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Bundesförderung für effiziente Gebäude – BEG

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, ist ein Förderangebot des Bundes für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Haus. Sie ersetzt viele bestehende Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich. Ob Heizungstausch, Lüftungsmaßnahmen oder Ausbau zu einem KfW-Haus: Für alle Maßnahmen gibt es attraktive Fördermittel in Form von Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten.

FördermittelCheck: Förderungen finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihre Maßnahme gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • BEG bündelt mehrere Förderprogramme
  • Fördermittel für energetische Sanierungsmaßnahmen am Haus
  • Zuschüsse vom BAFA, Kredite und Zuschüsse von der KfW
  • Energieeffizienz-Expert*in in vielen Fällen einzubeziehen
  • Förderprogramme grundsätzlich mit anderen kombinierbar
  • 20 Prozent der Sanierungskosten unabhängig von BEG absetzbar

Was ist die BEG genau?

Die deutsche Förderlandschaft für Energieeffizienz war bis Ende 2020 für viele Verbraucher*innen unüberschaubar: Kredite gab es nur bei der KfW, Zuschüsse hingegen sowohl bei der KfW als auch beim BAFA. Und für jede dieser beiden Institutionen mussten Sie einen separaten Antrag stellen. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, wurde die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eingeführt. Sie bündelt zahlreiche bis dato geltende Förderprogramme, unter anderem:

  • das Gebäudesanierungsprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ – umgesetzt durch die KfW
  • das Marktanreizprogramm „MAP“, zu dem auch das Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ zählt – umgesetzt durch das BAFA
  • das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) – umgesetzt durch das BAFA
  • das Heizungsoptimierungsprogramm (HZO) – umgesetzt durch das BAFA

Ab wann gilt die BEG?

Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch oder Einbau von Lüftungsanlagen können bereits seit dem 01.01.2021 beim BAFA beantragt werden. KfW-Kredite gibt es erst ab dem 01.07.2021. Ab 2023 können Sie Ihre Fördermittel selbst aussuchen: wahlweise als Investitionszuschuss beim BAFA oder als Förderkredit mit Tilgungszuschuss bei der KfW.

Welche Maßnahmen werden durch die BEG gefördert?

Unabhängig vom Programmnamen ist für Sie als Interessenten vor allem wichtig, welche Maßnahmen gefördert werden – und zwar in welcher Höhe und unter welchen Bedingungen. Diese Fragen werden in den drei Teilbereichen der BEG beantwortet:

  1. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  2. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)
  3. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG)

Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Unter dem Kürzel BEG EM fallen Maßnahmen, die vom BAFA gefördert werden. Dazu gehören Einzelmaßnahmen:

  • an der Gebäudehülle​
  • an der Anlagentechnik (beispielsweise Lüftungsanlagen)
  • ​ an Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)
  • ​ zur Heizungsoptimierung​
  • zur Fachplanung und Baubegleitung​

Je nach Einzelmaßnahme ändert sich der Fördersatz.

20 Prozent Zuschuss für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

Dichte Fassaden und Dächer reduzieren Wärmeverlust. Das wiederum bedeutet weniger Heizkosten und Belastung für die Umwelt. Wenn Sie Ihr Haus (Dach, Keller, Geschoss etc.) dämmen lassen, übernimmt das BAFA für Sie 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Um den Zuschuss zu erhalten, müssen Sie eine/n Energieeffizienz-Expert*in mit der Überprüfung der geplanten Maßnahme beauftragen.

20 Prozent Zuschuss für Erweiterung und/oder Ausbau von Lüftungsanlagen

In energetisch guten Gebäuden ist der Einsatz von Lüftungsanlagen unabdingbar. Neben der lebensnotwendigen Frischluftzufuhr senken Anlagen mit Wärmerückgewinnung auch die Heizkosten. Wenn Sie eine solche Anlage erweitern oder eine neue einbauen lassen, können Sie die Kosten vom BAFA bezuschussen lassen. Auch hier gilt: Den Zuschuss gibt es nur, wenn Sie eine/n Energieeffizienz-Expert*in mit der Beratung und Planung beauftragen.

Welche Heizung wird 2021 gefördert?

