Meine CO2-Diät: Die Vorbereitungen

Es ist Freitag, 25. November 2011. Montag startet meine CO2-Diät – pünktlich zur 17. Klimakonferenz in Durban. Ich mache mich heute an die Vorbereitungen. Doch schnell merke ich, dass es komplizierter ist als ich es mir vorgestellt habe. Nach längerer Recherche zu CO2-Bilanzen, Energiespartipps und klimaverträglichem Konsum beschließe ich, erst einmal herauszufinden, auf welchem Stand ich bereits bin und teste meinen CO2-Fußabdruck mit dem Rechner von KlimAktiv auf www.greenpeace.klima-aktiv.com. Gleich zu Beginn des Tests stelle ich fest, dass ohne mein Zutun bereits 1,1 Tonnen auf meinem CO2-Konto verbucht werden – der sogenannte staatliche „Emissions-Grundstock“, der pro Person verursacht wird. Es könnte genauso gut „stattliche Emissionen“ heißen.

Na gut, ich mache weiter. Zunächst wird nach meinem Wohnverhältnis gefragt. Mehrfamilienhaus, 3-Personen-Haushalt, 72 m², Baujahr bis 1978, wir heizen mit Fernwärme. Soweit, so gut. Dann soll ich unseren Heizverbrauch angeben. Ich krame die letzte Heizkostenabrechnung hervor und frage mich unweigerlich, ob das nun vergleichsweise viel oder wenig ist. Der Rechner spuckt die Antwort aus –370 Kilogramm CO2 im Jahr. Etwa viermal so wenig wie der bundesweite Durchschnitt. Puh!
Es geht weiter mit Strom. Wir beziehen in unserer WG Ökostrom. Die letzte Abrechnung zeigt: 1.563 kWh. Das ist gut, denke ich. Das ist sogar sehr gut: nur 20 kg CO2! Zum Vergleich: 760 kg sind der Durchschnitt.

Aber der Durchschnitt ist für mich kein Maß, ich möchte noch weniger verbrauchen.

Meine Motivation wächst. Weiter geht es mit der Rubrik „Unterwegs“. Ich habe kein Auto, dafür fahre ich oft mit Mitfahrgelegenheiten. Ich überschlage meine jährliche Fahrleistung: Etwa 3600 km = 650 kg CO2. Die Hälfte des Durchschnitts. Ich frage mich, ob es da einen gravierenden, technischen Fehler mit diesem Rechner gibt. Es kann doch nicht sein, dass ich so gut abschneide.

Bis jetzt liege ich noch unterhalb der verträglichen Quote von 2,5 t/Jahr. Doch dann geht es weiter mit dem Thema Ernährung. Fleischreduziert, vorwiegend saisonal, gelegentlich Tiefkühlware, hauptsächlich Ökoprodukte, mal regional, mal im Supermarkt. Klingt ganz gut, denke ich, doch später werde ich eines Besseren belehrt. Mein CO2-Ausstoß beträgt nun insgesamt 3,46 Tonnen und ich liege über der Quote. Wäre ja auch zu schön gewesen. Auch mein Konsum in puncto Kaufverhalten und Kaufkriterien lässt meinen Balken in die Höhe schnellen.

Also: Konsum und Ernährung – meine Klima-Baustellen.

Insgesamt verbrauche ich 5,65 Tonnen pro Jahr. Im Vergleich zum Durchschnitt nicht schlecht. In den nächsten Tagen werde ich versuchen, aus täglich 15 kg 5 kg CO2 zu machen...


Autor/in: Janina Löwe

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