Klima-Barometer

Index


4. Quartal 2009

Ein Rückblick auf das große Thema des vierten Quartals 2009: der Klimagipfel in Kopenhagen. Nach Einschätzung der meisten Kommentatoren war der Gipfel kein Erfolg. Außerhalb der Konferenzräume jedoch zeichnet sich durchaus ein Erfolg ab. Der Index des Klima-Barometers zeigt: Der Klimagipfel steigerte das öffentliche Interesse an den Themen Klimaschutz, Klimawandel und Energiesparen deutlich. Der aktuelle Indexwert liegt mit 110 über dem Durchschnitt von 100 Punkten.

Klima-Barometer-Index 04/2009, Indexwert: 110
Klima-Barometer-Index 04/2009, Indexwert: 110

Besonders hoch fällt die Einschätzung der befragten Klimaschutz-Experten mit 143 Punkten aus. Insgesamt 44 Experten gaben ihre Bewertung für das vierte Quartal 2009 ab. Ihre überwiegende Einschätzung: Das Thema Klimaschutz ist durch den Klimagipfel wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt.


Was die Experten meinen

Manfred Kriener, zeo2 - Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft:

„Mir ist aufgefallen, dass eine neue Volksbewegung gegen den Klimagau entsteht. Damit meine ich Hunderte kleiner Projekte und Initiativen, die gegen CO2-Emissionen mobil machen - mit teilweise verblüffenden Aktionen. Das reicht vom Umweltkino, wo die Leute auf stationären Spezialrädern ihren eigenen Strom für den Filmprojektor erzeugen bis hin zur ersten klimaneutralen Musik-CD-Produktion. Solche Initiativen von Bürgern, Unternehmen oder Kommunen finden sich in wachsender Zahl auf der ganzen Welt. Sie alle haben längst ihr persönliches Kyoto-Protokoll in die Tat umgesetzt."

Prof. Dr. Claus Leggewie, Wissenschaftlicher Beirat für Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung :

„Das Thema Klima ist zum absoluten Top-Thema geworden, das in seiner ganzen Breite und Tiefe erkannt worden ist."

Hanne May, Chefredakteurin neue energie - das Magazin für Eneuerbare Energien:   
   
„Durch die Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat das Thema eine extrem hohe Medienpräsenz erreicht. Interessant ist, dass sich auch viele Publikumsmedien intensiv damit auseinandersetzen und Formen suchen, das sehr komplexe Thema für ein Massenpublikum aufzubereiten. Zweite Auffälligkeit: Die Grundsatzkritiker des Klimawandels kommen zwar weiter zu Wort; ihre Position wird aber relativiert bzw. hat bei weitem nicht mehr das Gewicht wie noch vor etwa ein bis zwei Jahren."  

Dr. Imme Scholz, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik:

„Es ist wichtig, dass nicht länger nur drohende Katastrophen vermel-det, sondern die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und -schutz und Wirtschafts- und Entwicklungspolitik in vielen Printmedien differenziert diskutiert werden.“ 

Stephan Schunkert, Geschäftsführender Gesellschafter von KlimAktiv- gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH:

„Das Thema Klimaschutz war aufgrund anderer Themen wie der Wirtschaftskrise im Laufe von 2009 sehr in den Hintergrund gerückt. Erfreulicher Weise ist durch die Weltklimakonferenz in Kopenhagen das Interesse wieder erwacht und dies mehr als je zuvor. Wir hoffen sehr, dass dieses Interesse im allgemeinen Handlungsumfeld der Bürger von Bestand ist und sich in Taten umsetzt."

Dr. Klaus Schwarzer, Institut für Geowissenschaften, Universität Kiel:
   
„Die Klimakonferenz in Kopenhagen erregte Aufsehen; die Präsenz in den Medien war ungleich höher als im vorangegangenen Quartal. Industrienationen wie die USA scheinen einzulenken;  es wird mehr auch über "kleinere" Maßnahmen für die Länder der dritten Welt nachgedacht; Leider wird die Problematik des Klimaschutzes primär in den Industrienationen diskutiert. Schwellen- oder Entwicklungsländer bekommen davon nach wie vor kaum etwas mit."


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