Umrüsten auf Flüssiggas – das Experteninterview

Flüssiggas kann eine Alternative zum Heizöl insbesondere für ländliche Regionen sein, in denen es kein Erdgas- oder Fernwärmenetz gibt. Wir haben Thomas Landmann, Vertriebsdirektor des Flüssiggas-Anbieters Primagas, gefragt, was bei der Umrüstung auf Flüssiggas beachtet werden muss.

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Frage: Herr Landmann, für welche Heizsysteme bietet sich ein Wechsel auf Flüssiggas an?

Flüssiggas ist ein umweltschonender und flexibler Energieträger, der sich mit allen modernen Heizsystemen kombinieren lässt. Ein Wechsel ist deshalb vor allem für Hausbesitzer interessant, die über eine Heizungsmodernisierung nachdenken. Als Faustregel gilt: Anlagen, die 15 Jahre und älter sind, entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und verbrauchen unnötig viel Energie. Der Umstieg auf ein flüssiggasbetriebenes Heizsystem, zum Beispiel eine Brennwerttherme mit Solaranlage oder ein innovatives Blockheizkraftwerk, macht sich in solchen Fällen schnell bezahlt, da sich die laufenden Kosten vom ersten Tag an deutlich verringern.

Aufgrund ihrer hohen Effizienz haben sich Heizungen, die mit Gas betrieben werden, auch im Neubau durchgesetzt: Mehr als jedes zweite dort eingesetzte Heizsystem fällt nach Angaben des Bundesverbandes der Energiewirtschaft in diese Kategorie. Flüssiggas kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn kein Anschluss ans öffentliche Erdgasnetz besteht. Dieses wird den Verbrauchern leitungsunabhängig in Tanks direkt vor Ort zur Verfügung gestellt. Selbst außerhalb der großen Ballungszentren braucht deshalb heute niemand mehr auf die Vorteile einer effizienten und umweltschonenden Gasheizung zu verzichten.

Frage: Ist der Energieträger Flüssiggas nur etwas für einzelne Einfamilienhäuser oder können auch Höfe, Einfamilienhaussiedlungen, Mehrfamilienhäuser und ganze Quartiere mit Flüssiggas versorgt werden?

Wir können grundsätzlich jedes Objekt versorgen, vom Einfamilienhaus über Mehrfamilienhäuser bis hin zu ganzen Siedlungen. Auch für Gewerbe und Industrie bieten wir effiziente Lösungen abseits der Erdgasnetze.

Vorteile der Umrüstung auf Flüssiggas

Thomas Landmann Primagas

Frage: Welche Vorteile bietet der Wechsel auf Flüssiggas?

Flüssiggas zählt zu den umweltschonendsten fossilen Brennstoffen. Es ist arm an klimaschädlichem Kohlendioxid, außerdem verursacht seine Verbrennung kaum Ruß oder Asche und auch so gut wie keinen Feinstaub. Weiterhin ist Flüssiggas vielseitig einsetzbar. Außer zum Heizen und Warmwasserbereiten kann es auch zum Kochen verwendet werden. Es lässt sich ideal mit regenerativen Energien verknüpfen und eignet sich perfekt als Antriebsenergie für Blockheizkraftwerke. Zudem wird es außerhalb des Hauses in Tanks gelagert, so dass kein zusätzlicher Raum im Haus benötigt wird.

Frage: Sollte ich mich von einem Energieberater beraten lassen, um zu prüfen, ob Flüssiggas wirklich etwas für mein Haus ist?

Inwieweit sich Flüssiggas für das Objekt eignet, kann der Fachhandwerker vor Ort sehr gut beurteilen und geeignete Lösungen anbieten. Außerdem sind auch unsere Kundenberater Experten in dem Gebiet und beraten Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende individuell.

Frage: An wen wende ich mich zuerst, wenn ich mich entschlossen habe, auf Flüssiggas umzusteigen?


Am besten direkt an den zuständigen Kundenberater vor Ort. Auf unserer Homepage haben Sie die Möglichkeit, über eine Postleitzahlensuche einen Experten in Ihrer Region zu suchen, alternativ gibt es eine Hotline-Nummer. Sie können sich aber auch an Ihren Fachhandwerker wenden. Dieser hat in der Regel einen direkten Partner für alle Flüssiggasanfragen und kann dann schnell den Kontakt herstellen.

