
Grönlands Eis schmilzt bei 1,6 °C
Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universidad Complutense de Madrid zeigt, dass das Grönländische Eis viel verletzlicher ist als bisher angenommen. Die genaue Temperaturgrenze für ein vollständiges Abschmelzen der Eismassen wird bereits auf 1,6 Grad Celsius geschätzt. Schon heute wird ein Anstieg auf 0,8 Grad Celsius seit Beginn des Industriezeitalters gemessen.
Unzählige Menschen betroffen
Stößt die Menschheit weiterhin ungemindert Treibhausgase aus, steuern wir auf kurz oder lang auf eine Erwärmung um acht Grad Celsius zu. In 2.000 Jahren wäre das Grönländische Eis so komplett verschwunden. Sein Abschmelzen hätte einen Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter zur Folge, wodurch das Leben vieler Millionen Menschen betroffen wäre.
Begrenzt man hingegen die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius, wie von den Vereinten Nationen angestrebt, würde das Eis erst in den nächsten 50.000 Jahren geschmolzen sein. Doch auch in diesem Fall sei das Eis keinesfalls sicher.
Irreversible Folgen
„Unter bestimmten Bedingungen wird das Schmelzen der Eismassen Grönlands unumkehrbar”, sagt Andrey Ganopolski, Leiter des Forschungsteams im PIK: Da das Grönländische Eis mehr als 3.000 Meter dick ist, befindet sich seine Oberfläche in einer Höhe, in der es sehr kühl ist. Sinkt sie in Folge des Abschmelzens in wärmere Höhenlagen, beschleunigt dies den Schmelzprozess. Hinzu kommt, dass das Eis einen Großteil der Sonnenstrahlen ins All reflektiert. Verkleinert sich die Eisfläche auf der Erde durch das Abschmelzen, nimmt die Erde mehr Sonnenstrahlen auf. Dies verstärkt wiederum die Erderwärmung.
Mehr über die Studie können Sie im Magazin Nature Climate Change nachlesen.
Autor/in: Karin Adolph







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