Ob Gasheizung, Solaranlage oder Wärmepumpe: Die Fördersätze für den Heizungstausch sind seit 2020 unverändert. Je nach Wärmeerzeuger beträgt der Fördersatz zwischen 20 und 45 Prozent. Den höchsten Fördersatz erhalten Sie nur, wenn Sie Ihre Ölheizung ausbauen und dafür eine umweltfreundliche Alternative einbauen lassen. Als umweltfreundliche Heizung kommen unter anderem Wärmepumpen und Holzheizungen infrage. Die Einbindung eines/r Energieeffizienz-Expert*in ist zwar nicht notwendig – wird aber dringend empfohlen.

20 Prozent Zuschuss für Heizungsoptimierung

Es gibt viele Möglichkeiten, das Beste aus der bestehenden Heizanlage herauszuholen. Neben der Dämmung von Rohrleitungen und dem Einbau von passenden Heizkörpern können Sie Ihre Wärmeerzeuger auch hydraulisch abgleichen lassen. Zusammen mit dem Pumpentausch bewirken solche geringinvestiven Maßnahmen oft Wunder. Obendrauf gibt es vom BAFA 20 Prozent Zuschuss für die förderfähigen Kosten. Die Einbeziehung eines/r Energieeffizienz-Expert*in ist auch hier optional.

50 Prozent Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung

Mit einer fachlichen Planung und Baubegleitung können Sie sicher sein, dass die von Ihnen gewünschten Einzelmaßnahmen auch sinnvoll und korrekt ausgeführt werden. Darüber hinaus übernimmt das BAFA 50 Prozent der dabei anfallenden Kosten. Auf diese Weise profitieren Sie gleich doppelt: fachgerechte Umsetzung der Maßnahmen plus Geld vom Staat.

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Sie möchten Ihre Immobilie schnellstmöglich zu einem KfW-Effizienzhaus umbauen lassen? Oder möchten Sie lieber Schritt für Schritt und in einem ausgedehnten Zeitraum modernisieren? Fragen Sie in beiden Fällen Ihre/n Energieberater/in nach einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP).

Der iSFP ist ein Beratungsinstrument, das Ihnen erleichtert, sich ein Bild von der energetischen Ausgangssituation Ihres Wohngebäudes zu machen. Dank der Visualisierung können Sie sich auch besser vorstellen, wie sich die Energieeffizienz bei Umsetzung der einzelnen Sanierungsmaßnahmen schrittweise verbessert. Und das Beste: Wenn Sie im Rahmen der BEG eine energetische Sanierungsmaßnahme als Teil des iSFP umsetzen, steigt der Fördersatz um weitere 5 Prozent.

Beispiel für iSFP-Bonus

Sie lassen im Rahmen des individuellen Sanierungsfahrplans Ihre bestehende Ölheizung durch eine neue Pelletheizung ersetzen. Dafür erhalten Sie nicht 45, sondern 50 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Bei einer Investitionssumme von 20.000 Euro sind es 10.000 Euro, die Sie weniger zahlen müssen. Ausführliche Informationen zum iSFP finden Sie auf der Aktionsseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Wer ist antragsberechtigt?

Den Antrag auf Fördermittel für die BEG EM können Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen stellen. Für den Erhalt des iSFP-Bonus müssen Sie eine/n Energieeffizienz-Expert*in damit beauftragen, eine Energieberatung für Wohngebäude durchzuführen. Der/die Energieberater*in stellt dann beim BAFA einen Zuschussantrag für Ihr Wohngebäude und erhält einen Förderbescheid.

Wichtig! Erst Antrag online stellen, dann Fachkräfte mit den Arbeiten beauftragen.

Wohngebäude (BEG WG)

Geht es um die energetische Gebäudesanierung oder den Erwerb oder Bau eines neuen Effizienzhauses, kommen Sie nicht am Teilbereich BEG WG vorbei. Getragen wird die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude von der KfW. Hier gibt es allerdings eine Besonderheit in Form von Übergangsphasen:

Förderprogramme vor und nach dem 30.06.2021

Während Förderprogramme vom BAFA seit dem 01.01.2021 uneingeschränkt gelten, gibt es für KfW-Förderprogramme Übergangsfristen. In dieser Zeit können Fördermittel aus den bald auslaufenden Programmen weiterhin beantragt werden. Ab dem 01.07.2021 gelten neue Förderprogramme.

