Klimabilanz international
In den letzten 200 Jahren haben vor allem Industrieländer wie Deutschland oder die USA die Erdatmosphäre als kostenlose Abfalldeponie für ihre CO2-Emissionen aus Kraftwerken und Fabriken, Autos und Flugzeugen benutzt. Zusammengenommen sind die wohlhabenden Staaten für etwa 80 Prozent der menschengemachten Treibhausgase verantwortlich, die sich heute in der Atmosphäre befinden. Wirtschaftsweise und Lebensstil der Länder des Nordens haben eine „dreckige“ Geschichte, der inzwischen Milliarden von Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern nacheifern.
Inzwischen hat die Volksrepublik China den ehemaligen Kohlendioxid-Weltmeister USA beim absoluten CO2-Ausstoß überholt. Aber pro Kopf liegen die Emissionen der USA noch immer in etwa viermal so hoch wie in China, und auch ein Durchschnittsdeutscher verursacht im Jahr mehr als doppelt so viel Kohlendioxid wie ein Bürger der Volksrepublik. In den ärmeren Ländern Asiens oder Afrikas verursachen die Menschen oft weniger als ein Zehntel dessen, was in Industriestaaten üblich ist.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer haben zwar zum Klimawandel bisher relativ wenig beigetragen – die Zukunft der Welt jedoch gestalten sie mit ihrem (Emissions-)Wachstum maßgeblich mit. Ohne Länder wie China, Indien oder Brasilien kann Klimaschutz deshalb nicht funktionieren. Vorangehen müssen jedoch jene Gesellschaften, die historisch verantwortlich sind: Mit Lösungsansätzen und Alternativen für eine kohlendioxidarme Wirtschaftsweise.





