
Antarktische Eismasse bedroht
Klimaforscher des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) widerlegen die weit verbreitete Annahme, das antarktische Eis bliebe von den unmittelbaren Einflüssen der Erderwärmung verschont. Der im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie zufolge werde noch in diesem Jahrhundert das Filchner-Ronne-Schelfeis, die zweitgrößte Eisdecke in der Antarktis, rapide zu schmelzen beginnen. Die Konsequenz könnte ein zusätzlicher Meeresspiegelanstieg von mehreren Millimetern pro Jahr sein.
Kettenreaktion führt zu Mega-Schmelze
Solch eine massive Eisschmelze wäre das Ergebnis einer Kettenreaktion. Steigende Lufttemperaturen über dem Meer lassen heute noch gefrorenes Meereis schmelzen. Dies führt zu Änderungen der Wasserströmungen. Und dies hat zur Folge, dass warmes Wasser unter das Schelfeis gelangen kann. Diese Eisplatte, die eine natürliche Barriere für dahinterliegendes Inlandeis ist, werde sich daraufhin bis zum Ende dieses Jahrhunderts auflösen, prognostiziert Hartmut Hellmer vom AWI, Erstautor der Studie.
Gefahr an Küsten steigt
„Schelfeise sind für das nachgelagerte Inlandeis wie ein Korken in der Flasche. Schmelzen jedoch die Schelfeise von unten, werden sie so dünn, dass die bremsenden Flächen immer geringer werden und sich das dahinterliegende Eis in Bewegung setzt“, so Hellmer weiter. Laut seinem Kollegen Jürgen Determann könnte nachfließendes Eis aus dem Inland einen zusätzlichen Meeresspiegelanstieg von 4,4 Millimeter pro Jahr verursachen. Zusammen mit den bereits bekannten Auslösern würde dies die Situation an bereits gefährdeten Küsten noch einmal spürbar verschärfen.
Mehr über die Studie können Sie auf der Website des Alfred-Wegener-Institutes nachlesen. Dort finden Sie auch Grafiken, die die Kettenreaktion veranschaulichen.
Autor/in: Manuela Popp







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