
II - Emissionen
Heizenergieverbrauchskennwerte nach EnEV § 13
Das Diagramm zeigt, wie der Heizenergieverbrauch der getesteten Gebäude verteilt ist.
Der Modalwert des Heizenergieverbrauchs der getesteten Gebäude liegt zwischen 200 und 175 kWh je m² und Jahr, das arithmetische Mittel liegt bei 190 kWh je m² und Jahr. Diese Zahlen wurden zuvor um den Aufwand für die Brauchwassererwärmung bereinigt. Sie liegen höher als vergleichbare Zahlen, die beispielsweise von Techem für das Jahr 2003 veröffentlicht wurden (160 kWh je m² und Jahr). Offen bleibt dabei die Frage, ob die Techem-Daten oder die Daten von co2online die Realität in Deutschland besser abbilden. Denkbar ist, dass die von co2online berechneten Zahlen höher sind als die Realität, weil sich besonders Bewohner von Gebäuden mit hohem Heizenergieverbrauch durch die interaktiven Modernisierungsratgeber angesprochen fühlen.
Zahlen, auf die die Politik stolz sein kann?
Jeder Balken der folgenden Grafik zeigt den aktuellen Heizenergieverbrauch von Wohngebäuden in Deutschland – geordnet nach dem Zeitpunkt ihrer Errichtung. Die drei Balken auf der rechten Seite (Gebäude vor 1979) betreffen Gebäude, die zu einer Zeit gebaut wurden, als es noch keine gesetzlichen Bestimmungen für die wärmetechnische Qualität von Gebäude gab. Dies sind die „20-Liter-Häuser”, die heute noch die Mehrzahl aller Gebäude in Deutschland ausmachen (87%). Hier liegt die größte Herausforderung für den Klimaschutz.
Die beiden folgenden Balken betreffen die 80er Jahre und zeigen deutlich die Wirkung der 1. Wärmeschutzverordnung vom 1984. Danach hat sich der Heizenergieverbrauch der neu errichteten Gebäude stufenweise weiter verringert: Über die 2. WSchV von 1995 bis zur heute geltenden EnEV 2002.
Die Grafik zeigt die Wirksamkeit und begründet die Notwendigkeit bauordnungsrechtlicher Regeln für die wärmetechnische Beschaffenheit von Wohngebäuden. Natürlich zeigt sie nicht, wer letztlich für den durchschlagenden Erfolg der Verordnungen verantwortlich ist: ob die Industrie mit der Herstellung besserer Dämmstoffe, Fenster und Heizungen, ob das Handwerk mit der Steigerung der Verarbeitungsqualität oder die Politik mit ihren oft kritisierten Regelungen.
Der Wermutstropfen: Am gesamten Bestand sind die nach 1982 errichteten Gebäude nur mit 13 Prozent beteiligt. Der Neubau energieeffizienter Gebäude trägt also kaum zur Entschärfung des Problems überhöhter CO2-Emissionen im Gebäudebestand bei.
Beabsichtigte und erfolgte Verbesserungsmaßnahmen
Bei allen Maßnahmen – mit Ausnahme der Umstellung auf Erdgas – haben die Nutzer gute Vorsätze: Es sind weit mehr Maßnahmen beabsichtigt als in der erinnerbaren Vergangenheit durchgeführt wurden. Vielleicht ist das ein Indiz der Sensibilisierung für die Umweltschädlichkeit alter Heizungen und mangelhafter Dämmung.
Nachträgliche Verbesserungsmaßnahmen – und wie weit sie zurückliegen
Anzahl der geplanten Maßnahmen
Es zeigt sich, dass nur eine Minderheit der Gebäudeeigentümer an die Durchführung von Komplettsanierungen (drei Maßnahmen und mehr) denkt. Die Mehrheit verzichtet damit implizit auf die äußerst günstige Förderung durch das Gebäudesanierungsprogramm der KfW, das Bündel von vier Maßnahmen voraussetzt. Natürlich bedeutet dies auch einen Verzicht auf das technische Optimum einer Gebäudemodernisierung, das nur dann erreicht wird, wenn möglichst viele Bauteile gleichzeitig erneuert und aufeinander abgestimmt werden.
Häufigkeitsverteilung der flächenbezogenen CO2-Emissionen
Was die flächenbezogenen CO2-Emissionen betrifft, so liegt der Durchschnitt der Nutzerdaten bei 50 kg pro Quadratmeter und Jahr.
Von den Nutzern des Ratgebers gerechnete Emissionsminderung
Durch die von den Nutzern im PumpenCheck ausgewählten Maßnahmen würde es in den meisten Fällen (rund 28 Prozent) zu einer CO2-Minderung von zehn Kilo pro Quadratmeter und Jahr kommen; immerhin zwanzig Prozent der Nutzer könnten durch die von ihnen ausgewählten Effizienzmaßnahmen eine Emissionsminderung von 15 Kilo pro Quadratmeter und Jahr erzielen.
Von den Nutzern des Modernisierungsratgebers gerechnete Senkung des Heizenergieverbrauchs
Durch die gewählten Modernisierungsmaßnahmen im Modernisierungsratgeber erzielten die Nutzer am häufigsten eine Senkung des Heizenergieverbrauchs um dreißig Prozent (rund 28 Prozent der Nutzer). Bei etwa 17 Prozent der Nutzer würde sich der Heizenergieverbrauch mit den gewählten Maßnahmen um zwanzig Prozent senken; bei rund 16 Prozent um 40 Prozent.














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