„Solarthermie? Weil ich damit günstiger und umweltbewusster heizen kann.“

Tag eins mit Sonnenschein: Perfekter Start für Solarthermie in Nordrhein-Westfalen

Gerade zwei Tage lief die neue Solarthermieanlage von Familie Mönkemeyer aus Wesel in Nordrhein-Westfalen, und schon war der Speicher fast vollständig mit Wärme gefüllt. Jetzt hofft Carsten Mönkemeyer, dass es so weitergeht. Durch die Nachrüstung von Solarthermie für Heizung und Warmwasser soll der Heizkessel in Zukunft häufiger eine Pause bekommen – und die Heizkosten der Familie sollen deutlich sinken.

Einfamilienhaus
Wohnfläche: 150 m2
Baujahr 1980
2 Erwachsene, 2 Kinder
Haus der Praxistest-Familie Mönkemeyer
Solarthermie / Kollektoren
2 Paradigma Vakuum-Röhrenkollektoren
Aqua Plasma 19/50 08-0442
Fläche: 10 m2
Baujahr: 2016
Trinkwassererwärmungja
Heizungsunterstützungja
SpeicherParadigma
Frischwasser-Pufferspeicher
Aqua Expresso III 800 R
Größe: 800 Liter
Heizkesseltauschnein
HeizkesselGas-Brennwertgerät
Logamax plus GB172-20
Leistung: 6,5–20 kW, modulierend
Baujahr: 2015
RegelungParadigma Systemregelung Systa Comfort II mit S-Touch
Monitoring4 Allmess Wärmemengenzähler für Heizung (2), Warmwasser, Solar
Allmess Kaltwasserzähler
Energiesparkonto

Wesel (Nordrhein-Westfalen), Oktober 2016. Der Schornsteinfeger ist begeistert von den Abgaswerten. Für die Heizungsfachfirma ist alles im grünen Bereich. Die Heizung läuft, denkt Carsten Mönkemeyer. Auch wenn sie schon dreißig Jahre alt ist. Doch dann macht ihm die Realität einen Strich durch die Rechnung. Im Juni 2016 beginnt der Heizkessel von einem Tag auf den anderen zu tropfen – und verweigert den Dienst. „Die Frage war: Schmeißen wir der alten Heizung noch Geld hinterher und lassen sie für ein paar hundert Euro reparieren – oder kümmern wir uns lieber gleich um eine neue Anlage?“

Die Antwort ist für Carsten Mönkemeyer schnell klar. Der 48-jährige Betriebswirt holt sich Angebote für einen neuen Heizkessel und informiert sich im Internet. Nach drei Wochen beauftragt er eine Firma mit dem Einbau des neuen Kessels. Von Solarthermie ist keine Rede. „Wir hatten gar keine Zeit, darüber nachzudenken“, erinnert sich der Familienvater. Er, seine Frau Kerstin (45) und die Kinder Jan (18) und Laura (16) wollen einfach nur eine funktionierende Heizung und warmes Wasser. „Hätte mir damals jemand Solarthermie vorgeschlagen, hätte ich mir das bestimmt überlegt. Aber die Handwerker haben das gar nicht erwähnt.“

Solarthermie mit dem Energiesparkonto entdeckt

So dauert es noch ein Jahr, bis Carsten Mönkemeyer auf die Möglichkeit Solarthermie aufmerksam wird. Als er für seinen neuen Heizkessel Verbrauchsdaten ins Energiesparkonto einträgt, erfährt er vom Praxistest Solarthermie. Ohne lange zu zögern bewirbt er sich; und bald darauf werden die Mönkemeyers als eine von sechs Familien für den Praxistest ausgewählt. Die bestehende neue Heizanlage soll mit Solarthermie für Heizung und Warmwasser nachgerüstet werden.

