Flüssiggasheizung: Wie sie funktioniert und mit welchen Heiztechniken sie sich kombinieren lässt

Flüssiggas: Was ist das, wie heizt man damit und mit welchen umweltfreundlichen Heiztechniken ist eine Flüssiggasanlage kombinierbar? In diesem Artikel erhalten Sie allgemeine Hintergrundinformationen über Flüssiggasheizungen und Sie erfahren ganz konkret, wie BHKW, Brennwertkessel, Solaranlagen und Erdwärmepumpen in eine moderne Flüssiggas-Heizungsanlage integriert werden können.

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Als Flüssiggas werden Gase bezeichnet, die entweder bei Normaldruck flüssig sind oder die unter geringem Druck flüssig werden – wie das beispielsweise in Camping-Gasflaschen oder Feuerzeugen der Fall ist. Im flüssigen Zustand haben sie dann nur noch einen Bruchteil ihres ursprünglichen gasförmigen Volumens, häufig nur 1/260.

Energetisch genutzt werden zumeist die Kohlenwasserstoffverbindungen Propan und Butan. Propangas und Butangas werden aus Nebenprodukten der Erdölraffinierung gewonnen. Flüssiggas ist also ein fossiler Energieträger und bei seiner Verbrennung in einer Heizanlage oder einem Herd entsteht klimaschädliches CO2. Dieser Energieträger kann aber unter bestimmten Bedingungen eine gute Alternative zu anderen fossilen Energieträgern sein – mehr dazu erfahren Sie in dem Artikel „Vergleich: Flüssiggas, Erdgas oder Heizöl?“.

Flüssiggas gelangt hauptsächlich aus Russland, aber auch aus dem westeuropäischen Nordseeraum, nach Deutschland. Transportiert wird es nicht, wie das Erdgas, in Pipelines, sondern in Schiffen und Schienenkesselwagen. Zum Verbraucher wird es dann in Tankwagen geliefert, die auch für Heizöllieferungen genutzt werden.

Flüssiggas für Heizzwecke wird in speziellen Tanks gelagert, die entweder ober- oder auch unterirdisch Platz im Garten bzw. auf dem Grundstück finden können. Was Sie über die Tanks wissen sollten, ist in dem Artikel „Flüssiggastanks“ beschrieben. Wie der Begriff „Flüssiggas“ schon sagt, werden die Tanks mit Gas in flüssigem Zustand befüllt. Abgerechnet wird es überwiegend in Litern. Ein Liter Flüssiggas hat einen Heizwert von etwa sieben Kilowattstunden.

Für welche Heizungsanlagen bietet sich Flüssiggas an?

Montage einer Brennwertheizung für den Betrieb mit Flüssiggas(c) Primagas

Flüssiggas wird, wie andere fossile Energieträger auch, verbrannt, um Wärme für die Heizung und für die Brauchwassererwärmung zu gewinnen. Für den Verbrennungsprozess können ganz unterschiedliche Heizsysteme zum Einsatz kommen. Besonders effizient sind Heizanlagen mit sogenannter Brennwerttechnik und Blockheizkraftwerke (BHKW), die sowohl Wärme als auch Strom erzeugen. Und zur Unterstützung einer Flüssiggasheizung können auch Solaranlagen oder Wärmepumpen eingesetzt werden. Diese nutzen die Sonne bzw. die Erdwärme als erneuerbare Energiequelle und sind damit, unter den richtigen Bedingungen, besonders umweltfreundlich. In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen die verschiedenen Heiztechniken vor.

Flüssiggas und BHKW

Ein Blockheizkraftwerk, BHKW abgekürzt, funktioniert nach dem Prinzip der „Kraft-Wärme-Kopplung“. Das Prinzip ist schnell erklärt: In ein und derselben Anlage wird Strom („Kraft“) und Wärme erzeugt. Diese kann ein großes Heizkraftwerk sein – es kann aber auch ein kleines BHKW sein, das in den Keller passt. Kleine BHKW sind in der Regel Otto- oder Dieselmotoren, an deren Welle sich ein Generator befindet und deren Abwärme für Heizzwecke genutzt wird. Der große Vorteil der kleinen Anlagen ist, dass sie nahe beim Verbraucher stehen und so die Übertragungsverluste minimal sind. Ein BHKW kann mit ganz verschiedenen Brennstoffen betrieben werden – Ottomotoren zumeist auch mit Flüssiggas.

