Wir verwenden Cookies für den bestmöglichen Service für Sie. Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und akzeptieren die Verwendung von Cookies. Alternativ können Sie die Einstellungen anpassen.

Ursachen des Klimawandels

Seit vielen Jahren ist sich die Wissenschaft einig: Eine erhöhte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre führt zu einer Erwärmung der Erde und damit zu einem Wandel ihres Klimas.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • der Treibhauseffekt ist ein natürlicher Prozess, der das uns bekannte Erdklima ermöglicht
  • menschgemachte Treibhausgase sammeln sich in Atmosphäre und verhindern Abstrahlung von Erdwärme in das Weltall
  • Verbrennung von fossilen Energieträgern, Landwirtschaft & Energieverbrauch Hauptgründe für anthropogenen Treibhausgaseffekt und Klimakrise
  • Erderwärmung bis 1,5 Grad Celsius vom Weltklimarat als noch beherrschbar eingestuft
  • Jeder kann zum Klimaschutz beitragen

1. Was ist der Treibhauseffekt?

Mit dem Begriff Treibhauseffekt ist die zunächst einmal natürliche Wechselwirkung gemeint, dem wir das uns bekannte Erdklima verdanken. Zum einen werden durch natürliche Prozesse, wie beispielsweise die Verrottung von biologischem Material und die Verdunstung von Wasser, sogenannte Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben. Dazu gehören beispielsweise Wasserstoff, CO2 und Methan. Diese Gase sammeln sich in der Erdatmosphäre wie unter eine Glasglocke an und strahlen einen Teil der Erdwärme auf die Erde zurück. Ohne diesen Prozess würde die Durchschnittstemperatur auf der Erde durchschnittlich -18 Grad Celsius betragen.

Doch auch in der Debatte um den Klimawandel und den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur ist der Treibhauseffekt ein zentraler Begriff. Das liegt daran, dass seit etwa 200 Jahren der natürliche Treibhauseffekt durch den anthropogenen Treibhauseffekt verstärkt wird. Deswegen gerät das bisher geltende Klima-Gleichgewicht zunehmend ins Wanken.

Ausführlichere Informationen zu den Themen Treibhausgase und Klimawandel finden Sie im Artikel „Was ist CO2?“.

2. Was bedeutet „anthropogener Klimawandel“?

Der anthropogene Treibhauseffekt bedeutet: der vom Mensch gemachte Treibhauseffekt. Diese Formulierung soll verdeutlichen, dass durch menschliche Prozesse, allem voran durch die Verbrennung fossiler Energieträger, zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Das führt dazu, dass immer weniger Wärme von der Erde zurück in das Weltall entweichen kann und es deshalb auf der Erde langsam immer wärmer wird.

Im Sachstandsbericht der Weltklimarats (IPCC) steht zum aktuellen Stand der globalen Erwärmung: „Menschliche Aktivitäten haben etwa 1,0 °C globale Erwärmung gegenüber vorindustriellem Niveau verursacht […]. Die globale Erwärmung erreicht 1,5 °C wahrscheinlich zwischen 2030 und 2052, wenn sie mit der aktuellen Geschwindigkeit weiter zunimmt.“ (Quelle: IPCC)

Skepsis an den Ursachen des Klimawandels: Vielleicht strahlt auch nur die Sonne stärker?

Könnte die Erderwärmung auch einfach durch intensivere Sonneneinstrahlung ausgelöst sein? Leider nein. Forscher, beispielsweise von der US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) und dem Weltklimaforschungsprogramm WCRP, messen regelmäßig, beispielsweise mit Satelliten, wie hoch die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre ist und wie viel Wärme in die Erdatmosphäre hinein- und auch wieder herausgestrahlt wird. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre nimmt stetig zu, während immer weniger Wärme aus der Atmosphäre entweichen kann. So ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre heute um etwa 40 Prozent höher als zu Zeiten vor der Industrialisierung.

3. Was passiert, wenn das Klima wärmer wird?

Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie sich das Klima in den nächsten Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten verändert – vor allem, weil das maßgeblich davon abhängt, wie viele Treibhausgase die Menschheit in den nächsten Jahren noch ausstößt. Es gibt jedoch etliche wissenschaftliche Prognosen, die regelmäßig vom Weltklimarat IPCC ausgewertet und zusammengefasst werden, die Szenarien für bestimmte Temperaturanstiege entwerfen. Sicher ist: Je mehr CO2 und andere Treibhausgase wir weiterhin ausstoßen, desto mehr wird sich das Klima verändern. Und das hat starke Auswirkungen auf die Flora und Fauna unseres Planten sowie für das Leben der Menschen.