Übersicht alte und neue KfW-Förderprogramme

Alte Förderprodukte (bis 30.06.2020 gültig) Neue Förderprodukte (ab 01.07.2021 gültig)
Förderkredit "Energieeffizient Bauen (153)“ wird komplett durch die BEG ersetzt
Energieeffizient Sanieren – Kredit (151, 152) BEG Wohngebäude – Kredit (261, 262)
Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430) BEG Wohngebäude – Zuschuss (461)
Energieeffizient Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (431) als Teil der Programme: BEG Wohngebäude – Kredit (261, 262) und BEG Wohngebäude – Zuschuss (461)
Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit (167) wird komplett durch die BEG EM ersetzt

BEG Wohngebäude – Förderprogramme für Sanierung im Detail

Die Sanierung eines bestehenden Wohngebäudes zu einem KfW-Effizienzhaus wird seit Jahren von der KfW gefördert. Zu den geförderten Maßnahmen gehören:

  • Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus
  • einzelne energetische Maßnahmen
  • Sanierung eines Baudenkmals
  • Umwidmung von Nicht-Wohnflächen in Wohnfläche
  • Kauf von saniertem Wohnraum

Ab dem 01.07.2021 gibt es außerdem folgende Änderungen:

  • Einführung des KfW-Effizienzhauses 40
  • Kredite mit Tilgungszuschuss für Einzelmaßnahmen inkl. Heizungsanlagen und digitale Steuerung (Fördersätze wie beim BAFA)
  • Einführung der Erneuerbare-Energie-Klasse (EEK)

Durch die Einführung der sogenannten Erneuerbare-Energie-Klasse (EKK) steigt der Fördersatz bei den dazugehörigen Effizienzhaus-Klassen. Bei den bisherigen Effizienzhaus-Klassen ohne den EEK-Zusatz bleiben die Fördersätze weiterhin unverändert.

Beispiel für Erneuerbare-Energie-Klasse

  • Ausbau eines Bestandsgebäudes zum KfW-Haus 40
  • Die neue Heizanlage auf Basis Erneuerbarer Energien deckt über 55 Prozent des Energiebedarfs ab
  • Der Fördersatz steigt daraufhin von 45 auf 50 Prozent

Fördersätze Sanierung zum Effizienzhaus ab 1.7.2021

Effizienzhaus(Tilgungs-)zuschuss in % je WohnungBetrag je Wohnung
Effizienzhaus 4045 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 54.000 Euro
Effizienzhaus 40 EE-Klasse50 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 75.000 Euro
Effizienzhaus 5540 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 48.000 Euro
Effizienzhaus 55 EE-Klasse45 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 67.500 Euro
Effizienzhaus 7035 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 42.000 Euro
Effizienzhaus 70 EE-Klasse40 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 60.000 Euro
Effizienzhaus 8530 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 36.000 Euro
Effizienzhaus 85 EE-Klasse35 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 52.500 Euro
Effizienzhaus 10027,5 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 33.000 Euro
Effizienzhaus 100 EE-Klasse32,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 48.750 Euro
Effizienzhaus Denkmal25 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 30.000 Euro
Effizienzhaus Denkmal EE-Klasse30 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag / geförderte Kostenbis zu 45.000 Euro

BEG Wohngebäude – Was wird im Neubau gefördert?

Nicht nur die Sanierung zu einem KfW-Effzienzhaus wird gefördert. Wer ein neues KfW-Effizienzhaus baut oder kauft, hat ebenfalls Anspruch auf zinsgünstige Kredite von der KfW.

Fördersätze Neubau/Erwerb eines Effizienzhauses vor dem 1.7.2021

KfW-Effizienzhaus 40 Plus 25 % von maximal 120.000 € Kreditbetrag bis zu 30.000 €
KfW-Effizienzhaus 40 20 % von maximal 120.000 € Kreditbetrag bis zu 24.000 €
KfW-Effizienzhaus 55 15 % von maximal 120.000 € Kreditbetrag bis zu 18.000 €

Um den Neubau und Erwerb von Effizienzhäusern attraktiver zu machen, wurden die Konditionen noch einmal verbessert. So gibt es ab dem 01.07.2021 drei Änderungen:

  • Verbesserung der Konditionen fürs Effizienzhaus 40 Plus
  • Einführung der Erneuerbare-Energie-Klasse (EEK)
  • Einführung der Nachhaltigkeitsklasse als Alternative zur EEK

