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Dämmung der obersten Geschossdecke: Planung, Kosten und Förderung

Die oberste Geschossdecke oder ersatzweise das Dach müssen fast immer gedämmt sein. Und das lohnt sich auch: Denn diese Dämmung zählt zu den günstigsten und gleichzeitig effizientesten. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus können jährlich rund 100 Euro Heizkosten eingespart werden. Mit dem DämmstoffCheck finden Sie heraus, welches Material dafür geeignet ist:

DämmstoffCheck: Dämmstoff finden

Prüfen Sie, welche Materialien sich für das Dämmen Ihres Hauses eignen, wie viel sie kosten und welche Vor- und Nachteile sie haben:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Dämmung der obersten Geschossdecke gesetzlich vorgeschrieben – mit einigen Ausnahmen
  • Ersparnis: im Schnitt rund 8 Prozent Heizkosten (rund 100 Euro pro Jahr)
  • Kosten für durchschnittliches Einfamilienhaus: 275 bis 2.750 Euro
  • Förderung durch Zuschüsse und Kredite, unter anderem von der KfW
  • Dämmen der obersten Geschossdecke auch in Eigenleistung möglich
  • große Auswahl an Dämmstoffen (auch umweltfreundliche Naturdämmstoffe) – und Planung wichtig (siehe Anleitung)

1. Warum sollten Sie Ihre oberste Geschossdecke dämmen?

Ist das Dach oder die oberste Geschossdecke eines Wohngebäudes nicht gedämmt, geht über die Dachfläche viel Heizenergie ungenutzt verloren. Das ist schlecht für das Klima und sorgt für unnötig hohe Heizkosten. Eine fachgerechte Dämmung der obersten Geschossdecke – also der begehbaren oder unbegehbaren Decke zu unbeheizten Dachräumen –

  • hält während der Heizsaison die Wärme im Gebäude und spart so Heizenergie,
  • schützt vor sommerlicher Hitze und verbessert so den Wohnkomfort. 

Wegen der positiven Wirkung für den Klimaschutz ist die Dämmung der obersten Geschossdecke – oder alternativ des ganzen Dachs – eine Vorschrift des Gesetzgebers.

Ein umfangreicherer Dachausbau empfiehlt sich, wenn der Dachboden als Wohnraum genutzt und entsprechend beheizt werden soll. Wird das Dachgeschoss nicht als beheizter Raum genutzt, ist es dagegen wirtschaftlicher nur die oberste Geschossdecke zu dämmen. Diese Dämmmaßnahme wird zwar teilweise auch als „Dachbodendämmung" bezeichnet, tatsächlich bleibt das Dach selbst aber ungedämmt und nur der Fußboden des Dachbodens wird gedämmt.

Warum sollten Sie Ihre oberste Geschossdecke dämmen? Abbildung von zwei Haushälften. Linke Hälfte mit Dammung der obersten Geschossdecke und unbeheizten Obergeschoss. Rechte Hälfte mit Dachdämmung und beheizten Obergeschoss.

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist vergleichsweise kostengünstig. Mit etwas handwerklichem Geschick Sie das sogar selbst erledigen – falls keine Einblasdämmung genutzt wird und keine Dampfbremse nötig ist.

Und die Maßnahme lohnt sich: In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus sinken die jährlichen Heizkosten um rund acht Prozent oder 100 Euro – und es gibt Förderung für die Dämmung der obersten Geschossdecke.

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2. Wie hoch sind die Kosten für eine Dämmung der obersten Geschossdecke?

Im Vergleich zur Dämmung des gesamten Daches ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine sehr günstige Baumaßnahme. Außerdem erfreulich: Für die Dämmung der Geschossdecke brauchen Sie kein Baugerüst und es entstehen meist wenig Lärm und Schmutz. Entsprechend niedriger sind auch die Kosten.

Tabelle: Kosten für die Dämmung der obersten Geschossdecke bei verschiedenen Dämmverfahren

durchschnittliche Kosten pro QuadratmeterKosten für durchschnittliches Einfamilienhaus
begehbar50 Euro2.750 Euro
nicht begehbar15 bis 25 Euro825 bis 1.375 Euro

Einblasdämmung bei Holzbalkendecke    

5 bis 35 Euro 275 bis 1.925 Euro

Um die Kosten für die Dämmung der obersten Geschossdecke abzuschätzen, müssen Sie sich zunächst entscheiden: Soll die angebrachte Dämmung nach Fertigstellung begehbar sein oder ist dies nicht notwendig? Begehbar bedeutet belastbar, also dass der Boden des Dachbodens nach der Dämmung betreten und beispielsweise mit Schränken und anderen schweren Gegenständen belastet werden kann. Notwendig ist das zum Beispiel, wenn der Dachboden als Abstellraum genutzt werden soll.

