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Programmierbare Thermostate: die wichtigsten Fragen und Antworten

Sie überlegen, sich ein programmierbares Thermostat zu kaufen? Wir erklären Ihnen die Vorteile im Vergleich zu manuell einstellbaren Thermostaten, wie Sie mit programmierbaren Thermostaten Kosten sparen und ihren Wohnkomfort erhöhen können.

ThermostatCheck: Rechnen sich neue Thermostate?

Lohnt der Austausch? Finden Sie es jetzt heraus – und erfahren Sie, welche modernen Thermostate in Ihrem Fall geeignet wären:

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • programmierbare Thermostate sparen Energie und Kosten
  • vor allem sinnvoll für Haushalte mit vielen Heizkörpern
  • unterschiedliche Typen: einstellbar am Thermostat oder via App
  • Tür- und Fensterkontakte als Zubehör für automatisches Herunterregeln der Temperatur
  • leicht montierbar und auch für Mieter geeignet
(c) Honeywell

1. Was ist der Unterschied zwischen normalen und programmierbaren Thermostaten?

Bei herkömmlichen Thermostatventilen befindet sich im Thermostatkopf ein mit Flüssigkeit oder Gas gefüllter Temperaturfühler, der das Öffnen und Schließen des Ventils steuert. Die Heizwärme muss per Hand reguliert werden. Bei programmierbaren Thermostaten ist der Fühler nicht mechanisch, sondern elektrisch und hat einen kleinen Motor. Nutzer können daher entsprechend ihres Nutzungsverhalten und ihres individuellen Tagesablaufs ihre Heizungen so programmieren, dass sie zu festgelegten Tageszeiten automatisiert heizen. Das elektrische Thermostat benötigt dafür zwar eine Batterie – diese hält in der Regel jedoch mehrere Jahre.

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2. Was ist der Vorteil von programmierbaren Thermostatköpfen?

Mit den Sparhelfern können Sie genau bestimmen, wann welche Heizkörper hoch- oder runterregelt werden. Dazu kommt ein erheblicher Komfortgewinn: Das lästige Herunterdrehen der Heizkörper beim Verlassen von Haus oder Wohnung entfällt und kann auch nicht mehr vergessen werden. Wer morgens gern in ein warmes Badezimmer kommt, ohne die ganze Nacht durchheizen zu müssen, kann die Thermostate entsprechend programmieren. Während ältere und einfache Modelle direkt am Thermostatkopf programmiert werden, erlauben andere Modelle die Fernbedienung von unterwegs per App. Doch programmierbare Thermostate erhöhen nicht nur den Komfort, sondern helfen auch beim Sparen. Im Schnitt sind zehn Prozent weniger Heizkosten möglich.

Tipp: Auch beim Lüften können Sie mit programmierbaren Thermostatköpfen Geld sparen. Eine integrierte Funktion erkennt den Temperaturabfall beim Öffnen des Fensters und reguliert die Heizung automatisch nach unten. Noch schneller funktioniert das mit separaten Tür-/Fensterkontakten.

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Bernd Scheithauer, Danfoss: Man möchte nur die Räume heizen, die zu bestimmten Zeiten auch genutzt werden. Und dies ist in der Regel nur mit einem Regler mit Zeitprogramm (programmierbares Thermostat) möglich. Damit kann ein persönliches Nutzungsprofil, also der Zeitraum mit einer gewünschten Raumtemperatur, abgebildet werden kann. Das erhöht den Wohnkomfort und spart Heizkosten. Aber bitte nicht übertreiben: Gerade im Gebäudebestand führen zu lange Absenkphasen mit niedrigen Raumtemperaturen zu niedrigen Oberflächentemperaturen an den Außenwänden. Dann haben Sie die Bauschäden wie beispielsweise Schimmel gleich „mitprogrammiert.“ Zusätzlich benötigen Sie anschließend höhere Lufttemperaturen, um sich wohlzufühlen. Ganz wichtig: Auch ein elektronischer Regler benötigt als Basis ein hydraulisch abgeglichenes System!

3. Sind programmierbare Thermostate wirklich effizient?

Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere in Wohneinheiten mit mehreren Personen und mehreren Zimmern das Einstellen der Heizkörper oft in Vergessenheit gerät. Hier kann ein programmierbares Thermostat zum einen den Wohnkomfort erhöhen und zum anderen Energie und bares Geld sparen. Die Stiftung Warentest geht bei einer durchschnittlichen Altbauwohnung beispielsweise von einem Sparpotenzial von etwa 10 Prozent aus. So rechnet sich die Investition meist innerhalb weniger Jahre.

Einige elektrische Thermostate bieten außerdem praktische Extra-Funktionen, die beim Energiesparen helfen. Einige Regler bieten beispielsweise eine Boost-Funktion, also Heizen mit voller Kraft für einen kurzen Zeitraum, oder einen Urlaubs- und Partymodus, der das eingestellte Heizmuster für einen festgelegten Zeitraum unterbricht. Viele Geräte sind außerdem mit einer Fenster-Auf-Erkennung ausgestattet: Sensoren am Fenster verzeichnen den Temperaturabfall beim Lüften und das Thermostat regelt die Heizung automatisch herunter. So sparen Sie sich nicht nur den Extra-Gang zur Heizung, sondern heizen auch nicht zum Fenster hinaus. Praktisch sind auch Thermostate mit Kindersicherung oder oder Diebstahlsicherung sein.

