
2010: Rekordanstieg der CO2-Emissionen
Experten des Weltklimarats IPCC hatten bereits 2007 einen rasanten Anstieg des CO2-Ausstoßes vorausgesagt und vor den möglichen katastrophalen Folgen gewarnt. In einem Bericht hatten sie vier verschiedene Szenarien für den weltweiten CO2-Ausstoß vorgelegt. Doch selbst das Worst-Case-Szenario werde nun von dem realen Rekordhoch übertroffen: Nach neuen Berechnungen des US-Energieministeriums gab es 2010 den größten jemals verzeichneten Anstieg der Kohlendioxidemissionen: Im Vergleich zum Vorjahr waren es 512 Millionen Tonnen (sechs Prozent) mehr – laut dem Geologen Greff Marland, der an den Berechnungen für das US-Energieministerium beteiligt war, ein „Monster-Anstieg“.
Sechs Prozent mehr CO2-Ausstoß als 2009
Wie konnte es dazu kommen – angesichts aller Bekenntnisse zum Klimaschutz? China ist weltweit CO2-Produzent Nummer Eins, gefolgt von den USA und Indien. Auch im Jahr 2010 waren es insbesondere China und Indien, die zu dem massiven Emissionsanstieg beigetragen haben. Andererseits sind es die Industriestaaten, die historisch maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind – und wird der CO2-Ausstoß pro Kopf gerechnet, ist die Rangfolge wieder eine andere.
Rapider Anstieg ein Anzeichen für Ende der Wirtschaftskrise
Generell lege dieser Anstieg den Schluss nahe, dass die Weltwirtschaftskrise zu Ende sei, so Tom Borden vom Carbon Dioxide Information Analysis Center (CDIAC) der US-Behörde. Die Menschen reisen wieder mehr und besonders in den Schwellenländern boomt die Wirtschaft – und damit die klimaschädlichen Kohlekraftwerke.
Das Problem des Klimawandels ist auf internationalem politischen Parkett seit einigen Jahren in aller Munde. Doch John Reilly vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge resümiert: „Je mehr wir über die Notwendigkeit reden, CO2-Emissionen zu kontrollieren, desto mehr steigen sie an“. Alle Klimaverhandlungen laufen ins Leere – solange keine Taten folgen.
Den vollständigen Bericht sowie weitere Informationen in englischer Sprache können Sie auf der Webseite des CDIAC herunterladen.







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