Bei den Kosten beläuft sich der Unterschied zwischen „begehbar“ und „nicht begehbar“ häufig auf Faktor zwei: Eine begehbare Dämmung kann mit rund 50 Euro pro Quadratmeter etwa doppelt so viel kosten wie eine nicht begehbare Dämmschicht. Deren Kosten liegen in der Regel zwischen 15 und 25 Euro.

Neben der Entscheidung, ob das oberste Geschoss nach der Dämmung begehbar sein soll oder nicht, bestimmt auch die Beschaffenheit der obersten Geschossdecke die Kosten der Dämmung. Die Hohlräume einer Holzbalkendecke können beispielsweise durch eine einfache Einblasdämmung gefüllt werden. Das ist oft günstiger, als eine komplett neue Oberfläche zu erstellen – insbesondere, wenn diese begehbar sein soll und entsprechend stabil sein muss. Holzbalkendecken finden sich häufig in Altbauten und können nach oben offen oder geschlossen sein.

Sparpotential für Dämmung und Fenster. Einsparungen Heizkosten pro Jahr und durchschnittliche Einsparungen Heizenergie pro Jahr. Für Fassadendämmerung 19% bzw. 260€. Für die Dämmung der Kellerdecke 5% bzw. 70€. Für die Dämmung der obersten Geschossdecke 7% bzw. 100€. Für die Erneuerung der Fenster 7% bzw. 100€. Um das Sparpotential voll auszuschöpfen, ist ein hydraulischer Abgleich nötig. Er passt die Heizung nach der Dämmung an den geringeren Energiebedarf des Hauses an.

Wie viel Ihr konkretes Dämmvorhaben kostet, hängt auch davon ab, welche Dämmart und welchen Dämmstoff Sie auswählen:

  • Mehr Informationen zu den unterschiedlichen Dämmarten für die Dämmung der obersten Geschossdecke finden Sie im Abschnitt „Dämmplatten, Dämmmatten oder Einblasdämmung?“.
  • Mit dem DämmstoffCheck können Sie passende Dämmstoffe für Ihr Gebäude auswählen. Der interaktive Ratgeber vergleicht die Dämmstoffe und gibt alle relevanten Informationen dazu aus – auch die Kosten.

Viele Faktoren beeinflussen Kosten für Wärmedämmungen

Dacharbeiten für die Wärmedämmung. Ein Handwerker mit Mundschutz rollt Dämmmatten aus.(c) sturti I istock

Bei Dämmmaßnahmen sind nicht nur die Bau- und Materialkosten entscheidend. Auch der Zustand des Gebäudes, die Preise von Handwerkern vor Ort und das Auftragsvolumen haben Einfluss auf die entstehenden Kosten. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel „Kosten für Wärmedämmung im Überblick“.

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3. Welche Förderung gibt es für die Dämmung der obersten Geschossdecke?

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke gibt es finanzielle Unterstützung vom Staat: Förderung in Form von Krediten und Zuschüssen von Bund, Ländern und Kommunen. Bundesweit zu haben sind der KfW-Kredit 152 und der KfW-Zuschuss 430:

Tabelle: Förderung für die Dämmung der obersten Geschossdecke

Was wird gefördert?Wie hoch ist die Förderung?
KfW-Kredit 152z. B. Wärmedämmung der obersten Geschossdecke als Einzelmaßnahme, Maßnahmenpaket oder Sanierung zum KfW-Effizienzhausbis 50.000 (einzeln/Pakete) bzw. 100.000 (Effizienzhaus) Euro pro Wohnung als Kredit
KfW-Zuschuss 430z. B. Dämmung der obersten Geschossdecke als einzelne Maßnahme, im Paket oder bei Sanierung zum KfW-Effizienzhausbis 30.000 Euro je Wohnung als Zuschuss

Wichtig zu wissen: Für eine Förderung durch die KfW müssen Dämmwerte erreicht werden, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards hinausgehen. Auch andere Fördergeber knüpfen die Förderung an bestimmte Anforderungen. Ziehen Sie deshalb am besten einen (ebenfalls förderfähigen) Energieberater zu Rate. Der weiß auch, welche Förderprogramme sich miteinander kombinieren lassen.

