Klimabilanz von Deutschland
Deutschland hat sich unter dem Kyoto-Protokoll verpflichtet, seine Emissionen bis 2012 um 21 Prozent unter den Stand von 1990 zu drücken – und ist auf gutem Wege dahin: Bereits im Jahr 2007 war nach Angaben des Umweltbundesamts eine Reduktion um 22,4 Prozent geschafft. Nach einer Stagnation 2008 sank der deutsche Ausstoß von Treibhausgasen 2009 wieder, doch das lag weniger an Klimaschutzmaßnahmen, als an der gedrosselten Industrieproduktion infolge der Wirtschaftskrise.
Es gibt also keinen Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Denn die nächste Zielmarke ist schon gesetzt: Auf ihrer Kabinettsklausur von Meseberg im Sommer 2007 hat die Bundesregierung beschlossen, dass die deutschen Emissionen bis 2020 um 40 Prozent (gegenüber 1990) sinken sollen.
Nach aktuellen Zahlen des Umweltbundesamts wurden in Deutschland 2008 rund 958,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente emittiert – „CO2-Äquivalente“ bedeutet, dass zur besseren Vergleichbarkeit die Emissionen anderer Treibhausgase wie Methan oder Lachgas umgerechnet werden in die Menge Kohlendioxid, die derselben Klimawirkung entspricht, und auf die reinen CO2-Emissionen addiert werden.
Die meisten Klimagase werden in Kraftwerken freigesetzt, es folgen der Industriesektor und Privathaushalte. Aber auch im Agrar- und Verkehrssektor sieht Umweltbundesamt-Chef Jochen Flasbarth noch viel Potenzial zur Emissionsreduktion: „Damit Deutschland sein Klimaziel erreicht, müssen alle Sektoren ihren Beitrag leisten.“





