Methan im Meer: Gefahr fürs Klima

Methan, so sagen Wissenschaftler, hat als Treibhausgas die zwanzig- bis dreißigfache Wirkung von Kohlendioxid. In Ostsibirien ist das Gas in großen Mengen am Meeresgrund gebunden. Umfangreiche Messungen zeigen, dass der arktische Meeresboden deutlich instabiler ist als bislang angenommen. Das Senken von CO2-Emissionen kann den Methan-GAU verhindern helfen.

Eine Forschergruppe um Natalia Shakhova und Igor Semiletov von der Universität von Alaska in Fairbanks hat jahrelang Messungen im Gebiet des Ostsibirischen arktischen Schelfs durchgeführt. Nach Berechnungen der Forscher werden jährlich rund acht Millionen Tonnen Kohlenstoff in Form von Methan aus dem Schelf in die Atmosphäre entlassen. Allem Anschein nach wird das in eisförmigem Zustand im Permafrostbereich des Meeresgrunds lagernde Methanhydrat instabil - eine Horrorvorstellung aller Wissenschaftler, sollte die Auflösung solcher Hydrate weltweit in Gang kommen.

Im Wissenschaftsmagazin „Science“ vom 5. März erklären die Forscher, dass der Permafrost des Ostsibirischen Schelfs bislang als undurchdringliches Hindernis für Methan galt. Nun aber habe man festgestellt, dass der Permafrost durchlässig ist und gewaltige Mengen Methan in die Atmosphäre entweichen. Allein in dieser Region wird so viel Methan freigesetzt, wie es die Forscher bislang für alle Weltmeere zusammen angenommen haben.

In der Vergangenheit haben verschiedene Forschergruppen von Beobachtungen berichtet, wonach Methan innerhalb ihres Untersuchungsgebiets stärker als zuvor vermutet freigesetzt wird. Bei einer zukünftigen Erderwärmung, der die im Eis gebundenen Methangase freisetzt, werde sich dieser Prozess verstärken. Es droht ein Teufelskreis – wenn durch die Erwärmung die Methangase freigesetzt werden, könnte sich das Ausmaß des weiteren Temperaturanstiegs wesentlich vergrößern – und damit alle negativen Folgen.

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