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Branchen und Beispielunternehmen

In den verschiedenen Branchen herrschen sehr unterschiedliche Bedingungen: Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz sind verschieden, in einigen Branchen wird produziert, in anderen gelagert, wieder andere bieten Gästen behagliche Räume an und so weiter. Dies alles und noch viele andere Faktoren haben Einfluss auf den jeweiligen Energieverbrauch – und auf die Einsparmöglichkeiten. In diesem Artikel finden Sie alle relevanten Informationen zu ausgewählten Branchen. Außerdem finden Sie zu jeder Branche ein Beispiel-Unternehmen, das bereits erfolgreich Energie spart.

Lebensmittel-Einzelhandel

Branchensteckbrief*

  • Beschäftigte: 1.229.169
  • Anzahl Unternehmen: 50.300
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: 24,4 Beschäftigte
  • Gesamtumsatz: 175 Milliarden Euro
  • Gesamtenergieverbrauch: 42,49 Terawattstunden
  • Energieverbrauch pro Mitarbeiter: 34,6 Megawattstunden

Rund 50.000 Betriebe sind im Lebensmittel-Einzelhandel tätig. Der Name weist bereits darauf hin: Hier werden Lebensmittel verkauft, die in der Regel gekühlt werden müssen. Auf den Betrieb der Kühlanlagen sind etwa 65 Prozent des Stromverbrauchs zurückzuführen. Außerdem geben die Anlagen Wärme ab, die wieder abgeführt werden muss. Daher liegt in der energetischen Optimierung der Kühlung das größte Potenzial dieser Branche. Die Anschaffung von neuen, effizienten Kühlgeräten lohnt sich häufig schon nach wenigen Jahren. Und die Abwärme der Kälteanlagen kann für die Warmwasserbereitung genutzt werden, sodass hier Kosten gespart werden können. Dies ist natürlich mit entsprechenden Investitionen verbunden. Einfacher und kostengünstiger kann zumeist die Beleuchtung der Verkaufsräume optimiert werden. Moderne, effiziente Leuchtmittel sind heute schon günstig zu haben. Diese sparen Strom und heizen die Räume weit weniger auf als eine herkömmliche Beleuchtung.

Fleischerei-Betriebe

Branchensteckbrief*

  • Beschäftigte: 142.000
  • Anzahl Unternehmen: 13.158
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: ca. 7.200 Kleinstbetriebe (weniger als zehn Mitarbeiter)
  • Gesamtumsatz: 16,2 Milliarden Euro
  • Gesamtenergieverbrauch: 7,1 Terawattstunden
  • Energieverbrauch pro Mitarbeiter: 50 Megawattstunden

Bei Fleischerei-Betrieben denken viele an den Fleischerladen an der Ecke. Aber die Branche umfasst weit mehr: Vom Schlachten über die Verarbeitung bis zum Verkauf ist eine ganze Kette unterschiedlicher Unternehmen enthalten. Zu der Branche gehören deutschlandweit rund 13.000 Betriebe mit 142.000 Mitarbeitern. Von diesen Betrieben sind etwa 7.200 Kleinstbetriebe, haben also weniger als zehn Mitarbeiter. Da die Betriebe so unterschiedlich sind, sind ihre Potenziale und Möglichkeiten, Energie zu sparen, auch sehr verschieden. Gemeinsam haben alle: Sie arbeiten mit frischem Fleisch, das gekühlt werden muss. Daher wird etwa die Hälfte des Stromverbrauchs für das Kühlen aufgewendet. Und größer noch als der Anteil des Stroms: Ganze 60 Prozent der Energie werden für das Heizen und die Warmwasserbereitung benötigt. Entsprechend liegen hier die größten Sparpotenziale. Die Optimierung der Beleuchtung, der nur weniger als drei Prozent des Stromverbrauchs zuzurechnen sind, bringt hingegen häufig nur in den Fleischerläden etwas.