Einen Überblick über sämtliche für Ihren Wohnort infrage kommenden Förderprogramme liefert Ihnen der kostenlose FördermittelCheck. Eine Liste der Fördermöglichkeiten für die oberste Geschossdecke finden Sie zudem in dem Artikel „Förderprogramme für eine Dämmung der obersten Geschossdecke“. Die Teilnehmer unseres Dämm-Praxistests empfehlen, sich mit den verschiedenen Fördermöglichkeiten auseinanderzusetzen. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass sich dies durchaus lohnt.

Förderung vor Baubeginn beantragen – und weitere Vorgaben beachten

Bei den meisten Förderprogrammen müssen Sie die Förderung beantragen, bevor Sie die Dämmung der obersten Geschossdecke angehen. Außerdem muss häufig eine fachliche Beratung durch einen Energieberater oder Sachverständigen nachgewiesen werden, um Fördermittel zu erhalten. Diese Beratungen werden selbst mit bis zu 60 Prozent der Kosten gefördert.

Melden Sie sich für unseren Newsletter an – wir informieren über neue Förderungen und andere Neuigkeiten rund um die energetische Gebäudesanierung:

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4. Ersparnis und Klimaschutz: Lohnt sich die Dämmung der obersten Geschossdecke?

Mit der Dämmung der obersten Geschossdecke lassen sich die Heizkosten in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus um etwa acht Prozent reduzieren. Das entspricht aktuell rund 100 Euro Heizkosten im Jahr. Durch diese Einsparung hat sich die Investition in die Dämmung meist nach zehn bis fünfzehn Jahren amortisiert – je nachdem wie hoch die Kosten sind und wie stark die Energiepreise steigen.

In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche kostet die Dämmung der obersten Geschossdecke durch einen Handwerker üblicherweise zwischen 800 und 2.800 Euro. Innerhalb von 20 Jahren werden dadurch insgesamt 3.100 Euro Heizkosten gespart – und zusätzlich 6.300 Kilogramm CO2 vermieden (Erdgas). Um diese Menge CO2 zu kompensieren, bräuchten zehn Buchen etwa fünfzig Jahre.

Tabelle: Ersparnis durch die Dämmung der obersten Geschossdecke

nach 1 Jahrnach 20 Jahren
Energieersparnis1.260 kWh25.200 kWh
CO2-Vermeidung315 kg CO26.300 kg CO2
Heizkostenersparnis95 Euro3.110 Euro*

*Angaben gerundet; aktueller Wärmepreis: 0,075 Euro/kWh; durchschnittlicher Wärmepreis in den kommenden 20 Jahren: 0,12 Euro/kWh bei angenommener Preissteigerung von 5 Prozent pro Jahr; Emissionsfaktor Erdgas: 0,25 kg CO2/kWh; Dämmkosten: 40 Euro pro m2.

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5. Vorschrift: Ist die Dämmung der obersten Geschossdecke Pflicht?

Ja, der Gesetzgeber verpflichtet Hausbesitzer und Bauherren zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Seit Anfang 2016 müssen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) alle zugänglich begehbaren und auch nicht begehbaren obersten Geschossdecken gedämmt sein. Die EnEV-Anforderungen gelten jedoch nur für Schräg- oder Flachdächer und oberste Geschossdecken, die vor 1984 errichtet wurden.

Der in der Vorschrift definierte Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 W/(m2 K), auch Wärmedämmwert genannt, darf für die obersten Geschossdecke nicht überschritten werden. Der Wärmedämmwert gibt vereinfacht gesagt an, wie viel Energie über die Fläche von einem Quadratmeter der Gebäudehülle entweicht oder entweichen darf. Diese in der EnEV 2016 geforderte Dämmleistung wird je nach gewähltem Material bei einer Stärke („Dicke“) des Dämmstoffs von 14 bis 18 Zentimetern erreicht. Die Anforderung wird auch erfüllt, wenn beispielsweise bei Holzbalkendecken im Altbau die Hohlräume vollständig mit Dämmmaterial ausgefüllt werden.

Praxistest Dämmung: Einblasdämmung im Haus(c) co2online | Jörg Thomsen/krystalARTphoto

Ein Verstoß gegen die EnEV ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden kann. Den genauen Wortlaut des für die Dämmung der obersten Geschossdecke wichtigen Paragraphen zehn der EnEV enthält eine Infoseite des Justizministeriums.

