Fazit der 1. Woche beim Klimagipfel

Yvo de Boer, Leiter des UN-Klimasekretariats und Connie Hedegaard, die dänische Klimaministerin und Vorsitzende der 15 UN-Klimakonferenz

Tuvalu fordert ein 1,5-Grad-Ziel +++ Diskussion über die historische Verantwortung der Industrieländer +++ US-Umweltbehörde stuft CO2 als "gesundheitsgefährdend" ein +++ Einigung der 192 Staaten nur auf Basis des Kyoto-Protokolls – oder eben gerade nicht.

Am Ende der Woche gab es einen kleinen Durchbruch bei den Klimaverhandlungen: Die dänische Ratspräsidentschaft um die Klimaministerin Connie Hedegaard veröffentlichte einen Verhandlungstext. „Das hat die Verhandlungen unglaublich beschleunigt“, erklärt Josè Rommero, stellvertretender Chefunterhändler der Schweiz. Das ist auch dringend notwendig. Der kleine Inselstaat Tuvalu hatte am Donnerstag beantragt, eine so genannte "contact group" einzurichten – eine Unterverhandlungsgruppe, die ein neues Klimaziel beschließen sollte. Bislang will die Welt die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius beschränken. Tuvalu fordert, das Ziel auf 1,5 Grad herab zu setzen, weil andernfalls weite Teile des flachen Inselstaates überflutet werden. "Contact group" bedeutet aber: Bis diese Frage geklärt ist, ruhen die Verhandlungen.

Dabei ist dieses inselstaatliche Ansinnen nur ein Randaspekt der Klimakonferenz: China kontra USA – so präsentiert sich der Hauptkonflikt in Kopenhagen. "Keine Frage: Wir haben eine große historische Verantwortung." Mit diesen Worten blies am Mittwoch US-Chefunterhändler Todd Stern zum Angriff. "Klar ist jedoch auch, dass Schwellen- und Entwicklungsländer jetzt eigene Anstrengungen verbindlich zusagen müssen." Beistand erhielt der US-Verhandlungsführer von der Europäischen Union. "China blockiert die Gespräche zwischen EU und den USA", kritisierte der schwedische Chefdelegierte Anders Turesson. Die Chinesen nämlich würden es ablehnen, im Verhandlungssaal über verbindliche Reduktionspflichten sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer zu reden.

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