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Bernd Scheithauer, Danfoss: Thermostatventile mit Energie-Effizienzlabel haben hervorragende Regeleigenschaften und sind leicht zu bedienen. Die zentrale und übersichtliche Bedienung sowie die präzise Abbildung des persönlichen Nutzungsprofils ermöglichen es, Energie zu sparen. Im Neubau und Niedrigenergiehaussektor sind die dezentrale Regelung der Wärmeübergabe (Heizkörper / Fußbodenheizung) und die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ein dringend notwendiger Schritt. Hier liegt ein riesiges, ungenutztes Energieeinsparpotenzial.

4. Für welche Haushalte und welche Heizung eignen sich programmierbare Thermostate?

Außenansicht Haus(c) co2online/Alois Müller

Grundsätzlich lohnen sich elektrische Heizkörperventile für alle Eigentümer und Mieter, die sparen wollen. Vor allem Haushalte mit besonders vielen Heizkörpern profitieren von dem Komfort programmierbarer Ventile. Es gibt Systeme, mit denen man die Thermostate für das ganze Haus an einem Smartphone, Tablet oder Computer einzeln anwählen und programmieren kann und damit viel Aufwand spart. Für Personen mit besonders unregelmäßigen Tagesabläufen eignen sich per Funk programmierbare Thermostate, die mittels App auch von unterwegs einzustellen sind oder automatisch auf An- und Abwesenheit reagieren. Damit wird das Einstellen der Heizung noch flexibler und nutzerfreundlicher. Worauf Sie bei Funkthermostaten achten sollten und wie Sie das System installieren, erfahren Sie in unserer ausführlichen Übersicht zu smarter Heizungssteuerung.

Nicht geeignet sind programmierbare Thermostate hingegen bei Fußbodenheizungen, Wandflächenheizungen sowie Gasetagenheizungen mit elektrischer Regeleinheit. Ist die Gastherme nur manuell zu regeln, können programmierbare Thermostate eingesetzt werden.

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5. Sind programmierbare Thermostate kompliziert einzurichten?

In Sachen Benutzerfreundlichkeit hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, wie ein Praxistest von co2online und Testberichte wie die der Stiftung Warentest zeigen: 11 von 14 co2online-Testern möchten die Sparhelfer nicht mehr missen und empfehlen sie vor allem wegen des gestiegenen Wohnkomforts. Bei der Stiftung Warentest erreichen 6 von 10 getesteten Geräten die Gesamtnote „gut“. Drei sind speziell in der Handhabung gut, der Rest immerhin befriedigend (Test 08/2019).

Unser Tipp: Probieren Sie die Geräte bei einem Händler vor Ort aus. Wer online einkauft, sollte zunächst nur einen Regler bestellen und die Bedienbarkeit prüfen. Für manche Ventile sind zudem Adapter nötig, die jedoch für die gängigsten Hersteller meist beiliegen. Wie Sie ein altes Thermostat wechseln und ein neues anbringen, erklären wir Ihnen in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

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Was sind Fehler bei der Bedienung?

Volker Galonske, Resideo: Am Gerät selbst kann man quasi nichts falsch machen. Die größten Fehler werden meist an anderer Stelle gemacht, nämlich bei der Programmierung der Heiz- und Absenkzeiten! Oft passen die Nutzer ihre ursprünglich eingestellten Zeiten nicht mehr an geänderte Tagesabläufe an. Durch das Heizen von nichtbenutzen Räumen verschenken sie dann aber wertvolle Energie.

6. Was kosten programmierbare Heizkörperventile?

Das Angebot an programmierbaren Thermostaten ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Günstige programmierbare Thermostate gibt es schon ab etwa 10 Euro, Funkthermostate ab etwa 20 Euro. Achten Sie aber nicht nur auf den Preis: Wichtig sind die speziellen Anforderungen in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung. Wer viele Heizkörper hat, sollte zu Funkthermostaten greifen. Damit lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig programmieren und einstellen. 

offenes Fenster über Heizung(c) co2online gGmbH/ Phil Dera

Auch auf Zubehör ist zu achten: Tür-/Fensterkontakte erleichtern zum Beispiel das Lüften. Sie senden bei geöffneten Fenstern oder Türen ein Signal an das Thermostat, das dann sofort automatisch runterregelt. Funkthermostate ermöglichen das bequeme Programmieren per App oder am Rechner oder den einfachen Wechsel unterschiedlicher Wochenprogramme, zum Beispiel fürs Arbeiten im Schichtdienst.

Haben Sie Ihre Thermostate getauscht oder wollen das bald tun? Dann nutzen Sie auch das Energiesparkonto. Mit dem kostenlosen Online-Haushaltsbuch können Sie den Tausch der Thermostate dokumentieren und ermitteln, wie viel Heizenergie Sie so sparen.

Autor: Andreas Braun | Laura Wagener

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