Die Dämmung der obersten Geschossdecke

Seit Anfang 2012 müssen alle Hausbesitzer eine Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs vorgenommen haben. So schreibt es mit wenigen Ausnahmen die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Davon profitieren nicht nur Wohnkomfort und Klima, sondern auch das Bankkonto: Ein Einfamilienhaus beispielsweise kann durch eine nachträgliche Dämmung der oberen Geschossdecke in 20 Jahren mehr als 3.600 Euro sparen.

Dachboden(c) Ipeg-Institut

Ob Kindersachen, alte Möbel oder Großmutters Tafelsilber – der Dachboden ist ein beliebter Stauraum für alles, was man nur selten braucht. Ist das Dach jedoch nicht gedämmt, dann kann es schnell zum energetischen Schwachpunkt werden. Denn Wärme steigt bekanntlich nach oben. Über die große Fläche eines ungedämmten Dachs geht kontinuierlich eine große Menge an Heizenergie ungenutzt verloren. Das schlägt sich unweigerlich auf die Heizkosten der Hausbewohner nieder.

Diese Lücke kann man allerdings kostengünstig schließen – und zwar durch eine Dämmung der oberen Geschossdecke. Eine fachgerechte Dämmung hält die Wärme im Haus und senkt damit die Heizkosten. Statistische Berechnungen von co2online (Träger der Klimaschutzkampagne) zeigen, dass die Dämmung der obersten Geschossdecke über die Jahre hinweg sehr viel Energie und Geld einsparen kann.

Dämmung der oberen Geschossdecke spart 3.600 Euro

Ein erdgasbeheiztes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche spart bei einer einmaligen Investition von 3.000 Euro für die Dämmung der obersten Geschossdecke (entspricht 75 m2) in 20 Jahren 3.600 Euro Heizkosten:

Nach 1 JahrNach 20 Jahren
Energieersparnis2.000 kWh40.000 kWh
CO2-Vermeidung480 kg9.600 kg
Heizkostenersparnis180 Euro3.600 Euro

 (Angaben gerundet. Aktueller Wärmepreis: 0,09 Euro/kWh; durchschnittlicher Wärmepreis in den kommenden 20 Jahren: 0,17 Euro/kWh bei angenommener Preissteigerung; Emissionsfaktor Erdgas 0,244 kg CO2/kWh; Dämmkosten 40 Euro pro m2.)

EnEV – Nachrüstpflicht seit 2012

Da die Dämmung der obersten Geschossdecke in der Regel äußerst wirtschaftlich ist, verpflichtet der Gesetzgeber Hausbesitzer und Bauherren dazu. Seit 01. Januar 2012 müssen laut EnEV alle begehbaren und nicht begehbaren obersten Geschossdecken gedämmt sein.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn zum Beispiel das Dach bereits gedämmt ist, muss nicht nachgerüstet werden. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser sind ausgenommen, wenn der Eigentümer schon vor dem 1. Februar 2002 selbst darin gewohnt hat. Dann gilt die Pflicht erst, sobald das Haus verkauft wird. Die neuen Besitzer haben dann zwei Jahre Zeit, die Vorgaben zu erfüllen. Ein Verstoß gegen die EnEV ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bestraft werden kann.

Aktualisierung: EnEV 2014
Mit in Kraft treten der EnEV 2014 wurden diese Fristen angpasst:

Eigentümer von Wohngebäuden sowie von Nichtwohngebäuden, die nach ihrer Zweck-bestimmung jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, müssen dafür sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste Geschossdecken), die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllen, nach dem 31. Dezember 2015 so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 Watt/(m²⋅K) nicht überschreitet.

Vor der Heizperiode oberste Geschossdecke dämmen

Doch eine Dämmung der obersten Geschossdecke kann sich auch für Hausbesitzer lohnen, die nicht durch die EnEV dazu verpflichtet sind. Die Investition macht sich zumeist schnell bezahlt, außerdem gibt es auch Fördermittel für eine Dämmung der obersten Geschossdecke.

Mit Dachdämmung gewonnen!

Dachdämmung war eine der Maßnahmen, die zum Sieg im Energiesparmeister-Wettbewerb 2008 führten.

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Welche Dämmmaßnahmen sich ebenfalls für Ihr Haus eignen, finden Sie mit dem ModernisierungsCheck heraus. Experten in Ihrer Umgebung für die Durchführung sind im Online-Branchenbuch Rat und Tat aufgeführt.

Von einer sinnvollen und gut ausgeführten Dach- oder Dachbodendämmung profitieren alle Beteiligten: Mieter und Hausbesitzer, Handwerk und Industrie sowie nicht zuletzt Umwelt und Volkswirtschaft. Immobilienbesitzer sollten daher noch vor Beginn der Heizperiode eine Dämmung der obersten Geschossdecke in Angriff nehmen.

Autorin: Karin Adolph

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