Klimakrise statt Klimawandel

Wegen den beängstigenden Folgen des Klimawandels wird seit 2019 stellvertretend für den Klimawandel das Wort „Klimakrise“ verwendet. So soll verdeutlicht werden, dass der Klimawandel ein extrem drängendes Problem ist, welches auch in der Politik die Priorität anderer akuter Krisen erhalten muss.

Welche Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland und welche Folgen global erwartet werden, können Sie in unseren Artikeln nachlesen:

Im Allgemeinen werden die Auswirkungen des Klimawandels in kontrollier- oder beherrschbar und unkontrollierbar beziehungsweise nicht mehr beherrschbar kategorisiert. Die Klima-Szenarien der Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein durchschnittlicher globaler Temperaturanstieg von maximal 1,5 Grad Celsius gerade noch beherrschbare Folgen mit sich bringen würde. Bei einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 2 Grad wären die Folgen bereits verheerend, während sie bei 3 Grad Anstieg oder sogar noch mehr mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Menschen unkontrollierbar wären. Eine interessante Übersicht über die Folgen unterschiedlicher Temperaturanstiege gibt die englische Webseite „Carbon Brief“ in einer interaktiven Grafik.

4. Was sind die Ursachen für den Klimawandel?

Die Gründe für den Klimawandel sind vielfältig. Gleichzeitig sind sie alle auf die Konsum- und Bedürfnisstrukturen des modernen Menschen zurückzuführen:

  • industrieller Fortschritt und die Verbrennung fossiler Energieträger
  • die Abholzung der Wälder
  • industrielle Landwirtschaft und Ackerbau sowie moderne Ernährungsstrukturen
  • ineffiziente beziehungsweise hohe Energienutzung in privatem und öffentlichen Sektor

4.1. Industrialisierung: Der Startschuss des Klimawandels

Als Geburtszeit des menschgemachten Klimawandels gilt die Industrielle Revolution Mitte des 18. Jahrhunderts. Der US-amerikanische Wirtschaftshistoriker David S. Landes fasst den technischen Fortschritt der Industriellen Revolution in drei Kernprozessen zusammen: Die Mechanisierung von Handarbeit durch Maschinen, die mechanische Energieerzeugung und Energieumwandlung, angestoßen durch die Erfindung der Dampfmaschine und die massenhafte Verwendung der mineralischen Rohstoffe Kohle und Eisen (Quelle: David S. Landes, Der entfesselte Prometheus, Köln 1973, S. 52).

Die neuen Möglichkeiten führten innerhalb des 20. Jahrhunderts zu weitreichenden Veränderungen der Lebens- und Konsumstrukturen der Menschen in den sogenannten Industriestaaten. Heute gehören das eigene Auto, Urlaubsreisen per Flugzeug in ferne Länder sowie nach Italien übers lange Wochenende genauso zum Leben wie Kühl- und Gefrierschrank, Tupperdose und Frischhaltefolie sowie allzeit gut sortierte Supermärkte, die neben gut gefüllten Frischetheken auch im Winter Mango und Ananas aus Costa Rica im Angebot haben. Der Preis für den neu gewonnenen Luxus: Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Ausstoß riesiger Mengen an Treibhausgasen durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

5. Wie beeinflussen Landwirtschaft und Ernährung den Klimawandel?

(c) Loija Nguyen | Unsplash

Auch die landwirtschaftliche Produktion wurde in den letzten hundertfünfzig Jahren revolutioniert. Die Industrialisierung von landwirtschaftlichen Prozessen hat beispielweise dazu geführt, dass tausende Kühe, Schweine oder Hühner problemlos gleichzeitig gefüttert, gemolken und geschlachtet werden können. In der Folge hat sich laut Weltagrarbericht der globale Fleischkonsum in den letzten 50 Jahren fast vervierfacht: von 84 Millionen Tonnen im Jahr 1965 auf 330 Millionen im Jahr 2017. Bis 2050 rechnet die Welternährungsorganisation FAO sogar mit einer zusätzlichen Steigerung der Fleischproduktion auf ganze 455 Millionen Tonnen im Jahr – wenn sich nämlich die Ernährungsgewohnheiten der Menschen im globalen Süden der sogenannten „westlichen Diät“ angepasst haben.