Gastronomie

Branchensteckbrief*

  • Beschäftigte: 1.324.000
  • Anzahl Unternehmen: 163.225
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: überwiegend Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeiter
  • Gesamtumsatz: 48,2 Milliarden Euro
  • Gesamtenergieverbrauch (Gastronomie und Beherbergung): 45,7 Terawattstunden
  • Energieverbrauch (elektrisch) pro Mitarbeiter: 13.879 Kilowattstunden

Mit mehr als 160.000 Cafés, Kneipen, Restaurants und Fast Food-Betrieben ist die Gastronomie eine große Branche. Hier sind überwiegend Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern tätig. Der Großteil der Energie wird in dieser Branche für die Zubereitung und Kühlung von Nahrungsmitteln benötigt, sodass besonders auf eine sparsame Anwendung effizienter Technik geachtet werden muss. Neben der Versorgung mit Speisen und Getränken ist zumeist ein angenehmes Ambiente eine wichtige Anforderung an die Betriebe. Und dazu gehört eine angenehme Temperatur. Da die Gasträume häufig geheizt oder klimatisiert werden müssen, ist eine effiziente Heiz- bzw. Klimatechnik wichtig. Außerdem muss drauf geachtet werden, dass die erwärmte oder gekühlte Luft nicht entweichen kann. Selbstschließende Zugänge können helfen. Und da „sehen und gesehen werden“ häufig von den Kunden gewünscht wird und die Fenster entsprechend groß sind, sollten diese angemessen dicht sein. Außerdem ist eine sparsame Beleuchtung der Gasträume mit modernen Leuchtmitteln sinnvoll.

Bäckereien

Branchensteckbrief*

  • Beschäftigte: 275.200
  • Anzahl Unternehmen: 12.155
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: 22,6
  • Gesamtumsatz: 13,99 Milliarden Euro
  • Gesamtenergieverbrauch: 40,1 Terawattstunden
  • Energieverbrauch pro Mitarbeiter: 146 Megawattstunden

Die Deutsche Brotkultur ist als immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Deutschland verzeichnet – was ein großes Kompliment an die rund 12.000 deutschen Bäckereien ist. Etwa 275.000 Menschen arbeiten in den Bäckereien, von denen ungefähr die Hälfte weniger als zehn Mitarbeiter haben und damit Kleinstbetriebe sind. Der Großteil der Energie wird natürlich für das Backen aufgewendet. 65 Prozent des Stromverbrauchs wird dafür benötigt. Weitere 17 Prozent verbrauchen die Kühlgeräte. Gebacken und gekühlt wird mit Strom, sodass der Stromverbrauch mit 66 Prozent deutlich über dem Energieverbrauch für das Heizen und die Warmwasserbereitung liegt, der nur einen Anteil von 33 Prozent hat. Auch wenn Bäckereien häufig einen Gastbereich haben, müssen die Räume häufig auch im Winter kaum geheizt werden. Und, ein interessanter Nebeneffekt: Da Bäckereien häufig in dicht besiedelten Orten liegen, heizen ihre Öfen die anliegende Wohnflächen gleich mit. Trotzdem kann und sollte beim Backen Energie gespart werden. Bis zu 30 Prozent Einsparung sind bei einem durchschnittlichen Betrieb möglich.

IT-Dienstleister

Branchensteckbrief*

  • Beschäftigte: 802.000
  • Anzahl Unternehmen: 83.825
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: < 10 Beschäftigte
  • Gesamtumsatz: 38,2 Milliarden Euro
  • Gesamtenergieverbrauch: 9,1 Terawattstunden (Strom)
  • Energieverbrauch pro Mitarbeiter: 11,3 Megawattstunden

