Modernisierung: Welche Maßnahme ist die richtige? Drei Beispiele

Fenster austauschen, die Rohrleitungen dämmen, eine neue Fassade anbringen – für Hausbesitzer gibt es immer etwas zu tun. Wer sich für eine energieeffiziente Modernisierung entscheidet, steigert nicht nur den Wert des eigenen Hauses, sondern senkt auch langfristig Energiekosten und spart so bares Geld. co2online verrät, welche Modernisierungsmaßnahmen Sie für weniger als 5.000 Euro, 20.000 Euro und 40.000 Euro angehen können.

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    Lohnt sich die geplante Modernisierungsmaßnahme? Minutenschnell den wärmetechnischen Zustand Ihres Gebäudes berechnen und analysieren, wie hoch das Einsparpotenzial ist. Mit Tipps und Infos zu Fördermitteln.

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Haus wird modernisiert(c) WDVS

Modernisierungsmaßnahmen für weniger als 5.000 Euro, 20.000 Euro und 40.000 Euro.

Matthias und Annika Umsichtig wohnen gemeinsam mit ihren beiden Kindern in einem Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren. Das Haus befindet sich in einem guten baulichen Zustand – energetische, bauliche oder anlagentechnische Maßnahmen der Modernisierung wurden bisher nicht vorgenommen.

Die Wohnfläche von Familie Umsichtig beträgt insgesamt 135 Quadratmeter. Im Keller sorgt ein ölbefeuerter Standardheizkessel aus dem Jahr 1992 für warme Räume. Das Warmwasser wird zentral mit dem Heizkessel erzeugt. Die Rohrleitungen im Keller sind teilweise gedämmt. Der Ölverbrauch der Familie beträgt pro Jahr zwischen 3000 bis 3200 Liter.

Modernisierung: Welche Maßnahmen lohnen sich?

Familie Umsichtig will das Haus modernisieren und in punkto Energieeffizienz auf den neuesten Stand bringen. Sie weiß nur noch nicht, wo sie anfangen und wie viel Geld sie investieren soll. Mit unseren konkreten Beispielen für Modernisierungen zeigen wir auf, welche Maßnahmen für Familie Umsichtig mit weniger als 5.000, 20.000 oder 40.000 Euro möglich sind und wie schnell sich diese Investitionen lohnen.

Modernisierung: Beispiel bis 5.000 Euro

Modernisierung: Welche Maßnahmen lassen sich bereits für 5.000 Euro umsetzen?

Dämmung der Kellerdecke

Dämmung mit acht Zentimeter starken Dämmstoffplatten

  • Kostenpunkt: etwa 2.000 Euro
  • Zahltag: Nach etwa zehn Jahren haben Sie die Ausgaben durch die niedrigeren Heizkosten wieder reingeholt. Die dauerhaft warmen Füße sind sowieso unbezahlbar.
  • Tipp: Übersicht mit Fördermitteln zur Dämmung der Kellerdecke

Mehr über die Dämmung der Kellerdecke und weitere Dämmungen im Vergleich erfahren Sie im Dossier Dämmung.

Dämmung der Rohrleitungen

Dämmung mit Mineralwolle oder Polyethylenschaum

  • Kostenpunkt: etwa 100 Euro (drei bis vier Euro pro Meter Dämmmaterial)
  • Zahltag: Das Dämmen der Rohrleitungen sorgt dafür, dass die Wärme nicht mehr im Keller verpufft. Wenn Leitungen fachgerecht isoliert werden, spart das knapp 15 Euro Heizkosten pro Jahr und Rohrmeter. In einem Einfamilienhaus mit einer  Heizungsrohrlänge von im Schnitt 22,5 Metern im unbeheizten Bereich steckt somit ein jährliches Sparpotenzial von 335 Euro. Diese Maßnahme rechnet sich bereits nach einer Heizsaison und lässt sich gut mit dem Dämmen der Kellerdecke kombinieren.
    Eine Fototrecke unserer Partnerkampagne zeigt Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie bei der Rohrisolierung achten müssen.

Update für die Heizungsanlage

Update bestehend aus: Hydraulischer Abgleich der Heizung, Einbau einer hocheffizienten Umwälzpumpe und programmierbarer Thermostatventile

Wie viel sie mit einem hydraulischen Abgleich sparen können, erfahren Sie mit dem WärmeCheck. Der ThermostatCheck sagt Ihnen, ob Ihre Thermostatventile veraltet sind und welche Neumodelle für Sie in Frage kämen.

Modernisierung: Beispiel bis 20.000 Euro

Modernisierung: Welche Maßnahmen lassen sich für 20.000 Euro umsetzen?

    Unschlagbar: Dachdämmung und Photovoltaik

    Preiswürdig: Familie Stoffers aus Nahe zeigt, welche Modernisierungen sie am Haus vorgenommen hat.

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    Einbau eines neuen Brennwertkessels

    Im Unterschied zu konventionellen Kesseln nutzen Brennwertkessel den Energiegehalt des eingesetzten Brennstoffes nahezu vollständig aus, da sie auch die Kondensationswärme der Abgase „verwerten“.

