Strom, Heizen, Mobilität und Essen

Natürlich, ohne grundsätzliche Änderungen in Wirtschaft und Politik ist der Klimawandel nicht zu stoppen. Aber genauso richtig ist auch, dass jede und jeder Einzelne einen Beitrag leisten muss. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig, und viele davon haben überhaupt nichts mit Verzicht zu tun. An manchen Stellen aber sind Änderung des Lebensstils unvermeidlich: Wenn man beispielsweise täglich Fleisch und Käse oder Tomaten und Erdbeeren auch im Winter essen will, dann ist das nur mit enormen Energieaufwand (und Treibhausgas-Ausstoß) möglich.

Supermarkt(c) iStock.com/MEHMET CAN

Von solchen Dingen abgesehen, ist es gar nicht so schwer, sein privates Klimakonto zu verbessern. Auf dieser Website und den anderen Internetseiten von co2online finden Sie unzählige Tipps und Hilfestellungen dafür.

Einer der einfachsten Schritte ist sicherlich der Wechsel zu Ökostrom. Der Wechsel ist vollkommen sicher und unbürokratisch, häufig ist Ökostrom auch nicht mehr teurer als konventionelle Angebote. Wer Ökostrom nutzt, setzt ein Signal an die Energiepolitik. Ob man darüber hinaus damit eine positive Wirkung auf die Umwelt hat, hängt allerdings vom jeweiligen Ökostromangebot ab. Wer garantiert zur Ausweitung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien beitragen will, sollte Angebote wählen, die das OK-Power-Label oder das Grüner Strom-Label tragen. Von Umweltverbänden werden zudem einige Ökostrom-Anbieter ohne diese Label empfohlen.

Wie groß diese Umweltwirkung ist, lässt sich allerdings nur sehr schwer in Zahlen fassen. Ökostromanlagen produzieren Strom zwar nur mit einem Bruchteil der Emissionen von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdgas – doch ist schwierig zu bemessen, welche Anlagen tatsächlich nur wegen der Ökostromnachfrage zusätzlich gebaut wurden und wie viel Treibhausgase dadurch tatsächlich vermieden werden. Der Bezug von Ökostrom sollte daher nicht dazu verleiten, weniger sparsam mit Strom zu sein. Im Durchschnitt verursachen die deutschen Kraftwerke im Mix aus fossiler und erneuerbarer Energie pro Kilowattstunde Strom noch über 600 Gramm Kohlendioxid (bei Energieversorgern, die stark auf Braunkohle setzen, sind es noch deutlich mehr).
Ein weiterer Brocken in Ihrer persönlichen CO2-Bilanz ist das Heizen. Hauseigentümer können durch Wärmedämmung und moderne Heizungsanlagen ihre Emissionen oft um 80 Prozent senken. Aber auch Mieter können etwas tun. Richtiges Lüften ist wichtig – also jeweils kurzzeitig das Fenster ganz aufreißen statt es immer angekippt zu lassen. Auch ein leichtes Herabdrehen der Thermostate bringt viel: Jedes °C weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Energie!

Flugzeugessen(c) Matthew Cole/Fotolia.com

Reisen und Speisen

Höchst negativ schlägt sich zudem das übliche Mobilitätsverhalten nieder: Ein Jahr Autofahren verursacht (bei durchschnittlicher Fahrzeuggröße und Kilometerleistung) ungefähr 2.000 Kilogramm Kohlendioxid. Wann immer möglich sollten deshalb Bus und Bahn genutzt werden oder das Fahrrad. Fliegen ist die mit Abstand klimaschädlichste Art der Fortbewegung, auch wenn Reiseveranstalter neuerdings mit niedrigem Kerosinverbrauch werben. Denn in den oberen Schichten der Atmosphäre richten die Abgase viel mehr Schaden an als am Boden. Bereits eine Reise von Frankfurt nach Teneriffa (und zurück) ist so klimaschädlich wie ein ganzes Jahr Autofahren.

Oft übersehen wird der Beitrag der Ernährung zum Erderwärmung. Die Klimabilanzen einzelner Lebensmittel unterscheiden sich ganz beträchtlich. Ein Kilogramm Butter beispielsweise verursacht (durch Herstellung, Verpackung, Lagerung, Transport etc.) 23,8 Kilogramm CO2, dieselbe Menge Margarine kommt auf lediglich 1,35 Kilogramm. Grundsätzlich sind pflanzliche Produkte weitaus klimaschonender als tierische (Milch, Fleisch etc.), und Bio-Lebensmittel sind (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) besser als solche aus konventioneller Landwirtschaft. Bio-Eier beispielsweise verursachen 21 Prozent weniger Treibhausgase, Bio-Brötchen rund 15 Prozent.

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