Klimaschutz und Gesellschaft

Erik Assadourian, Wissenschaftler am US-amerikanischen Worldwatch Institute, bezeichnet die heute in den Industriestaaten vorherrschende Kultur als „Konsumismus“. In den vergangenen 50 Jahren habe sich die Bevölkerung der Erde um den Faktor 2,2 vergrößert, schreibt er in seinem Bericht „Zur Lage der Welt“, die weltweiten Konsumausgaben hingegen versechsfachten sich. Allein im Jahr 2008 wurden weltweit 68 Millionen Autos, 85 Millionen Kühlschränke, 297 Millionen Computer und 1,2 Milliarden Mobiltelefone verkauft. Sechzehn Prozent der Weltbevölkerung, die Bewohner der wohlhabenden Industriestaaten, sind allein für 78 Prozent des globalen Konsums verantwortlich. Irgendwie klar, dass es so nicht endlos weitergehen kann.

Würden alle Menschen auf der Welt so leben wie die Deutschen, dann würden die sich selbst erneuernden Ressourcen wie Trinkwasser und Holz der Erde nur für 2,1 Milliarde Menschen ausreichen. Derzeit aber leben schon fast sieben Milliarden Menschen auf der Welt. Trotz aller Fortschritte bei Recycling und Energieeffizienz wird kein Weg daran vorbeiführen, dass die Bewohner der Industriestaaten ihren Lebensstil ändern. Das müsse nicht unbedingt Verzicht bedeuten, betonen Experten, vielmehr komme es darauf an, Wohlstand und Wachstum künftig anders zu verstehen.

Zahlen, bitte!

 

Rund das Zweifache an Strom verbraucht ein Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A, wenn man ihn mit dem besten Gerät der Kategorie A++ vergleicht. Die vermeintlich vorteilhafte Klasse A hat sich längst selbst überholt. Seit Einführung der EU-Effizienzlabel Mitte der neunziger Jahre ist der Energiebedarf von Haushaltsgeräten drastisch gesunken. Die ursprüngliche Skala von A bis G wurde jedoch nicht verschärft - Kühlschränke der Effizienzklasse B oder gar C gibt es inzwischen praktisch nicht mehr. Für Spitzengeräte wurde zu Beginn des Jahres 2011 bereits die Kategorie A+++ eingeführt.

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