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Förderung für Lüftungsanlagen: Kredite, Zuschüsse und Programme

Die Kosten für eine kontrollierte Wohnraumlüftung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung müssen Sie nicht allein tragen: Auf Bundes- und Landesebene gibt es für Hauseigentümer*innen und Bauleute zahlreiche Fördermittel insbesondere vom BAFA und von der KfW.

FördermittelCheck: Förderung finden

Alle Förderprogramme für Ihre Region können Sie sich auch direkt mit dem FördermittelCheck anzeigen lassen:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • 20 Prozent Zuschuss für Einbau, Austausch und Optimierung von Lüftungsanlagen
  • Energieberater*innen einbinden ein Muss
  • Zuschüsse auch in Form von Krediten möglich
  • Zuschüsse auch zur Baubegleitung während der Sanierung
  • Förderung für Wohnraumlüftung vor dem Einbau beantragen

Welche Lüftungsanlagen gefördert werden

Natürlich ist der Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Kosten verbunden. Doch damit stehen Sie nicht alleine da – es gibt eine Vielzahl an Förderungen, die Sie beantragen können. Grundsätzlich förderfähig sind:

  • zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen
  • Kompaktgeräte mit Luft-/Luft-Wärmeüberträger
  • Abluftwärmepumpe mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von mindestens 80 Prozent (Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sparen sehr viel Energie, da sie die meiste Wärme aus der abgeführten Luft gewinnen.)

Kredite und Zuschüsse zur kontrollierten Wohnraumlüftung

Um Schimmel und Bauschäden durch die eingeschlossene Luftfeuchtigkeit zu vermeiden, müssen die Innenräume aktiv belüftet werden. Doch nur über das Fensteröffnen ist das schwierig. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung hingegen sorgt für ein gutes Raumklima und spart Energiekosten. Daher ist sie mittlerweile ein fester Bestandteil von Neubauten und energetischen Sanierungsvorhaben. Der Artikel zu Lüftungsanlagen erläutert ausführlich, wie genau die Lüftungstechnik funktioniert und was sie bringt. Ob Sie eine lüftungstechnische Maßnahme zur Vermeidung von Feuchteproblemen benötigen, können Sie in unserem LüftungsCheck prüfen.

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BEG-Förderung für Lüftungsanlage – BAFA

Auf Bundesebene kommen für Hauseigentümer*innen zahlreiche Programme infrage. Seit dem 01.01.2021 ist vor allem die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) das Förderprogramm für Lüftungsanlagen. Für den Einbau einer neuen Lüftungsanlage erhalten sie 20 Prozent Zuschuss vom BAFA. Wer seine bestehende Lüftungsanlage austauschen oder modernisieren lässt, hat ebenfalls Anspruch auf 20 Prozent Zuschuss. Förderfähig ist außerdem der Einbau digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung bzw. zur Verbesserung der Netzdienlichkeit der technischen Anlagen des Gebäudes.

Das sind die förderfähigen Kosten

Das BAFA übernimmt im Rahmen der BEG 20 Prozent der Kosten, die bei Einbau, Austausch und Modernisierung entstehen. Dazu gehören unter anderem:

  • der Einbau der raumlufttechnischen Anlage selbst
  • notwendige Ausbauarbeiten
  • Wand- und Durchbrucharbeiten
  • Luftdurchlässe und Luftleitungen
  • Elektroanschlüsse und Verkleidungen
  • notwendige Putz- und Malerarbeiten (gegebenenfalls anteilig)

Wichtig: Es werden grundsätzlich nur Maßnahmen gefördert, die unmittelbar für die Ausführung und Funktionstüchtigkeit erforderlich sind.

Energieberater*innen einbinden ein Muss

Den Antrag auf den BEG-Zuschuss für Lüftungsanlagen müssen Sie zusammen mit einem/r Expert*in für Energieeffizienz stellen. Außerdem müssen Sie unbedingt auf die richtige Reihenfolge achten:

  1. Erst Online-Formular ausfüllen
  2. Dann den Fachbetrieb mit der Maßnahme beauftragen

Antragsberechtigt sind neben Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften auch

  • freiberuflich Tätige
  • kommunale Gebietskörperschaften, kommunale Gemeinde- und Zweckverbände
  • Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, zum Beispiel Kammern oder Verbände
  • gemeinnützige Organisationen einschließlich Kirchen
  • Unternehmen einschließlich Einzelunternehmer und kommunale Unternehmen
  • sonstige juristische Personen des Privatrechts einschließlich Wohnungsbaugenossenschaften

Maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit

Damit die Lüftungsanlage gefördert wird, muss das Investitionsvolumen mindestens 2.000 Euro betragen. Das ist in der Praxis leicht umzusetzen. Die förderfähigen Kosten für energetische Sanierungsmaßnahmen von Wohngebäuden sind auf 60.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt. Wer diese Maßnahme (Einbau, Austausch, Modernisierung der Lüftungsanlage) als Teil des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchführen lässt, kann mit einem zusätzlichen Förderbonus von fünf Prozent rechnen.

