Ursachen des Treibhauseffekts

Dass die fortschreitende Erderwärmung vor allem durch die Verbrennung fossiler Energiespeicher und somit vor allem durch den Menschen verursacht wird, ist überhaupt keine neue Erkenntnis. Schon Ende des 19. Jahrhunderts erkannte der schwedische Chemiker Svante August Arrhenius die Bedeutung des Kohlendioxids für das Klima der Erde. Die erste regelmäßige CO2-Messung begann der US-Klimaforscher Charles David Keeling 1957 in Hawaii auf dem Vulkan Mauna Loa. Seine Datensammlung wies, wie nach ihr auch viele andere, eine stetig steigende Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre nach.

Keelings Erkenntnisse erregten große Aufmerksamkeit und stießen weltweite Klimaforschungen an. Seit 1988 fasst der von der UN eingerichtete Expertenrat IPCC („Intergovernmental Panel on Climate Change“) regelmäßig die Erkenntnisse der seriösen Klimaforschung zusammen – diese Arbeit von mehreren Tausend Wissenschaftlern wird jeweils vor der Veröffentlichung noch mit Vertretern der beteiligten Regierungen diskutiert. In dem bislang letzten, 2007 erschienenen Vierten Sachstandsbericht erklären die Wissenschaftler, dass die Erderwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent durch menschengemachte Emissionen von Treibhausgasen verursacht wird.

Sonneneruption

Der Einfluss der Sonne

Immer wieder wird von Kritikern auf eine zunehmende Sonnenaktivität als Ursache für den Klimawandel verwiesen. Doch etlichen Forschungen zufolge sind die derzeitigen Veränderungen der Sonne zu gering, um den beobachteten Klimawandel auf der Erde zu erklären. Der IPCC schreibt in seinem Vierten Sachstandsbericht, dass der durch Änderungen der Sonneneinstrahlung verursachte Klimaeffekt nur etwa ein Zehntel des anthropogenen Treibhauseffektes ausmacht.

Das mit Abstand wichtigste Treibhausgas ist Kohlenstoffdioxid, kurz Kohlendioxid bzw. CO2. Es macht nur 0,04 Prozent der Erdatmosphäre aus, andere Treibhausgase wie Methan, Lachgas (chemisch korrekt: Distickstoffoxid), Schwefelhexafluorid und FCKW sind sogar noch seltener. Die vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Mengen sind für etwa zwei Drittel des Klimawandels verantwortlich. Der weltweite anthropogene CO2-Ausstoß betrug im Jahr 2006 ca. 32 Gigatonnen (das sind 32.000 Megatonnen bzw. 32.000 Milliarden Tonnen). Diese Emissionen reichern sich in der Atmosphäre an und können nur bedingt von natürlichen Kohlenstoff-Speichern wie Ozeanen oder Wäldern absorbiert werden. Es wird geschätzt, dass menschliche Aktivitäten die CO2-Konzentration in der Atmosphäre von derzeit rund 380 ppm auf 550 ppm bis 2100 erhöhen könnten.

Braunekohletagebau in Deutschland

Der Einfluss des Menschen

Kohlendioxid entsteht (neben seiner natürlichen Vorkommensweise) vor allem bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Braunkohle ist dabei der Stoff mit den größten CO2-Emissionen. Zu den weltweit größten Verursachern gehören die USA, China und die EU, umgerechnet auf die Einwohnerzahl aber liegen die chinesischen Emissionen weit hinter denen der entwickelten Industriestaaten.

Verstärkt wird die Erderwärmung durch die globale Entwaldung: Wälder speichern bislang rund 70 Prozent des insgesamt auf der Erde vorhandenen Kohlenstoffs. Durch Rodungen und Trockenlegung von Mooren, vor allem von Tropenwäldern in Südamerika und Indonesien, werden derzeit große Mengen Kohlendioxid freigesetzt. Allein die Entwaldung macht derzeit rund 20 Prozent der weltweiten Treibhausemissionen aus.

Auch die industrielle Landwirtschaft der westlichen Industriestaaten trägt erheblich zur Erderwärmung bei: Der Einsatz von Maschinen, Pestiziden und Kunstdüngern ist sehr energieintensiv, chemische Stickstoffdünger verursachen zudem das klimaschädliche Lachgas, und die Intensivtierhaltung emittiert große Mengen des Treibhausgases Methan.

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