Fazit des Klimagipfels

US-Präsident Barack Obama stand nach seiner Ankunft beim Kopenhagener Klimagipfel stets im Mittelpunkt. Hier bei der TV-Übertragung seiner Rede vor dem Plenum.

Der Klimagipfel von Kopenhagen ist gescheitert. Im letzten Kompromissentwurf war noch nicht einmal mehr das Ziel zu finden, bis 2010 einen rechtlich verbindlichen Klimavertrag auszuarbeiten.

Am Tag Eins nach Kopenhagen rieben sich viele verwundert die Augen und fragten: „Wie konnte das geschehen?“ Schließlich hatte es das in der Menschheitsgeschichte wohl noch nie gegeben: 119 Staatschefs beugen sich zwei Tage lang über einen Vertrag – und am Ende kommt nichts dabei heraus. Jedenfalls nichts, was man selbst bei wohlwollender Interpretation als Erfolg ansehen könnte.

Rückblende: Im Dezember 2005 beschließt die UN-Klimakonferenz in Montreal den Beginn von Verhandlungen, die in eine Fortsetzung des Kyoto-Protokolls münden sollten. Die Väter und Mütter dieses Abkommens hatten nämlich 1997 klug so genannte „Verpflichtungsperioden“ eingeführt, um überprüfen zu können, ob die Maßnahmen zur Stabilisierung des Weltklimas ausreichend sind. 2008 bis Ende 2012 läuft deshalb die erste Periode des Kyoto-Protokolls aus. Weil durch sie nicht einmal die bescheidenen Verpflichtungen zur Treibhausgas-Reduktion erreicht wurden, zu denen sich Industriestaaten verpflichtet hatten, soll die zweite Periode anspruchsvoller ausfallen.

Zwei Jahre später, während der Klimakonferenz von Bali 2007, begann dann der offizielle Verhandlungsprozess. Seitdem redeten die Klimadiplomaten weltweit über einen Kyoto-II-Vertrag. In Kopenhagen, das war der feste Plan, sollte er unterzeichnet werden.

Nach vier Verhandlungsjahren ging also DER Klimagipfel zu Ende – ergebnislos. Zwar wird zum Teil versucht, das Ergebnis schönzureden. Tatsache ist jedoch, dass die Mammutkonferenz nicht einmal den minimalsten aller denkbaren Kompromisse hinbekommen hat: Eine politische Erklärung, die besagt, am Soundsovielsten des Monats X im Jahr 2010 steht der neue Weltklimavertrag.

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