darstellen. Es existieren verschiedene Fördermöglichkeiten:

  • Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Förderbank bietet für Heizungserneuerungen sehr günstige Kredite oder Zuschüsse www.kfw-foerderbank.de.
  • Für Holzpelletheizungen bietet das BAFA-Marktanreizprogramm für Anlagen zwischen 8 und 100 kW einen Zuschuss von 24 €/kW - mindestens 1.500 €. www.bafa.de.
  • Für Solarkollektoranlagen, Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse für die thermische Nutzung, Anlagen zur Nutzung von Tiefengeothermie sowie gekoppelte Erzeugung von Wärme und Kälte gibt es im Rahmen der „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien“ vom 12. Januar 2007 finanzielle Zuschüsse.
  • Daneben gibt es regionale Förderprogramme, wie z.B. die Förderrichtlinie „Ersatz von Elektroheizungen“ des Landes Bremen, das Altbau Förderprogramm „proklima“ der Stadt Hannover und Umstellungsförderungen zahlreicher regionaler Stadtwerke. 

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