Fördersätze Neubau/Erwerb eines Effizienzhauses ab 1.7.2021

Effizienzhaus 40 Plus 25 % von maximal 150.000 € Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 37.500 €
Effizienzhaus 40 20 % von maximal 120.000 € Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 24.000 €
Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse 22,5 % von maximal 150.000 € Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 33.750 €
Effizienzhaus 55 15 % von maximal 120.000 € Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 18.000 €
Effizienzhaus 55 Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse 17,5 % von maximal 150.000 € Kreditbetrag / förderfähigen Kosten bis zu 26.250 €

Die Fördersätze für den Neubau oder den Erwerb von Effizienzhäusern sind niedriger als bei der Sanierung und die Effizienzklasse 55 muss erreicht werden. Anstelle des Einsatzes von Erneuerbaren Energien führt auch eine Nachhaltigkeitszertifizierung (sog. Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)) zu einem höheren Fördersatz. Die Anforderungen des Qualitätssiegels werden derzeit noch erarbeitet.

Wer ist antragsberechtigt?

Den Antrag auf Fördermittel für die BEG WG können Eigentümer*innen einer Wohnimmobilie, Ersterwerber*innen von saniertem Wohnraum und Contracting-Geber stellen.

Wichtig! Die Einbindung eines/r Energieeffizienz-Expert*in ist Pflicht. Die Kosten für die Baubegleitung (sowohl bei Neubau/Erwerb als auch bei einzelnen energetischen Maßnahmen) werden zu 50 Prozent bezuschusst.

Nichtwohngebäude (BEG NWG)

Die BEG gilt auch für Maßnahmen außerhalb des Wohnbereichs. Ähnlich wie bei BEG WG stehen Ihnen hier Kredite oder Zuschüsse zur Auswahl, wenn Sie:

  • ein neues KfW-Effizienzhaus bauen oder kaufen.
  • eine bestehende Immobilie zum Effizienzgebäude sanieren.
  • einzelne energetische Maßnahmen bei bestehenden Immobilien vornehmen.

Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude erst ab 01.07.2021

Der Teilbereich BEG NWG tritt erst ab dem 01.07.2021 in Kraft. Antragsberechtigt sind unter anderem Privatpersonen, Einzelunternehmer*innen, kommunale Unternehmen, gemeinnützige Organisationen sowie Geschäftsbanken.

Sehr hohe Fördersummen

Da es sich bei Nichtwohngebäuden häufig um größere Immobilien handelt, sind die Fördersummen dementsprechend hoch. Der maximale Förderbetrag für ein neues Effizienzgebäude beträgt bis zu 30 Millionen. Euro. Für die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden gibt es einen Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 30 Prozent.

Wichtig! Die Einbindung eines/r EnergieeffizienzExpert*in ist auch hier Pflicht. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter www.kfw.de/beg

Bundesförderung für Energieberatung im Bereich Wohngebäude

Jedes Wohngebäude ist so individuell wie die Menschen, die darin leben. Ein allgemeingültiges Sanierungskonzept kann es daher nicht geben. Die Energieberatung für Wohngebäude ist deshalb eine wichtige Säule im Kampf um die Klimaziele. Der Bund übernimmt 80 Prozent der Kosten für die Leistung eines/r Energieberater*in.

Darum ist die Energieberatung so wichtig

Um den energetischen Zustand eines Hauses ermitteln zu können, braucht es viel fachliches Know-how. Das Gleiche gilt für die Erstellung eines Sanierungskonzepts oder für die Beratung zu Fördermitteln. Nicht zuletzt ist die Einbindung eines/r Expert*in für Energieeffizienz oft Pflicht, um staatliche Fördermittel zu erhalten. Mit unserem Branchenbuch für Modernisier*innen finden Sie in wenigen Minuten die für Sie passende Ansprechperson.

Unterschied zwischen Förderkredit und Zuschuss

Wenn Sie staatliche Fördermittel aus der BEG in Anspruch nehmen möchten, stehen Sie in der Regel vor der Wahl zwischen Förderkredit und Zuschuss. Vereinfacht gesagt sind Förderkredite klassische Darlehen, auf die Sie Tilgungszuschüsse bekommen. Der Tilgungszuschuss reduziert den Kreditbetrag um den jeweiligen Fördersatz.

Beispiel für Förderkredit

  • Sie möchten Ihre Bestandsimmobilie zu einem KfW-Effizienzhaus 40 sanieren.
  • Sie nehmen dafür einen Förderkredit in Höhe von 100.000 Euro auf.
  • Der Fördersatz für ein KfW-Effizienzhaus 40 beträgt aktuell 45 Prozent.
  • Sie müssen der Bank am Ende der Laufzeit nur 55.000 statt 100.000 Euro zurückzahlen.

