Prof. Dr. Claudia Kemfert: "Man bewegt sich im Kreis"

Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet seit April 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin. Sie ist Wirtschaftsexpertin auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz. Claudia Kemfert war Beraterin von EU Präsident José Manuel Barroso und ist in Beiräten verschiedener Forschungsinstitutionen sowie Bundes- und Landesministerien tätig. Sie ist eine mehrfach ausgezeichnete Spitzenforscherin und gefragte Expertin für Politik und Medien. Zuletzt erhielt sie die Urania Medaille und den B.A.U.M Umweltpreis in der Kategorie Wissenschaft.

Was ist Ihre realistische Prognose für ein Ergebnis von COP17?

Ich erwarte wenig Fortschritt, weder eine Einigung auf verbindliche, globale Treibhausgasminderungsziele, noch ein neues Post- Kyoto Abkommen oder gar eine Verlängerung des Kyoto Protokolls. Die Klimakonferenz von Kopenhagen hat sehr deutlich gemacht, dass man sich im Kreis bewegt.

Was würden Sie sich für COP17 wünschen?

Wie schon für Kopenhagen und nachfolgende Klimakonferenzen, wünsche ich mir, dass man sich auf verbindliche Treibhausgasminderungsziele einigt, ein Post Kyoto Protokoll verabschiedet an dem sowohl die USA als auch China teilnehmen. Doch der Wunsch wird wohl kaum Wirklichkeit werden, denn sowohl die USA als auch China werden sich nach wie vor kaum auf verbindliche Klimaschutzziele einigen können.

Was muss passieren, wenn COP17 „scheitert“?

Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass man auf multinationaler Ebene beginnt, gemeinsame Ziel zu vereinbaren: Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien, der Verbesserung der Energieeffizienz und gemeinsame Investitionen in grüne Märkte. Europa sollte Vorreiter sein und deutlich machen, dass die wirtschaftlichen Chancen größer als die Risiken sind. Denn gerade aus der Finanzkrise heraus muss es darum gehen, zukünftige Wachstumsmärkte zu identifizieren und gemeinsam Innovationen und Lösungen zum Umbau des Energiesystems und die Umsetzung einer nachhaltigen Mobilität zu forcieren. In keinen anderen Markt werden in den kommenden Jahrzehnten mehr Investitionen fließen als in nachhaltige Energie und Mobilitätsmärkte. In Durban sollte man sich auf die wirtschaftlichen Chancen konzentrieren und gemeinsame Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz vereinbaren. 


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