In den letzten fünf Jahren haben verschiedenen Hersteller Blockheizkraftwerke für den Betrieb mit Flüssiggas auf den Markt gebracht. Flüssiggas ist gut geeignet für die Nutzung in BHKWs: So sind gasbetriebene Geräte wartungsärmer und haben bessere Leistungsdaten als Öl-Geräte. Allgemein gibt es für BHKW verschiedene Fördermöglichkeiten wie das Mini-KWK-Impulsprogramm und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, über das die Vergütung des eingespeisten Stroms geregelt ist. Wichtig zu wissen ist, dass BHKW zwar sehr umweltfreundlich sind, sich ihr Betrieb aber noch nicht für jeden Anwendungsfall wirtschaftlich lohnt. Mehr dazu erfahren Sie in dem Artikel „Lohnt sich ein Blockheizkraftwerk?“.

Flüssiggas und Brennwertkessel

Werkzeuge Zangen(c) svort - Fotolia.com

Wenn Wasserdampf kondensiert, wird Wärme frei. Auf diesem Prinzip basieren Brennwertkessel: Sie nutzen nicht nur die Hitze, die bei der Verbrennung entsteht, sondern auch die im Wasserdampf der Abgase steckende Wärme. Durch diese zusätzliche Wärmemenge können Brennwertkessel gegenüber herkömmlichen Kesseln zehn Prozent und mehr der Energie sparen. Zumindest wenn sie richtig eingestellt sind. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel „Brennwertkessel: Funktion und Optimierung“. Ist ein Brennwertkessel optimal eingestellt, spart er Geld und entlastet die Umwelt. Die Technik ist ausgereift, wartungsarm, für jede Anwendung geeignet und unkompliziert einzubauen. Und in Brennwertkesseln kann, neben weiteren Brennstoffen, auch Flüssiggas zum Einsatz kommen. Fördermöglichkeiten für diese Heiztechnik finden Sie unter „Flüssiggasheizungen mit Brennwerttechnik“.

Flüssiggas und Erdwärmepumpen

Erdwärmepumpen bringen über Erdsonden gewonnene Wärme auf ein nutzbares Temperaturniveau. In der Regel werden sie mit Strom betrieben, es kann aber auch Flüssiggas für die benötigte Antriebsenergie eingesetzt werden. Man spricht dann von Gaswärmepumpen. Wichtig ist immer, dass das Verhältnis zwischen der investierten Energie und der gewonnenen Energie stimmt. Ein Maß dafür ist die sogenannte Jahresarbeitszahl. Diese liegt bei Gaswärmepumpen mit 1,3 deutlich unter der von elektrischen Wärmepumpen. Trotzdem ist der Einsatz solcher Wärmepumpen aus Umweltgesichtspunkten sinnvoll, weil die Abwärme des Gasmotors wie beim BHKW zur Beheizung genutzt wird. Gaswärmepumpen sind um etwa 25 Prozent effizienter als Brennwertkessel.
Weitere Informationen über die Funktionsweise von Wärmepumpen erhalten Sie in unserem Artikel „Wie funktioniert eine Wärmepumpe?“.   

Flüssiggas und Solaranlagen

Die Sonne ist eine regenerative und umweltfreundliche Energiequelle. Ein Problem ist aber: Sie scheint nicht immer, außerdem ist die Solarstrahlung im Winterhalbjahr, wenn die meiste Wärme benötigt wird, am schwächsten. Daher ist es naheliegend, nicht ausschließlich mit einer solarthermischen Anlage zu heizen und warmes Wasser zu bereiten, sondern die Solaranlage mit einem weiteren Heizsystem zu kombinieren. Auch eine solche Kombination ist mit einer Flüssiggasanlage möglich. Am besten natürlich mit einer effizienten. Weitere Informationen zu Solarthermieanlagen erhalten Sie in unserem Artikel „Solarthermie verstehen“.

Bitte nutzen Sie den interaktiven und kostenlosen FördermittelCheck, um sich über die entsprechenden Fördermöglichkeiten zu informieren.

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