Die Praxister Janina und Tim Meyer sind von der Einblasdämmung überzeugt: „Mit dem Dämmschlauch kommt man auch in Ecken, die normalerweise nur schwer oder gar nicht dämmbar sind.“

Ausnahmen der EnEV-Vorschrift

Die Dämmpflicht kennt aber auch Ausnahmen: Wenn zum Beispiel das Dach bereits gedämmt ist, muss nicht zusätzlich gedämmt werden. Ausgenommen sind auch Geschossdecken, die bereits über einen sogenannten „Mindestwärmeschutz" verfügen. Das trifft laut Verbraucherzentrale etwa auf einige massive Deckenkonstruktionen wie Betondecken zu, die nach 1969 errichtet oder bereits mit mindestens vier Zentimetern gedämmt wurden.

Außerdem sind Ein- und Zweifamilienhäuser von der Vorschrift ausgenommen, wenn der Eigentümer schon vor Februar 2002 selbst darin gewohnt hat. Dann gilt die Pflicht erst, sobald das Haus verkauft wird. Die neuen Besitzer haben zwei Jahre Zeit, die Vorgaben zu erfüllen.

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6. Dämmplatten, Dämmmatten oder Einblasdämmung: Welche Dämmart für die oberste Geschossdecke?

Bevor ein geeigneter Dämmstoff ausgewählt werden kann, steht die Entscheidung an, ob die oberste Geschossdecke mit Dämmplatten, Dämmmatten oder einer Einblasdämmung gedämmt werden soll. Am besten wird diese Entscheidung bei einer Vor-Ort-Beratung mit einem Energieberater getroffen, da dieser fachlich beurteilen kann, welches Verfahren für Ihr Gebäude geeignet ist.

Dämmplatten, zum Beispiel aus Styropor, werden häufig gewählt, wenn der Dachboden begehbar bleiben soll. Auf den Dämmplatten werden dann in der Regel Spanplatten montiert, die entsprechend belastbar sind. Bei Dämmmatten ist das auch möglich – dann wird allerdings eine Tragekonstruktion benötigt, die zusätzliches Geld kostet.

Einblasdämmung und Holzbalkendecke(c) villesep | istock

Eine Einblasdämmung wird vor allem bei Holzbalkendecken in Altbauten verwendet. Dabei wird das Dämmmaterial in die Hohlräume in der Deckenkonstruktion zwischen den Balken gefüllt. Das ist auch sinnvoll, wenn auf der Holzbalkendecke bereits eine Dämmung vorhanden ist oder noch zusätzlich aufgebracht werden soll. Weitere Informationen zu dieser Dämmmethode erhalten Sie in dem Artikel „Einblasdämmung: Arten, Kosten & Förderung“.

Dämmstoff Zelluloseflocken(c) FNR

Neben der Art der Dämmung müssen Sie sich außerdem für ein Material entscheiden, aus dem die Dämmschicht bestehen soll. Die wichtigsten Kriterien für diese Auswahl sind in der Regel

  • die Kosten,
  • die Umweltverträglichkeit und
  • die Auswirkungen des Dämmstoffs auf die eigene Gesundheit.

Die folgende Grafik liefert Ihnen einen Überblick, welche Dämmstoffe sich für die Dämmung der obersten Geschossdecke eignen. Die gängigsten Dämmstoffe sind Holzfaser, Mineralwolle und Naturfasern.

Die folgende Infografik zeigt, welche Dämmstoffe sich für welche Dämmmaßnahmen besonders eignen.

Dämmung mit Holzfaser („WDVS“)

Dämmplatten für begehbare Geschossdämmungen können unter anderem aus Holzfasern hergestellt werden. Diese sind umweltfreundlich, kostengünstig und unbedenklich für die Gesundheit. Diese Dämmplatten werden unter anderem als Verbundsystem hergestellt, mit dem sich die Dämmelemente leichtzusammenfügen lassen. Teilweise wird dieses System auch als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bezeichnet – wobei der Begriff WDVS korrekterweise ein System für die Fassadendämmung bezeichnet.

Dämmung mit Styropor

Besonders im Neubau, bei dem die Decken oft aus ebenem Beton bestehen, eignen sich für die Dämmung der obersten Geschossdecke günstige Dämmplatten aus Styropor. Wenn Sie den Dachboden anschließend begehen oder als Abstellkammer nutzen wollen, müssen Sie allerdings eine zusätzliche Tragekonstruktion miteinplanen. Umwelt- und klimafreundlicher als konventionelle Dämmstoffe sind Naturdämmstoffe.

