Klimawandel regional und global

Dass es insgesamt auf der Erde heißer wird, wissen wir längst. „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig“, stellte der Weltklimarat IPCC 2007 fest. Dies sei „aufgrund der Beobachtungen des Anstiegs der mittleren globalen Luft- und Meerestemperaturen, des ausgedehnten Abschmelzens von Schnee und Eis und des Anstiegs des mittleren globalen Meeresspiegels offensichtlich“. Aktuellen Schätzungen zufolge wird sich die globale Temperatur bis 2050 um bis zu 4,5 °C erhöhen – Klimatologen dagegen fordern, den Anstieg auf höchstens 2 °C zu begrenzen, darüber würden die Folgen der Erderwärmung für den Menschen sicherlich unbeherrschbar.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind regional sehr unterschiedlich. Insgesamt trifft der Klimawandel Afrika und Asien am härtesten. In einigen Gegenden Asiens regnet es lange nicht, Flüsse versiegen und die Böden sind weniger fruchtbar. Anschließend sind die Niederschläge teilweise umso heftiger. Beides ist schlecht für die Nahrungsmittelproduktion – wenn es gar nicht regnet, wächst nichts; wenn es zu viel regnet, zerstören die Niederschläge die Ernten.

Starker Regen nimmt vor allem in Nordeuropa und im Osten Nord- und Südamerikas zu. Trocken wird es hauptsächlich am Mittelmeer, in der Sahel-Zone, in Südafrika und Südasien. Während es in Teilen der Antarktis wahrscheinlich mehr schneien wird, nimmt insgesamt die Schneedecke sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel ab.

Im 2007-er Bericht des IPCC heißt es, dass der Meeresspiegel im vergangenen Jahrhundert (im weltweiten Durchschnitt) bereits um 17 Zentimeter gestiegen ist. In diesem Jahrhundert wird er vermutlich um weitere 18-59 Zentimeter steigen – und das ist offenbar nur die Untergrenze, denn bestimmte Entwicklungen wie das Schmelzen des grönländischen Festlandeises sind in der Schätzung gar nicht berücksichtigt.

Und was merkt Europa vom Klimawandel? Besonders in Südeuropa wird es trockener, worunter allen voran die Landwirtschaft leidet. Viele Pflanzen und Tiere können sich darüber hinaus nicht so schnell an die veränderten Bedingungen anpassen und viele Arten werden aussterben; die Sommer werden heißer, wodurch es mehr Hitzetote geben kann. In Nordeuropa nehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit Stürme zu.

Hochwasser an der Oder

Die Folgen für Deutschland

In Deutschland ist eine Zunahme von Überschwemmungen zu beobachten, die Häufigkeit und Heftigkeit der Oder- und Elbefluten von 1997, 2002 und 2010 könnte bereits mit dem Klimawandel zusammenhängen. 20 Milliarden Euro kosteten die Schäden, die das Elbehochwasser in Deutschland anrichtete. Der Meeresspiegel der Nordsee kann sich in diesem Jahrhundert an der niederländischen Küste um 13 Zentimeter erhöhen, Zahlen für die deutsche Küste sind noch nicht bekannt. Überschwemmungen sind also auch dort wahrscheinlich. Darüber hinaus steigt über der Nordsee die Gefahr der Sturmbildung.

In Ostdeutschland werden die Sommer trockener. Im Norden und im Alpenvorland steigen die Temperaturen, kühl bleibt es dagegen direkt an der Küste. In Norddeutschland nehmen die Niederschläge um rund 50 Prozent ab, in Mittelgebirgsregionen wird es im Winter allerdings mehr regnen. In der Eifel, im Hunsrück, Odenwald, Spessart und in der Rhön sind 80 Prozent mehr Niederschläge wahrscheinlich.

Doch weil sich die negativen Folgen des Klimawandels besonders auf arme Länder des Südens auswirken, die wenig finanzielle Möglichkeiten haben, um dem Problem zu begegnen, sind immer mehr Menschen auf der Flucht. Die meisten bleiben zwar in angrenzenden Ländern – aber auch nach Europa drängt es immer mehr sogenannte Klimaflüchtlinge.

Unser Hitze-Spezial beschäftigt sich ausführlich mit den Folgen des Klimawandels für Deutschland: In „Deutschland im Klimawandel“ und  „Warme Städte, heiße Gebäude“ können Sie nachlesen, was Sie in den kommenden Jahren erwartet und wie Sie Ihre eigenen vier Wände fit für den Klimawandel machen können.

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