Richtig sanieren: Planung & Ablauf

Wie sanieren Sie richtig? Ob neue Heizung, Fenster, Fassaden- oder Dachdämmung – mit unserem Sanierungsplan und den interaktiven EnergiesparChecks kommen Sie Ihrem Traum vom modernisierten und energieeffizenten Haus einen entscheidenden Schritt näher.

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1. Richtig sanieren: Analysieren Sie den Ist-Zustand!

Zu Beginn der Sanierungsplanung sollten Sie unbedingt einen Experten zu Rate ziehen. Ein Energieberater ist der richtige Ansprechpartner bei der Planung energetischer Maßnahmen. Er schaut sich Ihr Haus vor Ort genau an, bewertet den Zustand und erstellt eine energetische Bilanz. Sie sagen dem Energieberater, was Sie an Ihrem Gebäude ändern möchten – und er klärt Sie darüber auf, durch welche Maßnahmen Sie am effektivsten Energie einsparen können. So sanieren Sie richtig!

Der ModernisierungsCheck informiert Sie bereits vorab über die Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungen. Mit dem Sanierungsratgeber können Sie die derzeitige Heizenergiebilanz ihres Gebäudes und die Wirkung geplanter Sanierungsmaßnahmen online berechnen. Mit Rat und Tat – dem Online-Branchenbuch für Modernisierer – finden Sie mit wenigen Klicks einen qualifizierten Energieberater in Ihrer Nähe, der Sie übrigens auch zu Fördermitteln berät.

Die Bundesregierung fördert eine anbieterunabhängige Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden durch einen zugelassenen Ingenieur mit 300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und mit 360 Euro für Mehrfamilienhäuser ab drei Wohneinheiten (Bauantrag bis 31.12.1994). Für zusätzliche Hinweise zur Stromeinsparung wird ein weiterer Bonus von 50 Euro gezahlt. Im Rahmen der „Energiesparberatung vor Ort” werden sämtliche Möglichkeiten der Heizkostenreduzierung berechnet und dargestellt. Die Antragstellung ist nur beim  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über das Internet möglich. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel BAFA-Förderung. Ausführlichere Informationen rund um das Thema Förderung bietet Ihnen das Dossier Fördermittel und der FördermittelCheck.

Übrigens: Ein guter Begleiter für den kompletten Sanierungsablauf ist das Fachbuch Gebäude modernisieren – Energie sparen der Verbraucherzentrale NRW.

2. Sanierungsplanung: Welche Maßnahmen werden umgesetzt?

Bei einer Heizungserneuerung sollten weitere Sanierungsmaßnahmen mitbedacht werden.

Als Faustregel für richtiges Sanieren gilt: Sehen Sie Ihr Haus als Gesamtwerk. Wer mit nacktem Oberkörper durch eine Winternacht läuft, dem helfen dicke Pelzschuhe an den Füßen auch nicht.

Ähnlich ist es beim Haus: Wenn Sie eine neue Heizanlage installieren und kurze Zeit später durch Dämmmaßnahmen die Effizienz des Gebäudes deutlich verbessern, könnte die Heizanlage nach sehr kurzer Zeit schon nicht mehr geeignet sein. Sie kann dann überdimensioniert sein und dadurch zum Verschwender werden.

Grundsätzlich sollten Sie den Sanierungsablauf gemeinsam mit Ihrem Energieberater planen, z. B. ob Sie nur eine Einzelmaßnahme oder eine grundlegendere Modernisierung vornehmen wollen. Letzteres ist in jedem Fall empfehlenswert, muss aber natürlich auch finanziell realisierbar sein.

In dieser Phase sollten Sie – sofern erforderlich – einen Bauantrag stellen, die Kostenplanung grob abschließen und mögliche Fördermittel beantragen. Die richtigen Programme finden Sie mit dem FördermittelCheck.

Tipp: Schauen Sie sich Referenzobjekte an! So können Sie sich ein Bild von den geplanten Maßnahmen sowie deren Auswirkungen machen und vielleicht sogar noch ein paar Ideen sammeln. Dazu müssen Sie nicht mal Ihr Haus verlassen: Im BestPractice Archiv sehen Sie, wie andere Eigentümer modernisiert und dadurch gespart haben. Eine gute Orientierung bieten Ihnen auch unser Beispiel für eine energetische Sanierung eines Einfamilienhauses. In unserem Dossier Modernisierung als nachhaltige Geldanlage erfahren Sie, welche Modernisierungsmaßnahme die richtige ist, um die eigenen vier Wände mit einem Budget von 5.000, 20.000 oder 40.000 Euro fit für die Zukunft zu machen.

3. Sanierungsablauf festgelegt? Jetzt Handwerker beauftragen!

Die Sanierungsplanung steht fest, die Finanzierung ist geklärt. Auch über mögliche Eigenleistungen herrscht weitestgehend Klarheit und ein grober Zeitrahmen für den Sanierungsablauf ist abgesteckt.

