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Energieausweis beim Hausverkauf: Alle Infos

Wer ein Haus verkaufen möchte, muss einen gültigen und korrekten Energieausweis vorlegen. Ansonsten droht ein Bußgeld. Die Art des Energieausweises ist frei wählbar. Alle Vorschriften regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Hier finden Sie alle wichtigen Fakten verständlich im Überblick.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Energieausweis mit wenigen Ausnahmen Pflicht
  • meist freie Wahl: Verbrauchsweis oder Bedarfsausweis
  • Eigentümer*innen für korrekte Angaben verantwortlich
  • alle Pflichten und Ausnahmen regelt das Gebäudeenergiegesetz

Für welche Gebäude ist ein Energieausweis notwendig?

Für nahezu jedes Gebäude, welches verkauft werden soll, ist ein Energieausweis Pflicht. Ausnahmen sind:

  • Gebäude unter 50 m² Nutzfläche
  • Ferienhäuser, die nicht regelmäßig geheizt oder gekühlt werden
  • Gebäude unter Denkmalschutz oder Ensembleschutz
  • Gebäude mit besonderer Nutzung wie beispielsweise Ställe
(c) fotolia.de / ArTo

Wer muss den Energieausweis bestellen?

Wer ein Gebäude verkauft, muss den Energieausweis bestellen – also Eigentümer*in oder Makler*in.

Auf was bezieht sich der Energieausweis genau und wie lange ist er gültig?

Der Energieausweis bezieht sich stets auf das gesamte Gebäude und kann nicht für einzelne Wohnungen ausgestellt werden.

Die Ausweise sind zehn Jahre gültig, auch wenn sich in diesem Zeitraum die rechtlichen Anforderungen ändern. Danach sind sie zu erneuern, eine Verlängerung ist nicht möglich.

Energieausweise sind unabhängig von einem Verkauf oder Neuvermietung vorzeitig zu erneuern, wenn die Fassade gedämmt oder 10 Prozent der Fläche eines Außenbauteils erneuert wird.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen:

  • Der Verbrauchsausweis bewertet den tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner eines Gebäudes.
  • Der Bedarfsausweis bewertet den theoretischen, aus dem Zustand des Gebäudes gefolgerten Energiebedarf. Damit ermöglicht er eine von der Nutzung unabhängige Beurteilung des Gebäudes.

Grundsätzlich besteht die freie Wahl. Ein Bedarfsausweis ist nur in folgenden Fällen Pflicht:

  • Mehrfamilienhäuser mit weniger als fünf Wohneinheiten, die noch nicht die Wärmeschutzverordnung von 1977 einhalten
  • Neubauten – hier liegen schlicht keine Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre vor
  • nach dem nachträglichen Dämmen der Fassade oder wenn mehr als 10 Prozent der Fläche eines Außenbauteils erneuert wurde – hier müssen für einen Verbrauchsausweis erst neue Verbrauchsdaten aus drei Jahren vorliegen

Verbrauchsausweise sind aufgrund des geringeren Aufwands kostengünstiger. Dafür enthalten Bedarfsausweis besser auf das Gebäude zugeschnittene Vorschläge zur energetischen Modernisierung und haben damit für Eigentümer*innen einen zusätzlichen Nutzen. Weitere Informationen zu den beiden Energieausweisarten sind im Artikel Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis: Vergleich zu finden.

Immobilienanzeigen und Hausverkauf: Welche Pflichten haben Verkäufer*innen?

Bereits bei der ersten Besichtigung muss ein gültiger und korrekter Energieausweis Interessent*innen unaufgefordert gezeigt oder zumindest deutlich sichtbar ausgehängt werden. Die Papierform ist vorgeschrieben: Den Ausweis digital auf einem Smartphone oder Monitor zu zeigen reicht nicht. Wer gegen diese Pflichten verstößt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro belangt werden.

Wer einen Energieausweis besitzt und eine Immobilienanzeige in einem kommerziellen Medium schaltet, muss darin folgende Angaben machen:

  • Art des Energieausweises
  • Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf
  • wesentlicher Energieträger für die Heizung
  • Baujahr (Wohngebäude)
  • Energieeffizienzklasse (Wohngebäude, wenn Energieausweis seit April 2014 ausgestellt wurde)
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch für Wärme und Strom getrennt (nur bei Nichtwohngebäuden)

Eigentümer*innen sind für die Richtigkeit der von ihnen gemachten Angaben für das Erstellen des Verbrauchsausweises verantwortlich. Bei Falschangaben droht ein Bußgeld.

Hausverkauf: Wie wird ein Energieausweis bestellt?

Einen Energieausweis kann man im Internet bestellen. Wie sie den richtigen Anbieter finden, welche Unterlagen nötig sind und wie hoch die ungefähren Kosten sind, erläutern wir im Artikel „Energieausweis online erstellen“.

Die Verbraucherzentrale erklärt, woran qualifizierte Aussteller*innen zu erkennen sind. Gesucht und gefunden werden können entsprechende Expert*innen mit unserem Online-Branchenverzeichnis „Rat und Tat“ oder mit der Energieeffizienz-Experten-Datenbank der dena.

Hauskauf: Welche Rechte haben Käufer*innen?

Alle Kaufinteressenten haben bei der ersten Objektbesichtigung einen Anspruch darauf, den Energieausweis zu sehen – und zwar auf Papier, nicht auf einem Bildschirm. Darüber hinaus gibt aber kein Recht darauf, sich den Ausweis aushändigen zu lassen.

Was sagt der Energieausweis für Käufer*innen aus?

Um die Bewertung des Energieausweises richtig einordnen zu können, ist es wichtig, welcher Energieausweis vorliegt: Verbrauchs- und Bedarfsausweise können ein und dasselbe Gebäude in verschiedene Effizienzklassen einordnen.

Der tatsächliche Energieverbrauch ist auch vom individuellen Heizverhalten abhängig. So lässt sich nicht unmittelbar vom vergangenen Verbrauch auf den künftigen schließen.

Die in diesem Artikel zusammengefassten Informationen gelten überwiegend auch bei der Vermietung von Immobilien.

Autoren: Stefan Heimann und Jens Brehl

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