Energieausweis beim Hausverkauf: Was Sie wissen müssen

Beim Hausverkauf oder beim Wohnungsverkauf muss den Kaufinteressenten ein gültiger Energieausweis vorgelegt werden – das ist Vorschrift. Welcher Energieausweis vorgelegt wird, ist aber nicht vorgeschrieben. Hier finden Verkäufer und Käufer Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Für welche Gebäude ist ein Energieausweis notwendig?

Für Baudenkmäler, für Gebäude mit bis zu 50 Quadratmeter Nutzfläche und für Ferienhäuser, die nicht regelmäßig geheizt oder gekühlt werden, muss kein Energieausweis ausgestellt werden. Für alle anderen Wohnimmobilien schon, wenn diese verkauft werden sollen.

Verkäufer oder Käufer: Wer muss den Energieausweis bestellen?

Für das Ausstellen ist der Verkäufer verantwortlich — also der Eigentümer, Verwalter oder Makler. Dies ist in der 2014 überarbeiteten Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.

Auf was bezieht sich der Energieausweis genau und wie lange ist er gültig?

Altes Haus mit Verkaufen-Schild(c) fotolia.de / ArTo

Ebenfalls in der EnEV ist festgeschrieben, dass Energieausweise immer für das gesamte Gebäude und nicht für einzelne Wohneinheiten ausgestellt werden. Die Ausweise sind zehn Jahre gültig. Dies gilt auch, wenn sich in diesem Zeitraum die rechtlichen Anforderungen für die Energieausweise ändern.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

Grundsätzlich sind zwei Arten von Energieausweisen zu unterscheiden: Der Verbrauchsausweis bewertet den tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner eines Gebäudes. Der Bedarfsausweis bewertet den theoretischen, aus dem Zustand des Gebäudes gefolgerten Energiebedarf und ermöglicht damit eine nutzerunabhängige Beurteilung des Gebäudes. Weitere Informationen zu den beiden Energieausweisarten sind im Artikel Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis: Vergleich zu finden.

Hausverkauf: Welche Pflichten haben Verkäufer?

Gleich vorab: Wenn Verkäufer sich nicht an die Energieausweis-Vorschriften halten, können Bußgelder in Höhe von bis zu 15.000 fällig werden. Im Einzelnen besagen die Vorschriften: Bei der ersten Haus- oder Wohnungsbesichtigung ist der Energieausweis den Kaufinteressenten unaufgefordert zu zeigen oder gut sichtbar auszuhängen. Und zwar in Papier-Form – es reicht nicht, den Ausweis digital auf einem Computer-Monitor oder sogar auf dem Smartphone zu zeigen. Bei der ersten Besichtigung muss der Energieausweis also bereits vorhanden sein.

Hauskauf: Welche Rechte haben Käufer?

Alle Kaufinteressenten haben bei der ersten Objektbesichtigung einen Anspruch darauf, den Energieausweis zu sehen – und zwar auf Papier, nicht auf einem Bildschirm. Darüber hinaus gibt aber kein Recht darauf, sich den Ausweis aushändigen zu lassen.

Muss der Energieausweis schon in der Anzeige enthalten sein?

Wenn der Ausweis schon vorhanden ist, wenn die Verkaufsanzeige beispielsweise im Internet oder in einer Zeitung geschaltet wird, muss darin der Endenergiebedarf oder -verbrauch angegeben werden. Wenn der Ausweis seit April 2014 ausgestellt wurde, muss auch die aufgeführte Energieeffizienzklasse genannt werden.

Was müssen Käufer beim Nachvollziehen des Ausweises beachten?

Um die Bewertung des Energieausweises richtig einordnen zu können, ist es wichtig, welcher Energieausweis vorliegt: Verbrauchs- und Bedarfsausweise können nämlich ein und dasselbe Gebäude in verschiedene Effizienzklassen einordnen. So haben Analysen der SEnerCon GmbH ergeben, dass Gebäude in Energieverbrauchsausweisen durchschnittlich eine Effizienzklasse besser bewertet werden als in den Energiebedarfsausweisen. Außerdem ist zu beachten, dass die Bedarfsausweise besser auf das jeweilige Gebäude zugeschnittene Vorschläge zur energetischen Modernisierung enthalten.

Hausverkauf: Wie wird ein Energieausweis bestellt?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Energieausweise zu bestellen: Sie können über einen entsprechend qualifizierten Energieberater beauftragt werden. Dieser ermittelt dann die für den Ausweis benötigten Daten zumeist direkt vor Ort im Gebäude. Das kostenlose Branchenbuch „Rat und Tat“ vermittelt entsprechende Energieberater. Die Erhebung vor Ort kostet in der Regel etwa 300 Euro — es kann aber bei komplexer baulicher oder heiztechnischer Situation noch einmal deutlich teurer werden. Dieses aufwendige Verfahren ist nur für Bedarfsausweise sinnvoll.Die zweite Möglichkeit ist, den Energieausweis über das Internet zu bestellen. Weitere Informationen dazu enthält der Artikel Energieausweise online erstellen & zuschicken lassen.

Die in diesem Artikel zusammengefassten Informationen gelten überwiegend auch bei der Vermietung von Immobilien.

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