Was der Fleischkonsum mit dem Klima zu tun hat?

Um Platz für Ställe, Weideflächen und vor allem den Anbau von Futtermitteln zu schaffen, müssen große natürliche Grün- und Waldflächen sowie Moore und Torfe weichen. Das ist für das Gleichgewicht des Klimas so wie wir es kennen problematisch, weil Pflanzen und naturbelassene Böden CO2 aus der Luft entziehen und in Biomasse speichern. Der IPCC geht davon aus, dass Böden und Pflanzen derzeit noch fast ein Drittel der CO2-Emissionen aus allen fossilen Brennstoffen und der Industrie binden – laut Welternährungsorganisation (FAO) sind allein etwa 296 Gigatonnen CO2 in Wäldern gebunden (Quelle: FAO). Wird ein Baum gefällt und beispielsweise anschließend verbrannt, wird das gebundene CO2 wieder frei. Dasselbe gilt für ehemalige Waldböden und Moore, die als Acker bewirtschaftet große Mengen gebundenes CO2 an die Umgebungsluft abgeben. Wissenschaftler*innen gehen in ihrem Bericht zum Global Carbon Budget davon aus, dass im Jahr 2018 etwa 1,2 Gigatonnen CO2 durch Abholzung und veränderte Landnutzung entstanden sind. Das entspricht etwa den jährlichen CO2 Emissionen von ganz Japan (Quelle: Wikipedia).

Zusammengenommen mit den Treibhausgasen, die natürlicher Weise durch Lebewesen entstehen (beispielsweise Methan bei der Verdauung von Kühen) und den Emissionen von den in der Landwirtschaft verwendeten Spritz- und Düngemitteln, ist die moderne Land- und Forstwirtschaft zu einem der Hauptverursacher der anthropogenen Klimakrise geworden: Mit 23 Prozent aller menschlichen Treibhausgasemissionen verursacht die Landwirtschaft etwa genauso viele Emissionen, wie die Elektrizitäts- und Wärmeproduktion (25 Prozent laut IPCC-Bericht 2014) und die Industrie (21 Prozent).

Ausrottung des Regenwaldes aus der Vogelperspektive.(c) www.iStock.com / luoman

Rodung des Regenwalds für Palmöl, Soja und Viehzucht

Besonders wichtig für den Klimaschutz ist der Schutz nativer Regenwälder. Die größten Regenwaldgebiete liegen im südamerikanischen Amazonien, im Kongobecken in Zentralafrika und in Südostasien.

Obwohl klar ist, welche wichtige Rolle die „grüne Lunge“ unseres Planeten für das Klima-Gleichgewicht spielt, sind Regenwälder auch heute noch von legaler sowie illegaler Abholzung bedroht. Seit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro im Jahr 2018 schaut die Welt besonders besorgt auf die Abholzungsraten des brasilianischen Regenwalds, denn der brasilianische Präsident hat den Schutz des Regenwalds stark eingeschränkt und die Abholzung hat seither rapide zugenommen. Die Motivation von Bolsonaro und Co.: Mit dem Regenwald selbst lässt sich kaum Geld verdienen. Die Sojabohnen hingegen, die im großen Stil auf den gerodeten Flächen angebaut werden, lassen sich für viel Geld beispielsweise nach Europa und China für die Viehzucht verkaufen.

In Süd- und Südostasien muss der Regenwald vor allem für Ölpalm-Plantagen weichen. Palmöl wird weltweit großflächig in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie eingesetzt – zum Beispiel in Margarine oder in Hautcremes.

6. Kann der Klimawandel noch gestoppt werden?

Gute Nachrichten: Laut IPCC können wir den Klimawandel noch auf ein überschaubares Maß begrenzen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sektorübergreifend unverzüglich weniger Treibhausgase emittiert werden. Konkret bedeutet das, dass Gebäude weniger CO2 verursachen, Mobilität und Energiesektor erneuerbar und effizienter und Industrie, Handel und Landwirtschaft nachhaltiger werden müssen. Einige Sektoren haben dabei größere Schlagkraft als andere, weil sie für einen größeren Teil der Emissionen verantwortlich sind.

So ist es beispielsweise besonders wichtig, dass die Landwirtschaft und der Energiesektor klimafreundlicher werden und weniger CO2 emittieren. Dafür bedarf es politischer Regulierungen, aber auch Sie als Privatperson können mit Ihrem Verhalten und Ihren Konsumentscheidungen viel zum Klimaschutz beitragen.

