Klimagipfel in Marokko: Heute geht es los

Vom 7. bis 18. November beraten die politischen Vertreter aus knapp 200 Ländern über die Umsetzung des Pariser Weltklimavertrags. Durch die Auflagen des Paris-Protokolls soll die Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzt werden.

Heute Morgen um elf Uhr wurde die 22. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention eröffnet. Auf der auch „COP22“ genannten Konferenz wollen die politischen Vertreter aus fast 200 Ländern klären, wie die im Paris-Protokoll vereinbarten Klimaziele erreicht werden können. Im Zentrum der Bemühungen steht die Begrenzung der Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“.

Um diese Ziele des Weltklimavertrags geht es

Statt neue Klimaziele zu vereinbaren, wollen die Delegierten auf der COP22 vor allem konkrete Verfahren und Zeitpläne für die in Paris vereinbarten Klimaziele ausarbeiten. Das Bundesumweltministerium spricht von der COP22 daher auch als „Aktions- und Implementierungs-COP“. Zu folgenden Punkten aus dem Pariser Weltklimavertrag sollen konkrete Umsetzungsregeln und Überprüfungsstrategien erarbeitet werden:

  • Nationale Klimaschutzbeiträge

Für den Klimagipfel in Paris haben alle Vertragsstaaten sogenannte Nationally Determined Contributions (NDCs), oder zu Deutsch „Nationale Klimaschutzbeiträge“, entwickelt. In den NDCs haben die jeweiligen Regierungen festgelegt, wie sie auf nationaler Ebene möglichst ambitioniert zum Klimaschutz beitragen können und wie viel Treibhausgase in ihrem Land eingespart werden können. Auf der COP22 soll nun festgelegt werden, wie die Umsetzung dieser Ziele durchgesetzt, überprüft und bei fehlender Umsetzung sanktioniert werden kann.

  • Klimafinanzierung

Die Anpassung an den Klimawandel, beziehungsweise die Umsetzung von Klimaschutzstrategien, kostet Geld. Historisch gesehen tragen die Industriestaaten eine größere Schuld für die Umweltbelastung durch anthropogene Treibhausgase als Entwicklungsländer und sollen daher die Länder des globalen Südens finanziell bei der Anpassung unterstützen. Als Zeichen des Entgegenkommens haben die Industrieländer im Vorfeld der COP22 eine „Roadmap“ vorgestellt, laut der die jährliche Klimafinanzierung bis 2020 auf 100 Milliarden US-Dollar angehoben werden soll.

  • Kapazitätsaufbau

Insbesondere einigen der Entwicklungsländer fehlt es bisher an Kapazitäten und der Expertise, um wirksame Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und auf Klimaveränderungen zu reagieren. Auf der COP22 soll daher ein Ausschuss für den Kapazitätsaufbau ausgestaltet werden, der bei Bedarf Klimaschutzmaßnahmen koordinieren soll.

  • Anpassung an den Klimawandel und Umgang mit Verlusten und Schäden

Einige Länder, allen voran die Inselstaaten, spüren die Folgen des Klimawandels heute schon deutlich mehr als andere. Im Rahmen der Pariser Verhandlungen im letzten Jahr wurde sich darauf geeinigt, dass klimabedingte Schäden und Verluste sowie demografische Umsiedlungen in einem  eigenständigen Artikel im Abkommen verankert werden. Ziel der COP22 wird es sein, Lösungsvorschläge zu klimabedingten Umsiedlungen, Ernteausfällen und Zerstörungen zu erarbeiten. Außerdem wird eine Informationsplattform für Klimarisikoversicherungen etabliert.

  • Sofortmaßnahmen vor 2020

Da das Kyoto-Protokoll erst 2020 ausläuft, treten die meisten Bestimmungen des Pariser Protokolls erst 2020 in Kraft. Dennoch ist es notwendig, dass die Weltgemeinschaft sofort aktiv wird um ihre Klimaziele, wie die Begrenzung der Erderwärmung, zu erreichen. Ein weiteres Ziel der COP22 ist daher eine stärkere Einbindung und Unterstützung von nichtstaatlichen Akteuren, die wirksame Klimaschutzmaßnahmen bereits vor 2020 umsetzen.

Mehr Informationen zu vergangenen Klimagipfeln und den Zielen der Weltklimapolitik finden sich in unserem Themenspezial „Klimagipfel”.