Energieausweis online erstellen – so geht’s

Im Internet kann fast alles bestellt werden – auch Energieausweise. Die Qualität der Online-Ausweise ist nicht schlechter als die der vor-Ort erstellten Ausweise, wie eine Untersuchung von „Haus & Grund" gezeigt hat. In diesem Artikel wird erklärt, worauf es beim online-Beauftragen und Ausstellen von Energieausweisen ankommt.

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Ein Energieausweis ist notwendig, wenn ein Gebäude durch Neuvermietung, -verpachtung oder Verkauf einen neuen Mieter bzw. Besitzer erhält. Wichtig: Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) schreibt vor, dass ein Energieausweis Kauf- oder Mietinteressenten spätestens bei der Objektbesichtigung vorzulegen – er muss also rechtzeitig beantragt werden. Der Energieausweis ermöglicht es, schnell zu erfassen, ob ein Gebäude viel oder wenig Heizenergie verbraucht bzw. benötigt und wie energieeffizient es ist. Eigentümer und Interessenten erfahren mit einem Energieausweis seit Mai 2014 die Verbrauchsklasse (Energieeffizienzklasse von A+ bis H) eines Gebäudes. Zudem kann ein Energieausweis den Eigentümern erste Modernisierungsempfehlungen an die Hand geben. Was ein Energieausweis noch an Informationen enthält und wie er gelesen wird, erläutert unser Musterenergieausweis.

Dauer, Kosten und Unterlagen

Energieausweis bestellen(c) johannesspreter/Fotolia.com

Für Wohngebäude können sowohl die verbrauchsbasierten Energieausweis (Verbrauchsausweis) als auch die etwas aufwändigeren bedarfsorientierten Energieausweis (Bedarfsausweis) online beantragt werden. Für Nichtwohngebäude gibt es die Möglichkeit, den Verbrauchsausweis online zu erstellen. Wie sich die beiden Ausweise unterscheiden, erklärt der Artikel Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?. Wichtig zu wissen ist, dass das Bestellen der Ausweise unterschiedlich lange dauert: Während das Formular für einen Verbrauchsausweis in etwa 20 Minuten ausgefüllt werden kann, dauert dies bei Bedarfsausweisen schon mal 45 Minuten und mehr. Erhalten sollte man den Ausweis dann postalisch in ein bis zwei Wochen.

Auch unterscheiden sich die beiden Ausweise bezüglich ihrer Kosten. Der Verbrauchsausweis ist deutlich günstiger – aber kostenlos ist auch er nicht. Und da der Energieausweis Pflicht ist, können auch keine Fördermittel beantragt werden. Weitere Infos dazu finden Sie in unserem Artikel zu den Kosten. Für die Beantragung werden dann grundlegende Informationen über das Gebäude benötigt: Wann wurde es gebaut, welche Heiztechnik wird genutzt, ist das Gebäude gedämmt? Bei Verbrauchsausweisen werden die Verbrauchsdaten benötigt, die in den entsprechenden Heizkostenabrechnungen oder Energierechnungen zu finden sind.

Energieausweis erstellen: Den richtigen Aussteller finden

Einen Energieausweis ausstellen darf nicht jeder – auch online nicht. Dafür ist eine entsprechende Ausbildung und Berufspraxis notwendig. Allerdings gibt es kein Zertifikat dafür. Die Verbraucherzentrale erklärt unter „Aussteller von Ausweisen“, woran ein qualifizierter Aussteller zu erkennen ist. Gesucht und gefunden werden kann ein entsprechender Experte dann beispielsweise mit unserem Online-Branchenverzeichnis „Rat und Tat" oder mit der Energieeffizienz-Experten-Datenbank der dena.

Autor: Andreas Grabolle