Dämmung mit Mineralwolle: Glaswolle oder Steinwolle

Ebenfalls leicht zu verlegen sind Dämmmatten aus Mineralwolle. Wenn Sie sich für eine Dämmung der obersten Geschossdecke mit Steinwolle oder Glaswolle entscheiden und das oberste Geschoss anschließen begehen wollen, muss eine zusätzliche Tragekonstruktion errichtet werden. Mehr Informationen zu konventionellen Dämmstoffen wie Steinwolle und ihren Vor- und Nachteilen finden Sie im Artikel „Alle konventionellen Dämmstoffe im direkten Vergleich“.

Naturdämmstoffe

Da sich die Dämmstoffe bei der Dämmung der obersten Geschossdecke im Gebäude befinden, legen viele Menschen Wert darauf, dass die Materialien besonders gesundheitsverträglich sind. Das trifft insbesondere auf viele Naturdämmstoffe zu. Für eine Einblasdämmung können beispielsweise umweltfreundliche Zelluloseflocken genutzt werden. Auch Seegras kann zur Dämmung von Hohlräumen in Holzbalkendecken genutzt werden. Mehr Informationen zu unterschiedlichen Naturdämmstoffen und wofür sie geeignet sind, finden Sie im Artikel „Alle ökologischen Dämmstoffe im direkten Vergleich“.

Mit dem kostenlosen DämmstoffCheck können Sie prüfen, welche Dämmstoffe für Ihr Dämmvorhaben geeignet sind. Hier erhalten Sie auch Informationen zu

  • möglichen Schadstoffen,
  • zum Energieaufwand bei der Herstellung des Dämmmaterials und
  • zur Fähigkeit, auch vor sommerlicher Hitze zu schützen: 

7. Wie wird die oberste Geschossdecke gedämmt? Anleitung in 8 Schritten

Um die oberste Geschossdecke zu dämmen und damit in den Genuss von mehr Wohnkomfort und weniger Heizkosten zu kommen, sollten Sie bei der Planung die richtige Reihenfolge beachten. Beispielsweise sind Fördermittel meist vor der Umsetzung Ihres Dämmvorhabens zu beantragen. Unsere Anleitung hilft Ihnen dabei, die Dämmung Ihrer obersten Geschossdecke strukturiert anzugehen.

1. Informieren

Zunächst sollten Sie sich einen Überblick über Dämmarten, Dämmstoffe, Fördermittel und Co verschaffen. Hier helfen Ihnen unsere kostenlosen Informationsangebote:

2. Beraten lassen

Auch das beste Informationsangebot ersetzt bei der Dämmung keine Vor-Ort-Beratung durch einen kundigen Energieberater. Eine Energieberatung oder zumindest die Einbindung eines Sachverständigen kann auch Voraussetzung für eine Förderung der Dämmung sein. Außerdem wird die Energieberatung selbst vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Qualifizierte Energieberater in Ihrer Nähe finden Sie in unserem Branchenbuch Rat und Tat:

3. Dämmung planen

Ein wichtiger Schritt ist die genaue Planung der Dämmmaßnahmen. Dafür sollten Sie sich Zeit nehmen, um Verzögerungen bei der Umsetzung, zusätzliche Kosten und andere Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Bei diesem Schritt stehen einige Entscheidungen an:

  • Welche Einsparung soll oder muss erreicht werden?
  • Soll der Dachboden nach dem Dämmen begehbar sein oder nicht?
  • Und welcher Dämmstoff in welcher „Dicke“ (Stärke) kann dafür genutzt werden? 

Für die Planung sollten Sie prüfen lassen, ob eine Dampfbremse (fälschlicherweise auch Dampfsperre genannt) als Schutz vor Feuchtigkeit notwendig ist. Dabei handelt es sich um eine spezielle Folie, die verhindert, dass sich im Dämmmaterial Kondenswasser sammelt. Ob diese notwendig ist oder nicht, hängt vor allem vom Material der Geschossdecke ab – bei einer Betonwand im Neubau ist die Folie meist nicht notwendig. Da eine Dampfbremse absolut dicht sein muss, ist das eine Sache für Fachleute.

Bei der Planung stellt sich auch die Frage, ob Sie die Dämmung selbst umsetzen können oder ob ein Handwerker beauftragt werden muss (unter anderem beim Einblasdämmung und Dampfbremse). In diesem Fall sollten Sie mehrere Angebote einholen und diese miteinander vergleichen. Auch bei der Suche nach lokalen Handwerksunternehmen hilft das Branchenbuch Rat und Tat.