BEG-Förderung für Lüftungsanlagen – KfW

BEG-Fördermittel für Lüftungsanlagen gibt es nicht nur vom BAFA, sondern auch von der KfW. Die ist aber in der Regel an die KfW-Standards gebunden. Allein durch den Einbau einer Lüftungsanlage werden diese meist nicht erreicht, sodass für eine Förderung weitere Effizienzmaßnahmen enthalten sein müssen.

Förderprogramme nur noch bis 30.06.2021 gültig

Die Einführung der BEG erfolgt in mehreren Schritten: Während viele BAFA-Förderprogramme bereits seit dem 01.01.2021 gültig sind, laufen bei der KfW einige Programme aus – oder werden umbenannt. Die nachfolgenden Programme 151, 152, 153, 430 und 431 sind nur noch bis zum 30.06.2021 gültig. Anträge können bis zu diesem Datum weiterhin gestellt werden.

  • Für eine umfassende Sanierung Ihres Gebäudes zu einem KfW-Effizienzhaus, mit u. a. einer Wohnraumlüftung, können Sie einen Kredit von maximal 120.000 Euro (Nr. 151, ab 01.07.2021 Nr. 261) bzw. 50.000 Euro (Nr. 152, ab 01.07.2021 Nr. 262) und einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren beantragen. Abhängig vom Energiestandard beträgt der maximale Tilgungszuschuss 40 Prozent der Darlehenssumme, also 48.000 Euro (Nr. 151, ab 01.07.2021 Nr. 261) bzw. 20 Prozent der Darlehenssumme, also 10.000 Euro (Nr. 152, ab 01.07.2021 Nr. 262). Die Förderung wird dabei vom Energieberater beantragt.
  • Mit dem Programm „Energieeffizient Bauen“ (Nr. 153, läuft ab dem 01.07.2021 aus) fördert die KfW den Bau oder Kauf von neuen Häusern und Eigentumswohnungen. Die maximale Höhe des Kredits sind 120.000 Euro je Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss von bis 30.000 Euro. Übernommen werden beim Neubau die Bau- und Baunebenkosten (ohne Grundstückskosten) sowie die Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung. Beim Kauf wird der Kaufpreis für das Wohngebäude (ohne Grundstückskosten) übernommen.

Daneben gibt es eine Reihe von Zuschüssen, die auch ohne Energieberater*innen über das Zuschussportal der KfW beantragt werden können.

Tipp: Noch höhere Zuschüsse erhalten Hausbesitzer für das so genannte Lüftungspaket. Das Lüftungspaket besteht aus der Erneuerung oder dem erstmaligen Einbau einer förderfähigen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in Verbindung mit mindestens einer förderfähigen Maßnahme zur Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäudehülle (zum Beispiel Dämmung der Wände, Erneuerung der Fenster). Hier erfahren Sie mehr: Deutschland macht´s effizient

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Auf Landesebene gibt es weitere Förderprogramme. Diese sind mit einer KfW-Förderung kombinierbar. Eine entsprechende Übersicht finden Sie hier

Tabelle: Übersicht laufender Förderprogramme

FörderprogrammFörderfähige KostenRelevanz Lüftungen

KfW-Programm 153 „Energieeffizient Bauen“ – Kredit mit Tilgungszuschuss

(wird ab dem 01.07.2021 durch die BEG ersetzt)

Beim Neubau: Bau- und Baunebenkosten (ohne Grundstückskosten) sowie Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung.

 

Beim Kauf: Kaufpreis für das Wohngebäude (ohne Grundstückskosten).

 

Maximale Kredithöhe: 120.000 Euro je Wohneinheit, Tilgungszuschuss bis 30.000 Euro.

Sehr hoch – Lüftung senkt Gesamtenergiebedarf des Gebäudes und ist teilweise technische Mindestanforderung.

KfW-Programm 151 und 152 „Energieeffizient Sanieren“ – Kredit mit Tilgungszuschuss

(werden ab dem 01.07.2021 in 261 und 262 umbenannt)

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus und Förderung von Einzelmaßnahmen (Dämmung, Heizung, Fenster/Außentüren, Lüftung).

 

Maximale Kredithöhe 120.000 Euro, maximaler Tilgungszuschuss 40 Prozent (48.000 Euro).

Sehr hoch – zusätzlicher Tilgungszuschuss bei Einbau einer Lüftungsanlage als Teil einer energetischen Sanierung, bei lüftungstechnischen Maßnahmen nach DIN 1946-6 teilweise vorgeschrieben.

KfW-Programm 430 „Energieeffizient Sanieren“ – Zuschuss (ohne Kredit)

(wird ab dem 01.07.2021 in 461 umbenannt)

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus und Einzelmaßnahmen (Dämmung, Heizung, Fenster/Außentüren, Lüftung) sowie Maßnahmenpakete (Heizungs- und Lüftungspaket).

 

Förderanteil bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten, Fördersumme (als Zuschuss) max. 48.000 Euro je Wohneinheit.

