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Die Folgen der Nutzung von Bioenergie

„Müssen für Biosprit Menschen in Entwicklungsländern hungern?“ (Lea Portzig, Sassnitz)

(c) iStock/HeikeKampe

Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber (Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München): „Die Weltmarktpreise von Grundnahrungsmitteln liegen heute höher als noch vor einigen Jahren. Dazu hat die Nutzung von Bioenergie beigetragen, weil Nahrungsmittel wie etwa Mais für die Kraftstoffherstellung (z. B. Ethanol) verwendet werden. In erster Linie wurde die jüngste Verschärfung des Hungerproblems jedoch durch eine ungünstigere Einkommenssituation der ärmeren Leute in den Entwicklungsländern verursacht.

Generell wirken sich Preissteigerungen von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern gravierender aus als in Industrieländern. Der Grund: Dort hat das Ausgangsprodukt bei Grundnahrungsmitteln einen viel höheren Anteil am Preis des fertigen Lebensmittels als bei uns. So beeinflusst der Maismehlpreis den Tortillapreis in Mexiko viel stärker als etwa der Getreidepreis den Brotpreis in Deutschland.

Bei der weiter steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln und Energie auf der einen Seite und begrenzten Möglichkeiten für eine Angebotsausweitung bei Lebensmitteln und sogar einem sinkenden Erdöl-Angebot auf der anderen Seite muss sich die Welt langfristig auf steigende Preise einrichten – sowohl bei Nahrungsmitteln als auch bei Energie.

Ein steigender Energiepreis verstärkt wiederum den Trend zur Bioenergie. Deshalb kann Biosprit tatsächlich das Hungerproblem verschärfen. Auf jeden Fall führt es zu einer Verschärfung der sozialen Konflikte zwischen Ländern, aber auch innerhalb von Ländern.“

 

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