4. Finanzieren

Nach der Planung sollten Sie einen guten Überblick über die anfallenden Kosten haben. Mit dieser Information geht es an die Finanzierung. Informationen über alle in Ihrer Region verfügbaren Förderprogramme und die entsprechenden Anforderungen an die Dämmung liefert der kostenlose FördermittelCheck. Hier finden Sie alle wichtigen Kontaktdaten zu den Fördergebern. Energieberater und Handwerker können beim Beantragen unterstützen. Bitte beachten Sie, dass die Förderung in der Regel zuerst beantragt werden muss – erst dann sollten Sie Material bestellen oder Handwerker beauftragen.

5. Vorbereiten

Nun gilt es, die Dämmstoffe zu kaufen oder Handwerker zu beauftragen. Die Dämmung der obersten Geschossdecke kann mit ein bisschen handwerklichem Geschick oft selbst angebracht werden – es sei denn, es soll per Einblasdämmung gedämmt werden. Dann ist meist keine Eigenleistung möglich, denn dafür sind einige Gerätschaften und auch Erfahrungen notwendig. Das gilt auch für eine Dampfbremse.

Wenn Sie eine Förderung in Anspruch nehmen, müssen Sie bei allen Einkäufen und Aufträgen die Vorgaben des Fördergebers zur Rechnungslegung beachten. Wenn Sie Handwerker beauftragen, ist beispielsweise eine Fachunternehmererklärung nötig. Wenn Sie eine geförderte Dämmung selbst umsetzen wollen, muss Ihnen ein Energieeffizienz-Experte (zugelassener Energieberater) die fachgerechte Durchführung der Maßnahme und die angefallenen Materialkosten bestätigen.

Falls bereits eine (unzureichende) Dämmung vorhanden ist: Lassen Sie prüfen, ob Sie die Dämmung einfach durch zusätzliches Dämmmaterial erweitern können oder ob die alte Dämmung komplett ausgetauscht werden sollte. 

6. Umsetzen

Falls eine Dampfbremse/Dampfsperre notwendig ist, muss unbedingt auf die korrekte Lage und eine luftdichte Ausführung geachtet werden. Um Kältebrücken zu vermeiden, sollte Mauerwerk, das aus den Wohnräumen in den Dachboden hineinragt, bis zu einer Höhe von mindestens 50 Zentimetern ebenfalls gedämmt werden. Wenn die Dämmschicht nach Fertigstellung begehbar sein soll, muss eine entsprechende Tragekonstruktion beziehungsweise eine Trageschicht ergänzt werden. Wichtig ist auch, Treppenaufgang oder Bodenklappe gut zu dämmen.

7. Heiztechnik einstellen

Nach einer fachgerechten Dämmung der obersten Geschossdecke verringert sich der Heizwärmebedarf des Gebäudes. Daher sollte die Heizanlage mit einem so genannten hydraulischen Abgleich neu eingestellt werden. Dabei werden alle Komponenten der Heizungsanlage – vom Heizkessel bis zum Thermostat am Heizkörper – auf den Energiebedarf des Hauses abgestimmt. Oft lohnt sich auch der Austausch der Heizungspumpe, da zu groß dimensionierte Pumpen unnötig viel Strom verbrauchen.

Für beide Maßnahmen, hydraulischen Abgleich und Pumpentausch, gibt es vom BAFA im Rahmen des Programms zur Heizungsoptimierung einen Zuschuss von bis zu 30 Prozent der anfallenden Kosten. Meist rechnen sich diese beiden Maßnahmen innerhalb weniger Jahre und gelten daher als besonders effizient – also ein wichtiger Schritt für noch mehr Energieeffizienz nach dem Dämmen der obersten Geschossdecke.

8. Verbrauch auswerten

Nach der Dämmung der oberste Geschossdecke sollten Sie Ihren Heizenergieverbrauch prüfen und im Auge behalten. Am einfachsten geht das mit dem kostenlosen Energiesparkonto, das Sie mit der EnergieCheck-App auch jederzeit direkt am Zähler mit Daten füttern können.

Wenn sich keine Einsparungen im Vergleich zu vorher bemerkbar machen, ist die Dämmung möglicherweise nicht richtig angebracht und Nachbesserungen sind nötig. Werden Fehler frühzeitig entdeckt, können gegebenenfalls Gewährleistungsansprüche bei der ausführenden Firma oder beim Dämmstoffhersteller geltend gemacht werden.

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