Die Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft erfordert immer bessere IT-Produkte, die von über 80.000 Unternehmen in Deutschland entwickelt werden. Für die komplexen Rechen- und Serverleistungen werden in IT-Unternehmen jährlich über neun Terawattstunden Strom verbraucht. Einsparungen im Stromverbrauch haben somit das größte Potenzial. Die von IT-Dienstleistern häufig verwendeten Server sowie Informations- und Kommunikationstechnologien machen sich in der Kostenabrechnung besonders bemerkbar. Dagegen schaffen einfache Verhaltensänderungen und geringe Investitionen in energieeffiziente Bürogeräte und Server Abhilfe. Wer zusätzlich die IT-Infrastruktur umgestellt und zum Beispiel mehrere Server virtualisiert, kann für noch mehr Effizienz sorgen. Mit solchen Maßnahmen, die als „Green IT" zusammengefasst werden, können bis zu 40 Prozent der Stromkosten im Unternehmen eingespart werden. Welche Schritte Sie in Richtung Green IT unternehmen können, erfahren Sie in unseren zehn besten Tipps für Unternehmen.

  • (c) energiesparcup.bizDamit kaneo seine Energiesparziele erreichen konnte, mussten alle Bürogeräte und jeder Betriebsablauf auf ihr Stromspar-Potenzial überprüft werden.

    Beispielunternehmen: IT-Dienstleister

    Durch Umstellungen im Büro und energieeffiziente Geräte konnte kaneo GmbH, Sieger des Energiesparcups 2016, 56 Prozent ihres Stromverbrauchs einsparen.

Tischlereien

Branchensteckbrief*

  • Beschäftigte: 180.000
  • Anzahl Unternehmen: 39.493
  • Durchschnittliche Betriebsgröße: < 5 Beschäftigte
  • Gesamtumsatz: 17,62 Milliarden Euro
  • Gesamtenergieverbrauch: 11,8 Terawattstunden
  • Energieverbrauch pro Mitarbeiter: 65,6 Megawattstunden
  • Energieverbrauch pro Betrieb: 300 Megawattstunden

Die rund 40.000 Tischlereien verbrauchen fast zwölf Terawattstunden Energie im Jahr. Einen Großteil der Energie verbrauchen die elektrischen Anlagen, insbesondere die Druckluft. Aber auch für Heizung und Kühlung wird viel Wärmeenergie in den Werkstätten der Tischler verbraucht. Im Durchschnitt 23 Prozent der Energie lassen sich einsparen, wenn neue Anlagen angeschafft oder die Betriebsräume saniert werden. Energie bei der Druckluft kann etwa dadurch gespart werden, indem die Kompressoren regelmäßig gewartet und dann ausgetauscht werden, wenn sie nicht mehr effizient arbeiten. Bei großen Kompressoranlagen kann die Abwärme sogar für die Gebäudeheizung weiterverwendet werden. Tischlereien können weiterhin ihre Holzabfälle, die bei Tischerarbeiten anfallen, nutzen, um die Energiekosten zu senken. Denn Holz ist ein Energieträger, der zum Beispiel mit einem Biomasse-BHKW oder einem Hackschnitzel-Kessel nutzbar gemacht werden kann. BHKWs haben gegenüber Heizkesseln den Vorteil, dass neben Wärme auch Strom erzeugt wird. Erneuerbare Energien, wie eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage auf dem Dach der Werkstatt können ebenso dazu beitragen, Energiekosten zu sparen.

  • (c) Daniela FriebelDer Werkhallen-Neubau aus Holz ist ein Energieplusgebäude und erfüllt die EnEV-Anforderungen deutlich.

    Beispielunternehmen: Tischlerei

    Die Artis GmbH stellt in ihrer neu errichteten Werkhalle in Berlin-Tempelhof Ausstellungsmöbel her. Der Neubau aus Holz ist ein Energieplusgebäude und erfüllt die EnEV-Anforderungen deutlich.

An dieser Stelle möchten wir und herzlichen bei unseren Partnern vom Bremer Energiekonsen, der Energieagentur.NRW und der proKlima Hannover für die Nutzung ihrer Energiesparbeispiele bedanken!

Weitere Branchen und Beispiele

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*Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V., Deutscher-Fleischer-Verband e.V., Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V., Mittelstandsverbund, energieeffizienz-im-betrieb.net, EnEff Bäckerei

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