 

 

Sehr hoch – Lüftung mit Wärmerückgewinnung senkt den Gesamtenergiebedarf des Gebäudes und ist teilweise technische Mindestanforderung. Beim Einbau einer Lüftungsanlage gibt es einen zusätzlichen Zuschuss.
KfW-Programm 431 „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“ – Zuschuss
(wird ab dem 01.07.2021 Teil der Programme: 261, 262 und 461)

Energetische Fachplanung und Baubegleitung für den Bau eines KfW-Effizienzhauses.

 

Förderanteil 50 Prozent der förderfähigen Kosten, Fördersumme Zuschuss max. 4.000 Euro.

 

Kombinierbar mit BMWi geförderter „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“.

Hoch bis sehr hoch – Lüftung senkt Gesamtenergiebedarf des Gebäudes und ist teilweise technische Mindestanforderung.

 

Nur nutzbar, wenn man bereits ein KfW-Programm nutzt. (Sanieren – Kredit (151/152) oder Sanieren – Zuschuss (430) oder Bauen (153).

KfW-Programm 433 „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ – Zuschuss

(bleibt weiterhin als eigenständiges Förderprogramm erhalten)

Einbau einer Brennstoffzelle in neue oder bestehende Wohngebäude sowie Wartung und Energieberatung.

 

Förderanteil Grundförderung: Festbetrag in Höhe von 6.800 Euro.

Niedrig bis mittel – nur relevant in Verbindung mit dem KfW-Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“.
Förderung des Heizens mit erneuerbaren Energien: Marktanreizprogramm (MAP)Ist seit dem 01.01.2021 Teil der BEG

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Förderbedingungen der KfW für Wohnraumlüftung

Damit Ihre Förderung problemlos abläuft, sollten Sie ein paar Dinge beachten:

  • Eine wichtige Bedingung für einen KfW-Kredit und -Zuschuss ist, dass Sie die Bauanzeige oder den Bauantrag für Ihr Wohngebäude vor dem 1. Februar 2002 gestellt haben. Neuere Gebäude sind daher von dieser Förderung ausgeschlossen.
  • Die Förderfähigkeit der Maßnahmen und die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen muss ein/e geprüfte/r Energieberater*in aus der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes bestätigen.
  • Der Förderantrag für einen Kredit oder Zuschuss muss vor Beginn des Sanierungsvorhabens bei einem Finanzierungsinstitut (Banken, Sparkassen, Versicherungen) gestellt werden.

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Zuschüsse Lüftungsanlage: Energieberatung (BAFA) und Baubegleitung (KfW)

Für die Beantragung von Fördermitteln ist die Unterstützung durch eine/n Energieberater*in in einigen Fällen eine wichtige Voraussetzung. Auch hierfür gibt es Möglichkeiten der Förderung:

  • Bei einer Energieberatung vor Ort unterstützt Sie die Bundesregierung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 80 Prozent der Kosten: Für Ein- oder Zweifamilienhäuser übernimmt das BAFA maximal 1.300 Euro, für Wohngebäude mit drei und mehr Wohneinheiten 1.700 Euro. Einen einmaligen Zuschuss von bis zu 500 Euro können Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) zusätzlich beantragen, wenn sie den Energieberatungsbericht der Wohnungseigentümerversammlung vorstellen.
  • Alternativ zum bisherigen Beratungsbericht haben Sie seit dem 1. Dezember 2017 im Rahmen der Vor-Ort-Förderung des BAFA auch die Möglichkeit, sich einen individuellen Sanierungsfahrplan durch eine/n Energieberater*in erstellen zu lassen.

Um eine fachgerechte Betreuung während der gesamten Sanierung zu garantieren, können Sie zudem bei der KfW einen Investitionszuschuss für einen Energieeffizienz-Experten beantragen (Nr. 431). Übernommen werden 50 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro pro Vorhaben. Allerdings ist der „Zuschuss Baubegleitung“ mit dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ gekoppelt. Der richtige Zeitpunkt für den Antrag ist vor einer energetischen Sanierung zusammen mit der Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan).

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Förderung von Lüftungsanlagen individuell prüfen

Welches Förderprogramm können Sie in Anspruch nehmen? Unser kostenloser FördermittelCheck zeigt, welches das richtige für Sie ist. Auch die regionalen Fördermöglichkeiten an Ihrem Wohnort werden dabei berücksichtigt. Weitere aktuelle Informationen zu den Förderprogrammen für energetische Sanierungsmaßnahmen finden Sie auch in unserem Dossier Fördermittel.

Mit dem ausführlichen ModernisierungsCheck finden Sie heraus, welche Dämmmaßnahme sich für Ihr Gebäude rechnet.

Wenn Sie vor Beginn einer Sanierungsmaßnahme Ihren Energieverbrauch ermitteln, können Sie prüfen, ob die Maßnahme auch die entsprechende Einsparung gebracht hat oder ob Mängel bestehen. Mit dem kostenlosen Energiesparkonto erhalten Sie einen Überblick über Ihren Verbrauch für Heizen, Strom, Wasser und Mobilität. Zudem bekommen Sie Vergleichsmöglichkeiten und Tipps zum Sparen.

Autor: Stefan Heimann

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