22. Juli 2010

Energieeffiziente Klimageräte?

Klima-Orakel Verbraucherfragen Expertenantworten Klima Energie

„Sind Klimageräte der Energieeffizienzklasse A klimafreundlich?“ (Martin Volz, Emden)


Klima-Orakel Verbraucherfragen Expertenantworten Klima Energie

Michael Bade (Umweltbundesamt): „Aus Sicht des Umweltschutzes gilt: Weder das Heizen noch das Kühlen mit Klimageräten ist zu befürworten. Der hohe Stromverbrauch spricht gegen eine Nutzung - da hilft es auch nicht, wenn ein Klimagerät mit der Effizienzklasse A ausgewiesen ist. In Deutschland wird  ein großer Teil des Stroms in Kohlekraftwerken erzeugt und somit für eine Kilowattstunde Strom viel CO2 emittiert. Wer auf Klimageräte verzichtet, leistet nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, er spart auch Strom und schont die Haushaltskasse.“

 

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Christian Noll (BUND): „Das Energielabel bemisst mobile Klimageräte und fest zu installierende Split-Geräte nach zweierlei Maß. Wer ahnt schon, dass ein ‚A’-gelabeltes Kompaktgerät so ineffizient ist, wie ein zweiteiliges Split-Gerät der Effizienzklasse D? Bei über 400 Kilowattstunden Jahresverbrauch ist das nicht nur Umweltfrevel sondern auch gröbste Verbrauchertäuschung. Günstiger, umweltfreundlicher und effektiver ist richtiges Verdunkeln der Wohnung am Tag und Querlüften des Nachts. Wenn das nicht hilft, liegt es in der Regel an einer schlechten Dämmung des Gebäudes. Energetische Sanierung sorgt auch im Sommer für mehr Behaglichkeit und schützt langfristig Klima und Geldbeutel. Wenn die EU diesen Herbst über Ökodesign-Anforderungen verhandelt, sollte sie sich entscheiden, mobile Klimageräte vom Markt zu verbannen.“
 


Redaktionstipp: In unserem Hitze-Spezial finden Sie noch viele andere Tipps, wie Sie heiße Tage auch ohne stromfressende Klimageräte überstehen. Individuelle Vorschläge macht Ihnen der HitzeCheck.

 

Hier geht es zu allen Fragen und Antworten des Klima-Orakels.

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Kommentare

07-08-10 15:14 Peter
Nunja, ist letzere Anwort wirklich überzeugend, wenn sie von einen Jahr Dauerbertrieb ausgeht statt von 3 Monaten im Sommer zu 12 Stunden (wenn es hochkommt)?
Da soll eine energetische Sanierung eine Alternative sein? Wie soll sich das jemals rechnen? Gehen wir für eine Saison von 100 Euro Kosten aus dann kommt man in 100 Jahren auf 10.000 Euro. Weiß der Herr von BUND was eine energetische Sanierung kostet? Und die dürfte in ihrer CO2 Bilanz noch schlechter sein. Von den gesundheitlichen Problemen durch Hitze für z.B. ältere Menschen gar nicht zu reden und vom Luftrocknungseffekt bei schwülem Wetter abgesehen. Man sollte das mal rational abwägen und damit meine ich auch das Kosten/Nutzenverhältnis. Klimaanlagen sind technisch Wärmepumpen, klingt doch gleich viel grüner oder?
Nein, ich arbeite nicht in der Branche.
11-01-12 14:38 Sebastian
Hallo Peter,

ich sehe das genauso. Nicht jeder hat die Möglichkeiten überhaupt ein Split-Gerät zu installieren, geschweige denn seine Mietwohnung energetisch grundzusanieren.
Bei unserer Wohnung ist nicht einmal querlüften möglich da sämtliche Fenster an der gleichen Hauswand liegen. Dass es sich dabei um eine Dachgeschosswohnung handelt, verschlimmert die Sache noch. Andere Wege als elektronische Helfer haben wir nicht um im Sommer der Hitze entgegenzuwirken und im Winter mit Luftentfeuchter dem Schimmel vorzubeugen.

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