Nun geht es daran, geeignete Handwerker zu finden, die die geplante Sanierung richtig umsetzen. Erfahrungen und Empfehlungen von Bekannten oder Ihrem Energieberater sind dabei hilfreich. Fehlen diese, ist die Suche im Online-Branchenbuch Rat und Tat ein effektiver Weg, um an die Kontaktdaten von qualifizierten Handwerkern in Ihrer Nähe zu gelangen.

Tipp: Vergleichen Sie die Angebote der Handwerksfirmen! Nicht immer ist das Günstigste auch das Beste! Eine neu eingebaute Heizanlage muss z. B. hydraulisch abgeglichen werden, um sie auf das Gebäude einzustellen. Diese Leistung ist nach VOB/C – DIN 18380 Pflicht. Häufig wird der hydraulische Abgleich aber gar nicht einkalkuliert und durchgeführt. Das hätte eventuell zur Folge, dass das Angebot günstiger ist als das eines Mitbewerbers, der alles nach Vorschrift ausführt. Denn nur mit einem hydraulischen Abgleich arbeitet das Heizsystem effizient und bringt die größtmögliche Energieeinsparung.

4. Bilanzierung: Was hat die energetische Sanierung gebracht?

Die ausgewählten Fachbetriebe haben die energetische Modernisierung zuverlässig und zu Ihrer Zufriedenheit ausgeführt? Glückwunsch, Sie haben es geschafft! Durch die Modernisierung haben Sie nicht nur Ihren Wohnkomfort und den Wert Ihrer Immobilie gesteigert – Sie werden sich in den kommenden Jahren auch über Einsparungen bei den Heizkosten freuen können.

Sie möchten genau wissen, wie viel Energie Sie durch die Maßnahmen einsparen? Das kostenlose Energiesparkonto zeigt Ihnen kontinuierlich, wie sich Ihr Heizenergieverbrauch entwickelt.

Energiesparen im Mietshaus

Wie ein Vermieter die Heizkosten um 60 Prozent senkt und alle dadurch sparen, zeigt das Video.

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5. Und was kann ich als Mieter tun?

Fassadendämmung, neue Fenster oder eine moderne Heizung sind Sache des Vermieters. Die Entscheidung, ob er sein Gebäude modernisiert, liegt bei ihm. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die die Energieeinsparverordnung vorschreibt. So müssen z. B. seit 31.12.2011 alle begehbaren, obersten Geschossdecken gedämmt sein. Vorher war dies bereits für nicht begehbare, oberste Geschossdecken Pflicht. In zwei Fällen gilt diese Verordnung nicht: Wenn das Dach schon gedämmt ist oder die Eigentümer bereits vor 2002 in ihr Ein- oder Zweifamilienhaus eingezogen sind und noch immer darin wohnen.

In einigen Fällen modernisieren Mieter auf eigene Faust. Sie benötigen dafür jedoch die Zustimmung des Vermieters. Grundsätzlich gilt: Der Mieter darf alles machen, was die Bausubstanz nicht verändert. Für bauliche Veränderungen braucht man die Einwilligung des Vermieters. Böse Überraschungen beim späteren Auszug vermeidet man, wenn man mit dem Vermieter alle Details der Modernisierung schriftlich vereinbart.

Ein wichtiger Punkt ist zudem das eigene Wohnverhalten. Überheizen Sie Ihre Wohnräume nicht. Im Wohnbereich werden Temperaturen bis 21 Grad Celsius empfohlen. Nachts und bei längerer Abwesenheit sollten Sie die Raumtemperaturen absenken. Jedes Grad weniger spart im Schnitt sechs Prozent Heizkosten. Bei der Regulierung unterstützen Sie programmierbare Thermostatventile an den Heizkörpern. Auch beim Lüften kann gespart werden: Öffnen Sie die Fenster täglich mehrmals für drei bis fünf Minuten, anstatt sie über längere Zeit zu kippen.

Tipp: Mieter können sich in Form eines Mieterdarlehens, einer Mietvorauszahlung oder eines zinsgünstigen Darlehens des Arbeitgebers an Modernisierungen des Vermieters beteiligen. Diese Leistungen und Zinsvorteile müssen bei der Mieterhöhung berücksichtigt werden.

Wie Sie Mieterhöhungsbegehren prüfen können, erfahren Sie im Artikel Sanierungsratgeber ModernisierungCheck.

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  • ModernisierungsCheck

    Der ModernisierungsCheck prüft die Wirtschaftlichkeit von Verbesserungsmaßnahmen. Dabei berechnet er die jährliche Belastung aus der Refinanzierung der Investition und vergleicht diese mit der jährlichen Entlastung aus der Heizkostenersparnis.

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