
Schicksale des Klimawandels
Für den Bildband „Schicksale des Klimawandels“ sind die beiden Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer gemeinsam um die ganze Welt gereist. Ihr Ziel war es, Menschen zu porträtieren, deren Leben und Existenz vom Klimawandel bedroht sind. Die dabei entstandenen Fotos zeigen uns Menschen, die ihre Lebensgrundlage verloren haben oder unmittelbar davor stehen, ihr bisheriges Leben aufgeben zu müssen.
Ausgetrocknete Seen und versinkende Dörfer
So lernen wir zum Beispiel Yang Gengbao und seine Frau Huang Lianfeng aus der Provinz Guangxi in China kennen, deren Haus und Geschäft von einer der größten Überschwemmungen in der Geschichte des Landes zerstört worden sind. Oder den Fischer Abakar Maydocou Mahamat, der durch die zunehmende Austrocknung des Tschadsees seine Familie nicht mehr ernähren kann. Eine der beklemmendsten Geschichten ist die des Schulrektors Grant Kashatok aus Alaska, dessen Inuit-Dorf aufgrund des zurückgehenden Permafrosts immer tiefer im Wasser versinkt.
In kurzen Begleittexten erzählen die Porträtierten ihre persönlichen, oft dramatischen Geschichten. Die Bilder dazu zeigen ernste Menschen. Manche strahlen Verzweiflung und Resignation aus, andere aber auch den Mut, Neues zu wagen und sich an veränderte Bedingungen anzupassen. In manchen Augen sieht man die Hoffnung, sich irgendwie mit dem Klimawandel arrangieren zu können, auch wenn dafür große Opfer gebracht werden müssen. Doch nicht jeder hat die gleichen Möglichkeiten.
Geschichten gegen das Verdrängen
Was wir so häufig hören, was aber doch meistens eine vage Vorstellung bleibt, bekommen wir hier eindrücklich gezeigt: Dass es gerade die ärmsten Menschen sind, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Diejenigen, die nicht über die Ressourcen verfügen, sich zu schützen oder an einem anderen Ort ein neues Leben aufzubauen. Den beiden Autoren dieses Bandes gelingt es, uns Namen, Gesichter und Geschichten zu den Auswirkungen des Klimawandels zu geben – und uns so das Verdrängen ein Stück schwerer zu machen.
Das Buch ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und kann dort auch bestellt werden.
Autor/in: Manuela Popp






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