UNEP-Bericht: Klimawandel schneller und schlimmer

Das "Climate Change Science Compendium 2009" kommt drei Monate vor der großen Klimakonferenz in Kopenhagen zu dem Schluss, dass die Entwicklungen die schlimmsten Szenarien des letzten Berichts des Weltklimarates (IPCC) deutlich übertreffen werden. Es fasst dazu rund 400 wissenschaftliche Beiträge zusammen, die seit dem letzten IPCC-Bericht 2007 erschienen sind.

Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts werden dem Bericht zufolge die Durchschnittstemperaturen um 4,3 Grad Celsius steigen und zwar selbst dann, wenn die Industriestaaten ihre ehrgeizigsten Ziele zur Verringerung der Treibhausgase erreichen. Das Grönland-Eisschild schmelze daher mit einer Geschwindigkeit, die um 60 Prozent höher liege als bei vergleichbaren Messungen im Jahr 1998. Die Gletscher in Asien gingen so schnell zurück, dass die Wasserversorgung von 20 bis 25 Prozent der Weltbevölkerung bedroht sei. Das Abschmelzen der Gletscher, Dürren, die Versauerung der Meere, zunehmende Wirbelstürme und das dramatische Artensterben seien sichtbare Zeichen dieser Entwicklung, heißt es in dem Bericht.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der weltweite Energiebedarf zwischen 2005 und 2030 um 55 Prozent ansteigen wird. Sollte die Nachfrage auch weiterhin mit fossilen Brennstoffen gedeckt werden, wäre der Weg in die Katastrophe bald erreicht. Damit der Anstieg der Erderwärmung die zwei Grad Celsius nicht überschreitet, müsste der CO2-Ausstoß zwischen 1990 bis 2050 um 50 Prozent gesenkt werden.

In seinem Vorwort zu dem Dokument schreibt UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon: "Dieser Bericht ist ein Weckruf. Die Zeiten des Zögerns sind vorbei. Die Weltgemeinschaft muss ein für allemal realisieren, dass nun die Zeit zum Handeln gekommen ist. Gemeinsam müssen wir daran arbeiten, diese monumentale und moralische Herausforderung unserer Generation zu meistern."

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