7. Wie kann ich Klima und Umwelt im Alltag schützen?

Die gute Nachricht: Sie können fast bei allem, was Sie tun, oft fast unbemerkt, etwas zum Klimaschutz beitragen. Wie immer gilt: Wo besonders viele CO2-Emissionen verursacht werden, lassen sich auch besonders viele Emissionen vermeiden.

CO2-Emissionen - Wo sind sie am höchsten?

Mit diesen Aktionen wirksam Klima und Umwelt schützen:

  • weniger oder keine Fleisch- und Milchprodukte essen
  • wenn Fleisch- und Milchprodukte, dann aus regionaler Produktion und in Bio-Qualität
  • Produkte mit Palmöl meiden, dabei hilft die App CodeCheck
  • Bei Grillkohle auf Naturland-Siegel achten oder zum Beispiel mit Kokosrinde oder Maiskolben grillen
  • Auf Recycling-Papier mit Blauer Engel oder Ökopaplus setzen; auch bei Toilettenpapier
  • Holzmöbel aus heimischen Holzarten, wie Eiche, Robinie oder Kiefer bevorzugen
  • Im Alltag auf Fahrrad und ÖPNV statt Auto setzen
  • auch im Urlaub: möglichst auf Auto verzichten
  • sparsam Heizen
  • Strom effizient nutzen
  • Zu Anbieter von echtem Ökostrom wechseln
  • Haus energetisch sanieren

Energiesparen zu Hause

Besonders viel können Sie genau dort für das Klima tun, wo Sie sich in der Regel auch am meisten aufhalten: nämlich in ihrem Zuhause. Denn laut Umweltbundesamt wird der größte Teil der CO2-Emissionen von Verbraucher*innen in ihrem Wohnumfeld verursacht. Das heißt konkret: Vor allem durch Heizen, die Warmwasserbereitstellung und den Stromverbrauch. Die Heizung – beziehungsweise das Heizverhalten – fällt dabei ganz besonders ins Gewicht.

CO2-Emissionen zu Hause - Wo sind sie am höchsten?

Um das Klima zu schützen, sollten Sie daher zunächst herausfinden, ob Sie zu Hause effizienter – und somit klimaschonender – heizen können. Das ist bei den meisten Menschen der Fall. Ein schöner Nebeneffekt: Neben CO2 können Sie durch sparsames Verhalten zudem Kosten sparen. Laut Heizspiegel für Deutschland kann ein durchschnittlicher Haushalt in einer 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus jährlich 2.660 kg CO2 und 640 Euro einsparen.

Mit dem Online-Ratgeber HeizCheck können Sie Ihren Heizenergieverbrauch kostenlos mit ähnlichen Haushalten vergleichen und erhalten direkt einen Anhaltspunkt, wie es um Ihr individuelles Einsparpotenzial steht.

Bei Ihnen ist in Sachen Heizen noch Luft nach oben? Wir haben die 10 besten Tipps zum richtigen Heizen für Sie zusammengestellt.

Wo kann ich zu Hause noch Energie sparen?

Neben dem Heizenergieverbrauch macht sich auch ein hoher Stromverbrauch in Haushaltskasse und Klimabilanz eines Haushalts bemerkbar. Besonders zu Buche schlagen dabei ineffiziente große Haushaltsgeräte, wie Kühlschrank, Waschmaschine und Co sowie Geräte, die Tag und Nacht im Standby-Betrieb Strom verbrauchen. Wird das warme Wasser ebenso mit Strom erhitzt, ist auch das ein wichtiger Faktor. Stromspartipps für alle Haushaltsbereiche finden Sie in unserem Artikel „Strom sparen: Tipps und Tricks“.

Um zu überprüfen, ob Einsparmaßnahmen Früchte tragen, sollten Sie Ihren Energieverbrauch regelmäßig überprüfen. Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Energiesparkonto, dass Sie als EnergieCheck auch bequem als App auf Ihren mobilen Endgeräten nutzen können. Das Energiesparkonto hilft Ihnen dabei zu überprüfen, wie sich Ihr Energieverbrauch entwickelt und gibt Ihnen Tipps, wo Sie in Sachen Klimaschutz noch nachjustieren können und so dazu beitragen, dass die Erderhitzung begrenzt wird.

weiter