    • Kostenpunkt: etwa 8.000 Euro (inkl. Montage)
    • Zahltag: Brennwertkessel benötigen weniger Energie als herkömmliche Kessel. Durch die Einsparungen amortisiert sich die Investition nach etwa sieben Jahren. Angenehmer Nebeneffekt: Brennwertkessel lassen sich leichter bedienen und verursachen weniger Emissionen. Um das Sparpotenzial der Brennwerttechnik voll auszuschöpfen, sollten Hauseigentümer darauf achten, dass bei der Installation gleichzeitig ein hydraulischer Abgleich vorgenommen wird.
    • Tipp: Übersicht mit Förderungen für Erdgas-Brennwertkessel

    Dämmung im Doppelpack

    Ein zwölf Zentimeter starkes Wärmedämmverbundsystem für die Fassade und eine Kellerdeckendämmung.

    • Kostenpunkt: etwa 20.000 Euro für beide Maßnahmen
    • Zahltag: Etwa 14 Jahre dauert es, bis die Investition in die neue doppelte Dämmung Zinsen abwirft. Durch die Wärmedämmung werden die Räume schneller warm und kühlen langsamer aus. Die Folge: Der Heizenergieverbrauch sinkt. Die weiteren Vorteile: Die neue Fassade schützt das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen. Höhere Wandoberflächentemperaturen sorgen für ein angenehmes Raumklima und eine wesentlich geringere Schimmelpilzgefahr.
    • Tipp: Übersicht aller Förderprogramme für die Fassadendammung

    Modernisierung: Beispiel für 40.000 Euro

    Modernisierung: Welche Maßnahmen lassen sich für 40.000 Euro umsetzen?

    Altbau Mietwohnungen Fenster(c) iStock.com/Eugeny

    Fassadendämmung.

    Fassadendämmung und Fenstertausch

    Durch die Fenster zieht es rein, die Färbe blättert ab – dann sollten Sie mit der Fassadendämmung auch gleich neue Fenster einsetzen lassen.Der bloße Austausch der Fenster aus rein energetischen Aspekten ist meist wenig sinnvoll und amortisiert sich fast nie.

    • Kostenpunkt: etwa 29.000 Euro insgesamt für Fenstertausch und Fassadendämmung
    • Zahltag: Nach etwa 16 Jahren holen die Energieeinsparungen die Investitionssumme wieder „rein“. Angenehmer Nebeneffekt: Im Zuge der Fassadenerneuerung können die Fenster nach außen gesetzt werden. So entsteht keine „Schießscharten-Optik“ und eine Wärmebrücke an der Fensterlaibung kann minimiert werden. Neue Fenster reduzieren außerdem die Wärmeverluste auf ein Minimum.
    • Tipp: Übersicht über alle Fördermöglichkeiten beim Fenstertausch

    Alle Infos zur Wärmedämmung erfahren Sie im Dossier Dämmung.

    Einbau einer Holzpelletheizung mit einer Solaranlage und Dämmung von Fassade und Kellerdecke

    Holzpellets sind ein regionaler, nachwachsender, CO2-neutraler Brennstoff mit geringen Transportwegen. Die Solaranlage deckt etwa 60 Prozent des Warmwasserbedarfs einer Familie ab.

    • Kostenpunkt: etwa 37.000 Euro
    • Zahltag: Dieses Paket aus verschiedenen Modernisierungen rechnet sich nach 14 Jahren. Der Lagerraum der Öltanks kann einfach zum Pelletlager umfunktioniert werden.
    • Tipp: Übersicht über Fördermittel für Hackschnitzelheizungen

    Fassaden- und Dachdämmung, Fensteraustausch

    Mit dem Modernisierungstrio Fassadendämmung (etwa 20.000 Euro), Dachdämmung (etwa 12.000 Euro) und Fenstereinbau (etwa 10.000 Euro) können Sie Ihrem Haus viel Gutes tun.

    • Kostenpunkt: etwa 40.000 Euro
    • Zahltag: Nach 17 Jahren machen sich die Investitionen bezahlt. Und das Haus bekommt ein frisches Aussehen, warme Räume, trockenes Mauerwerk und eine Energierechnung, die den Hausbesitzer kalt lässt.
    • Tipp: Übersicht zu Fördermitteln für die Dachdämmung

    Weitere Infos zu Modernisierungsmaßnahmen

    Diese Übersicht bietet Ihnen eine erste Orientierung über mögliche Maßnahmen der energetischen Sanierung und Modernisierung sowie die damit verbundenen Kosten. Für konkrete Informationen und individuelle Fragen empfehlen wir Ihnen den ModernisierungsCheck und einen Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater. Mit dieser Beratung wird der energetische Ist-Zustand Ihres Hauses erfasst. Energieberater wissen außerdem, welche Maßnahmen sich gut miteinander kombinieren lassen. Über die dafür besonders geeigneten Fördermittel informiert der FördermittelCheck.

    Mit dem Online-Branchenbuch Rat und Tat finden Sie bequem von Zuhause aus einen Energieberater in Ihrer Nähe.

    Autor: Andreas Braun

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