„Natürlich hab ich mich gefreut und das im Freundeskreis erzählt“, sagt Carsten Mönkemeyer. „Ich war überrascht, wie viele mit Solarthermie gar nichts anfangen konnten. Von zehn Leuten wussten nur ein oder zwei, was Solarthermie ist. Obwohl man damit viel günstiger heizen kann – und auch noch die Umwelt entlastet.“

Nachrüstung: Heizkessel bleibt, Solarthermie kommt

Handwerker tragen Kollektoren aufs Dach.

Anfang August 2016, zwei Wochen vor dem Einbau der Anlage, besichtigt ein Monteur von Paradigma das 1980 gebaute Haus der Mönkemeyers. Gemeinsam mit der Familie bespricht er, wie Kessel und Speicher aufgestellt und die Leitungen verlegt werden. Anschließend bereiten die Mönkemeyers alles für den Einbau der Anlage vor: In der Garage räumen sie ein Regal zur Seite, weil dort die Solarleitung vom Dach in den Heizungskeller verlegt werden soll. Und natürlich muss im Heizungskeller Platz geschaffen werden.

Dann wird die Anlage geliefert. Die beiden Paradigma Vakuum-Röhrenkollektoren Aqua Plasma werden mit einer Aufständerung auf dem Garagendach installiert. In den Heizungskeller kommen der 800 Liter große Frischwasser-Pufferspeicher Aqua Expresso III und die Kompaktheizzentrale Energy Vario von Paradigma. Die neue Steuerung verbindet den bestehenden Kessel mit dem Solarspeicher und den Kollektoren. Dazu gibt es viel Messtechnik: drei Wärmemengenzähler, einen Kaltwasserzähler und eine Zusatzeinheit für den Gaszähler, damit er elektronisch ausgelesen werden kann. Alle Daten landen im Energiesparkonto.

Carsten Mönkemeyer: Solarthermie-Sparpotenzial nicht verschenken

Display Solarthermieanlage

Kaum ist die Anlage in Betrieb, läuft sie auf Hochtouren. „Als ich von der Arbeit nach Hause kam, hatten wir schon die ersten Kilowattstunden Sonnenenergie gesammelt“, erzählt Carsten Mönkemeyer. „Zwei Tage später war der Speicher komplett mit Wärme gefüllt. Das war ein perfekter Start für uns.“ Jetzt beobachtet er jeden Tag auf dem Handy, wie sich der solare Ertrag entwickelt und ob der Speicher gefüllt ist. „Es ist ein gutes Gefühl, dass Wärme und warmes Wasser von der Sonne kommen und der Heizkessel öfter mal Pause hat“, sagt Carsten Mönkemeyer. „Trotzdem werden wir weiter auf unseren Verbrauch achten. Wenn wir alle doppelt so lang duschen würden wie vorher, wäre die Wärme im Speicher schnell wieder weg. Vor allem im Winter, wenn die Tage kürzer sind. Das würde das gesamte Sparpotenzial aufheben.“

Carsten Mönkemeyer vor der verpackten Solarthermieanlage.

Beim Kesseltausch an Solarthermie denken

„Beim Tausch des Heizkessels wurde auch eine Pumpenstation für den gemischten und ungemischten Heizkreis eingebaut. Die hat um die 1.600 Euro gekostet. Durch die Solarthermieanlage wird die Station jetzt nicht mehr gebraucht. Anders gesagt: Hätte ich schon beim Kesseltausch an Solarthermie gedacht, wäre die Installation deutlich effizienter gewesen.“

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Garage und Keller müssen vorbereitet werden

„Zwei Wochen vor der Installation war unser Handwerker da. Wir sind etwa eine Stunde durch alle Räume gegangen und haben besprochen, wie die Leitungen am besten verlegt werden. In der Garage hat er uns zum Beispiel darum gebeten, ein großes Metallregal abzubauen. Dort sollte später eine Bohrung für die Solarthermieleitung gemacht werden. Anschließend haben wir geschaut, ob genug Platz ist, um den Speicher nach unten in den Keller bekommen – und was wir dafür wegräumen müssen. Am Ende hat mich der Monteur gefragt, ob wir die Anlage ein paar Tage unterstellen können, wenn sie geliefert wird. Ich dachte, das wäre kein Problem: Wir haben eine Doppelgarage und lassen einfach ein Auto draußen. Aber dann war der Speicher so groß, dass er nicht durchs Garagentor passte – weil er auch noch auf einer kleinen Palette stand. Wir haben ihn draußen stehen gelassen und abgedeckt; er war ja sowieso wasserdicht in Folie verpackt. Und auch die Kollektoren waren zu groß für die Garage. Die haben wir an die Hauswand gelehnt. Das war für ein paar Tage okay.“

