08. April 2010

CO2 unterirdisch lagern?

Klima-Orakel Verbraucherfragen Expertenantworten Klima Energie

„Werden nicht schon bald alle Klimagase von Kohlekraftwerken gelagert, sodass diese dann klimafreundlich sind?“ (Jörg Vogler, Kyritz)


Klima-Orakel Verbraucherfragen Expertenantworten Klima Energie

Prof. Dr. Bernhard Stribrny (Biodiversität und Klima Forschungszentrum BiK-F): „Die Verbrennung von Energieträgern wie Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Torf oder Biomasse setzt CO2 in die Atmosphäre frei. Ein Weg zur Verringerung dieser durch Menschen verursachten CO2-Emissionen ist die CCS-Technologie (CCS steht für Carbon Dioxide Capture and Storage, also Abscheidung und Speicherung von CO2). Diese Technologie wird derzeit im industriellen Maßstab erprobt. Ziel ist es, Kohlendioxid in Kraftwerken oder Industrieanlagen abzutrennen und langfristig in tiefen geologischen Gesteinsformationen zu lagern. Die Bundesregierung fördert in Rahmen ihres Integrierten Energie- und Klimaprogramms sowohl Demonstrationskraftwerke als auch entsprechende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, zum Beispiel in ihrem Forschungsprogramm ‚Geotechnologien’.

Auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe untersucht seit dem Jahr 2000 gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Forschungsinstituten und Geologischen Diensten innerhalb und außerhalb Deutschlands verschiedene Fragestellungen der CO2-Speicherung im Untergrund. CO2-Speichergesteine müssen besondere Kriterien erfüllen. Dazu zählen die ausreichende Speicherkapazität, Porosität und Durchlässigkeit, eine Tiefe vom mindestens 800 Metern und eine Überdeckung durch eine undurchlässige Barrieregesteinsserie.

In Deutschland sind die größten potenziellen CO2-Speichergesteinsformationen im Norddeutschen Becken, also von Südniedersachsen bis unter die Nord- und Ostsee zu finden. Ob und wann die CCS-Technologie in Deutschland zum Einsatz kommt, hängt von den Ergebnissen dieser Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie von weiteren Faktoren wie gesetzgeberischen Regelungen ab. Aller Voraussicht nach ist in Deutschland vor dem Jahre 2020 nicht mit einem Einsatz der CCS-Technologie im großen Maßstab zu rechnen.

Fazit: Durch die Speicherung von CO2 im tiefen Untergrund, der so genannten Lithosphäre würden die Klimagase von Kohlekraftwerken zwar nicht klimafreundlich, aber ihre Wirkung als Treibhausgas in der Atmosphäre wäre damit langfristig unterbunden.“


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Kommentare

22-07-10 11:16 Tim
Herr Prof. Stribny hat bei des CCS-Technologie vergessen, dass zur CO2-Abscheidung auch Energie benötigt wird was zur Folge hat, dass der ohnehin bescheidene Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke weiter verschlechtert wird.
16-07-11 08:15 Jörg
Damit wird, neben dem atomaren Abfall, der unseren nachkommen über Jahrhunderte erhalten bleibt, weiterer Müll erzeugt, der uns irgendwann erhebliche Probleme bereiten wird. "Was ich nicht sehe, gibt es nicht"?
Hier wird an der falschen Stelle angesetzt! "Vermeidung" wäre die bessere Lösung, auch wenn's weh tut.
21-02-13 00:09 fridolin
dann bringt bessere vorschläge als hier eure blöden kommentare abzugeben. wenn man co2 mal einlagert, dann kann man schauen was man damit machen will, aber wenn es mal in der atmosphäre ist, ist es viel aufwändiger etwas zu tun. ihr könntet z.b. weniger atmen und weniger essen --> weniger gasausstoss :D, spass bei seite.

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