Frage: Wie läuft die Umrüstung auf Flüssiggas technisch ab?

Die Umstellung ist ganz unkompliziert und lässt sich vom örtlichen Heiztechnikbetrieb preisgünstig realisieren. Der Heizungsbauer kümmert sich dabei um die fachmännische Entsorgung der alten Heizanlage und installiert das neue Gerät. Bauliche Veränderungen sind nur geringfügig erforderlich. Parallel montiert der Flüssiggasversorger den Tank, der außerhalb des Hauses aufgestellt wird. Der Behälter wird entweder oberirdisch auf einem Betonsockel befestigt oder unterirdisch eingelagert und mit einer Auftriebssicherung versehen.

Anschließend verlegt der Heiztechnik-Profi die notwendigen Rohrleitungen zwischen Tank und Heizanlage. Nach der sicherheitstechnischen Prüfung kann der Tank zum ersten Mal befüllt werden und die Heizung ist betriebsbereit. Sämtliche Arbeiten sind innerhalb von wenigen Tagen durchführbar.

Frage: Sie sagen, dass geringfügige bauliche Veränderungen erforderlich sind. Welche wären das?

Am Haus selbst ist eine Hauseinführung erforderlich, durch die die Rohrleitung vom außen gelagerten Tank ins Haus und dort bis zur Heizung verlegt wird.

Kosten der Umstellung auf Flüssiggas

Frage: Ist die Umstellung auf Flüssiggas teuer?

Nein, die Anfangsinvestitionen, die für Flüssiggasheizungen notwendig sind, fallen deutlich geringer aus als bei Pelletkesseln und Wärmepumpen. In Neubauten ist der finanzielle Aufwand schon deshalb niedriger, weil kein zusätzlicher Raum für beispielsweise die Pelletlagerung bereitgestellt werden muss. Sofern die Anlage unter dem Dach aufgestellt wird, entfallen zudem die Kosten für einen Schornstein – ein einfaches Abgasrohr reicht aus.

Frage: Wenn ich dann ein neues, mit Flüssiggas betriebenes Heizsystem installiert habe – wie lange kann dieses in etwa betrieben werden, bevor Reparaturen, Nachrüstungen und ein erneuter Austausch anstehen?

Ein Heizungsbetrieb ohne nennenswerte Störungen von mindestens zehn Jahren ist heutzutage die Regel. Wir empfehlen einen Wartungsvertrag mit dem Flüssiggasversorger abzuschließen. Dadurch wird die Flüssiggasversorgungsanlage regelmäßig durch Fachleute geprüft und bei Bedarf repariert, die Kosten trägt der Flüssiggasversorger im Rahmen einer Wartungs- und Servicepauschale. Moderne Gasheizungen sind alle auf einem technisch hervorragenden Standard, sodass Sie hier kaum mit aufwändigen Reparaturen oder Nachrüstungen rechnen müssen. Daher raten wir allen Besitzern von alten Heizungen jetzt auf moderne und effiziente Heizungen mit Gas umzusteigen.

Frage: Wie sicher ist die Versorgung mit Flüssiggas?

Flüssiggas gelangt – anders als Erdgas oder Öl – zumeist nicht über Tausende von Kilometern per Pipelines nach Deutschland, sondern stammt zum größten Teil aus Europa. Primagas beispielsweise bezieht seine Vorräte vor allem aus dem nahegelegenen Nordseeraum sowie von deutschen Raffinerien. Dadurch kann das Unternehmen seinen Kunden eine hohe Versorgungssicherheit gewährleisten. Über unseren Mitgesellschafter SHV, dem Weltmarktführer für Flüssiggas, haben wir Zugriff auf umfangreiche und jederzeit zugängliche Ressourcen. Der Versorger unterhält Zwischenlager mit mehreren tausend Tonnen Lagerkapazität. Von dort gelangt das Flüssiggas per Tankkraftwagen sicher und schnell zum Endverbraucher.

Dieses Interview führten wir im März 2015 mit Thomas Landmann, dem Vertriebsdirektor der PRIMAGAS Energie GmbH & Co. KG. Das Krefelder Unternehmen gehört zu den größten Flüssiggas-Anbietern in Deutschland. Auf der Seite des PRIMAGAS-Partnerangebots finden Sie Informationen über den PRIMAGAS-Förderservice.

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