Speicher trägt auf

„Als ich am Montagabend nach Hause kam, stand der Speicher schon im Keller. Ich dachte, wow, der Raum ist ganz schön klein geworden. Trägt schon ein bisschen auf, der Speicher. Deshalb hab ich den Handwerkern nochmal genau erklärt, wo sie den Speicher aufstellen sollen. Hier ist meine Fußbodenheizungsverteilung, da soll das Regal hin – deshalb wäre es gut, wenn der Speicher genau dort aufgestellt wird, damit alles noch gut in den Keller passt.“

Dach bleibt dicht

„Die Kollektoren wurden bei uns mit einer Aufständerung auf dem Garagendach installiert. Dafür sollte ich eine etwa ein Zentimeter dicke Bauschutzmatte und einige Betonkantensteine besorgen. Zunächst hat der Monteur die Schutzmatte zugeschnitten und auf die Dachhaut gelegt; dorthin, wo später die Steine aufliegen. Dann hat er in die Steine gebohrt und darauf das Gestell befestigt, wo später die Röhrenkollektoren draufkamen. Anschließend hat er hinten nochmal drei Betonsteine quer als Gewicht draufgelegt. Das ist es. Da ist nichts mit der Dachhaut verschraubt, sondern einfach nur draufgestellt. Das finde ich gut. Denn dadurch bleibt das Dach auf jeden Fall dicht.“

Kürzester Weg zu Kollektoren

„Unser Handwerker hat uns zwei Möglichkeiten vorgeschlagen, wie die Solarleitung verlegt werden könnte. Variante 1: Unterhalb der Regenrinne und dann an der Seite aufs Dach zu den Kollektoren. Dabei hätte die Leitung relativ geschützt gelegen – allerdings wäre sie auch ein kurzes Stück auf dem Grundstück des Nachbarn gewesen. Deshalb haben wir uns für Variante 2 entschieden – den kürzesten Weg aufs Dach. Und von dort bis zu den Kollektoren. Auf dem Dach hat der Monteur die Leitung auf Pflastersteine gelegt und mit Rohrschellen befestig. So kann noch Laub drunterherrutschen und das Wasser besser abfließen.“

Nach zwei Tagen wieder warmes Wasser

„Die Monteure hatten mir versprochen, dass das warme Wasser spätestens am zweiten Tag wieder funktioniert. Eher wollten sie nicht nach Hause gehen. Und so war es dann auch: Es war zwar noch nicht alles fertig – zum Beispiel war die Fußbodenheizung noch nicht angeschlossen – aber das war auch nicht notwendig. Am Abend des zweiten Installationstages hatten wir wieder warmes Wasser.“

Solarregelung per App

„Wir haben erst den Heizkessel getauscht und ein Jahr später Solarthermie nachgerüstet. Bei der Nachrüstung wurde die Regelung des Heizkessels abgeschaltet. Stattdessen haben die Handwerker eine neue Regelung montiert – die steuert jetzt die Solarthermie und den Heizkessel. Das Tolle ist, dass ich die ganze Sache vom Sofa aus per App mit dem Handy bedienen kann.“

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Störung vom Vertragshandwerker behoben

„Die Anlage fing an zu piepen und es wurde eine Störung angezeigt. Ich konnte diese Störung quittieren und löschen – und für den Anlagenbetrieb habe ich keine Auswirkungen festgestellt. Trotzdem hab ich den Fehlercode an Paradigma gemeldet. Ein Vertragshandwerker kam dann vorbei und hat das Problem behoben.“

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