Bei einem Zuschuss handelt es sich um eine finanzielle Zuwendung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Zuschüsse erhalten Sie aktuell sowohl vom BAFA als auch von der KfW.

Beispiel für Zuschuss

  • Sie möchten Ihre Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzen.
  • Sie stellen beim BAFA den Antrag und warten die Vorab-Bewilligung ab.
  • Mit der Vorab-Bestätigung können Sie den Kesseltausch auf eigenes Risiko durchführen lassen.
  • Der Kesseltausch samt aller notwendigen Maßnahmen hat insgesamt 30.000 Euro gekostet.
  • Nach Ende der Maßnahme reichen Sie alle Nachweise online beim BAFA ein.

    Dank regulärer Förderung und Ölheizung-Bonus müssen Sie selbst nur 55 Prozent der Gesamtkosten bezahlen. Das BAFA überweist Ihnen den Betrag in der bewilligten Höhe, in dem Fall 45 Prozent von 30.000 Euro, was 13.500 Euro entspricht.

Wie funktioniert der Antragsprozess?

Je nachdem für welche energetische Maßnahme Sie sich entscheiden, stellen Sie den Antrag auf Fördermittel beim BAFA oder bei der KfW.

Wichtig: Beim BAFA müssen Sie den Antrag immer vor der Beauftragung stellen. Bei der KfW hingegen ist die Einbindung eines/r Energieeffizienz-Expert*in Pflicht. Andernfalls erhalten Sie keine Fördermittel.

BAFA-Antrag stellen – so geht’s

1. Schritt: Stellen Sie Ihren Antrag direkt online beim BAFA

  • Dazu brauchen Sie Kostenvoranschläge für die Leistungen, die gefördert werden sollen. Wichtig: Die angegebenen Kosten sind Grundlage für den späteren Zuwendungsbescheid und können später nicht mehr nach oben korrigiert werden.
  • Sie erhalten per E-Mail eine Eingangsbestätigung vom BAFA.
  • Ab diesem Zeitpunkt können Sie einen Vertrag auf eigenes Risiko abschließen und die Maßnahme beginnen.
  • Aufgrund des hohen Andrangs können zwischen Antragsstellung und Zuwendung mehrere Wochen vergehen.

2. Schritt: Zuwendungsbescheid vom BAFA erhalten

  • Nach positiver Prüfung erhalten Sie vom BAFA den Zuwendungsbescheid.
  • Darin ist der Bewilligungszeitraum festgelegt.
  • Sie müssen die Anlage nun innerhalb von neun Monaten in Betrieb nehmen.

3. Schritt: Bestätigungsunterlagen zurücksenden und Zuschuss erhalten

  • Laden Sie die „Verwendungsnachweiserklärung“ und weitere Unterlagen im BAFA Online-Portal hoch.
  • Das muss spätestens einen Monat nach Ablauf des Bewilligungszeitraums geschehen.
  • Nach positiver Prüfung überweist das BAFA Ihren Zuschuss.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel zur BAFA-Förderung.

KfW-Antrag stellen – so geht’s

Die KfW empfiehlt grundsätzlich ein Vorgehen in fünf Schritten, um Fördermittel zu beantragen. Für die Antragstellung benötigen Sie Unterstützung von einem/r Energieeffizienz-Expert*in und einem Finanzierungspartner*in Ihrer Bank

  1. Machen Sie eine Energieberatung. Qualifizierte Expert*innen finden Sie auf der Seite www.energie-effizienz-experten.de. Erstellen Sie gemeinsam ein Sanierungskonzept für Ihr Haus.
  2. Prüfen Sie, welche Förderprogramme Sie kombinieren können und nutzen Sie alle Fördermöglichkeiten für verschiedene Umbaumaßnahmen.
  3. Stellen Sie zusammen mit dem/r Finanzierungspartner/in Ihrer Bank den KfW-Förderantrag, bevor Sie mit den Umbaumaßnahmen beginnen. Einen Antrag auf Investitionszuschuss können Sie online auf dem KfW-Zuschussportal stellen oder per Post an die KfW senden.
  4. Die KfW prüft den Antrag und gibt der Bank die Förderzusage, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Jetzt können Sie den Kreditvertrag bei Ihrer Bank abschließen und mit der Sanierung beginnen.
  5. Reichen Sie nach der Sanierung die „Bestätigung nach Durchführung“ des/der Energieeffizienz-Expert*in bei Ihrer Bank ein. Anschließend wird Ihnen der Tilgungszuschuss gutgeschrieben.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel zur KfW-Förderung.

