Die größten CO2-Emittenten

Hongkong bei Nacht(c) XtravaganT/Fotolia.com

Über die Hälfte der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger wird allein von den vier Staaten China, USA, Indien und Russland verursacht. Zwischen 1990 bis 2015 sind – trotz aller Klimaschutzdebatten – die globalen CO2-Emissionen aus Kohle, Erdöl und -gas von rund 21 auf über 32 Mrd. Tonnen pro Jahr gestiegen. Fast die Hälfte dieses Zuwachses wurde in China verursacht. Die Volksrepublik hat 2007 die USA als weltgrößten Klimagas-Emittenten abgelöst – zusammen sorgen diese beiden Großverschmutzer für mehr als 40 Prozent der globalen Gesamtemissionen.

In dieser Auflistung, die auf Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) aus 2013 basiert, findet sich ein Überblick über die weitweit größten Verusacher von Treibhausgasen.

RankingCO2-Emissionen in MtAnteil an den weltweiten Emissionen in %
1. China7999,625,6
2. USA5287,216,9
3. Indien1745,15,6
4. Russland1653,25,3
5. Japan1186,03,8
6. Deutschland747,62,4
7. Südkorea587,71,9
8. Kanada529,81,7
9. Iran521,01,7
10. Saudi-Arabien457,31,5
Quelle: International Energy Agency: CO2 Emissions from Fuel Combustion, 2013 Edition

Deutschland ist also der sechstgrößte Treibhausgas-Verursacher der Welt – obwohl sich die Bundesrepublik oft als Klimaschutz-Vorreiter lobt und die Emissionen laut Bundesumweltamt zwischen 1990 und 20015 bereits um 27,2 Prozent gesunken sind.

Verbrauch pro Land versus Pro-Kopf-Emissionen

Eine ganz andere Reihenfolge ergibt sich, wenn die Treibhausgas-Emissionen pro Einwohner eines Landes ausgewertet werden. China rangiert  [British Gas, Stand 21.06. 2016] etwa auf Platz 40 der Weltrangliste – noch hinter den schon lang entwickelten Industriestaaten (Deutschland: Platz 27 mit knapp zehn Tonnen). Auch in anderen Schwellen- und Entwicklungsländern sind die Pro-Kopf-Emissionen immer noch bedeutend niedriger als in Industrienationen. Ein Inder verursacht im Schnitt pro Jahr circa anderthalb Tonnen CO2 (Platz 119), wobei nur 43 Prozent der Bevölkerung überhaupt Zugang zu Elektrizität haben. In den ärmsten Ländern der Welt liegt der Pro-Kopf-Ausstoß mit Jahreswerten von unter einer Tonne CO2 sogar noch niedriger. Was vor allem vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels mehr als ungerecht ist: Die größten Klimafolgen müssen von den ärmsten Ländern der Welt getragen werden, also von denen, die am wenigsten zur Erwärmung beigetragen haben.

Die untenstehende Grafik des britischen Energieversorgers British Gas vergleicht anschaulich sowohl die insgesamten CO2-Emissionen der Länder, als auch den Fußabdruck pro Kopf innerhalb der Staaten. Deutlich wird, dass sich zwei sehr unterschiedliche Bilder ergeben.

Klimaexperten schlagen deshalb vor, für eine gerechte Verteilung von Klimaschutzbemühungen nicht auf die absoluten Emissionszahlen der Staaten zu schauen, sondern deren Pro-Kopf-Werte. Vor dem UN-Klimagipfel im 2009 in Kopenhagen hatte etwa der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen einen sogenannten „Budgetansatz“ skizziert: Auf wissenschaftlicher Basis solle ermittelt werden, wie viel Treibhausgase künftig pro Jahr weltweit noch ausgestoßen werden dürfen, um die Erderwärmung unter der wichtigen Grenze von 2 °C zu halten. Diese Menge möge dann auf die Weltbevölkerung von rund 6,9 Milliarden Menschen im Basisjahr 2010 verteilt werden – daraus ergäben sich eine „Kopfpauschale“ von rund fünf Tonnen Kohlendioxid. Damit hätten Schwellen- und Entwicklungsländer noch „Luft“ für Wachstum und Entwicklung. Hingegen müssten die für den menschengemachten Klimawandel historisch verantwortlichen Industrieländer ihren Ausstoß pro Einwohner deutlich reduzieren.

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