Kombinationsmöglichkeiten von BAFA- und KfW-Förderprogrammen

Sie können noch bis 30.06.2021 die BAFA-Förderung mit folgenden KfW-Programmen kombinieren: „Energieeffizient Bauen – Kredit (153)“ und „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit (167)“. Ab dem 01.07.2021 geht das nicht mehr. Das Kombinieren der BEG-Förderung mit anderen Fördermitteln ist aber grundsätzlich möglich. Dabei dürfen Kredite, Zuschüsse und Zulagen in der Summe nicht über der Förderquote von maximal 60 Prozent liegen.

Energieberater*innen kennen örtliche Förderprogramme

Neben BAFA und KfW gibt es viele regionale Förderprogramme, die zeitlich und budgetär begrenzt sind. Den besten Durchblick haben in der Regel Energieberater*innen. Alternativ können Sie den FördermittelCheck nutzen, um Förderprogramme zu finden, die nicht in dieser Übersicht der BEG-Programme aufgeführt sind. Auch hilfreich ist der ModernisierungsCheck. Er zeigt Ihnen, welche Modernisierungsmaßnahmen für Ihr Gebäude sinnvoll sind und wie hoch die Einsparungen ausfallen können.

Alternative Fördermöglichkeiten - Steuerabsetzungen

Seit 2020 können Sie 20 Prozent der Sanierungskosten steuerlich absetzen. Neben Maßnahmen am Haus ist dieser Sanierungsbonus auch für den Heizungstausch und die Heizungsoptimierung nutzbar. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihre Handwerkerkosten steuerlich absetzen zu lassen.

40.000 Euro Sanierungskosten steuerlich absetzbar 

Mit dem Steuerbonus können Sie 20 Prozent der Sanierungskosten von der Steuer absetzen. Der Betrag ist auf 40.000 Euro begrenzt und über einen Zeitraum von drei Jahren anrechenbar. Das bedeutet, in den ersten zwei Jahren dürfen Sie jeweils nur sieben Prozent (maximal 14.000 Euro) absetzen. Im dritten Jahr können Sie nach Abschluss der Arbeiten noch einmal sechs Prozent (maximal 12.000 Euro) geltend machen.

Wer kann den Steuerbonus nutzen?

Damit Ihre Sanierungskosten steuerlich absetzbar sind, müssen Sie im betreffenden Haus leben. Das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein und innerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraumes stehen. Sie können den Steuerbonus nicht mit anderen Fördermitteln vom BAFA oder von der KfW kombinieren. Mit welcher Variante Sie besser fahren, berechnen Sie am besten gemeinsam mit einem/r Energie- oder Steuerberater*in.

Die Förderung ist nachträglich zu beantragen

Die steuerliche Förderung ist nachträglich zu beantragen. Dazu geben Sie die anrechenbaren Kosten nach Abschluss aller Sanierungsarbeiten in Ihrer Einkommenssteuererklärung an. Möglich ist das erstmals im Jahr 2021 für den Veranlagungszeitraum 2020. Wichtig: Mit einer Fachunternehmererklärung muss die beauftragte Fachkraft bestätigen, dass sie die Fördervorgaben eingehalten hat.

Steuerliche Förderung für den Heizungstausch nutzen

Lassen Sie eine neue Heizung einbauen, können Sie 20 Prozent der Material- und Montagekosten absetzen. Voraussetzung ist, dass es sich um eine Anlage zur Nutzung erneuerbarer Energien oder um eine stromerzeugende Heizung handelt.

Steuerliche Förderung der Handwerkerkosten 

Erfüllen Sie die technischen Anforderungen für den neuen Steuerbonus nicht, können Sie in vielen Fällen zumindest die Lohnkosten der Handwerker*innen steuerlich geltend machen. Die Arbeitskosten dürfen bis zu 6.000 Euro betragen. Bei einer Förderrate von 20 Prozent zahlen Sie jährlich um bis zu 1.200 Euro weniger. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel zum Förderprogramm.

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